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September '10



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Hochzeit – was sein muss, und was man sich schenken kann



Was ist eigentlich unerlässlich für eine Hochzeit? Gesetzt den Fall, man hat die Heiratspapiere wirklich alle beieinander, und der Termin steht felsenfest, dann eigentlich nur dies: eine Braut, ein Bräutigam und ein Standesbeamter. Wer es konservativ, aber nicht klassisch liebt, zieht seine besten Klamotten an, heiratet mit Brautstrauß und führt die traditionelle Zeremonie aus: den Ringtausch.

Ist das Paar klug, so lädt es nur die engsten Freunde zu einem kleinen intimen Fest ein – wenn der Vater oder Schwiegervater absolut eine „große Hochzeit“ mit Hunderten von Gästen will, dann soll er sie auch bezahlen. Die meisten Paare brauchen auch keine Hochzeitsgeschenke mehr – sie landen ohnehin bald als „zweite Garnitur“ im Abstellraum – wer Stil hat, schafft sich die schönen Dinge des Lebens ohnehin am besten selber an. Das gesparte Geld kann man übrigens in die Hochzeitsreise investieren – da darf es auch mal Luxus sein: Schließlich hat man ja Flitterwochen.



Brautkleider sollte man meiden – sie sind am Tag danach nicht einmal mehr den Stoffpreis wert. Also: Weg mit diesem Blödsinn – wenn schon, dann sollte man sich solch ein Kleid leihen – hier in Budapest ist dies sowieso die übliche Methode, mit dem Brautkleid umzugehen.

Schön ist, sich einen Fotografen zu bestellen – ob mit Brautkleid oder ohne. Noch besser wäre freilich, wenn diese Leute ihr Handwerk wenigstens halbwegs verstehen würden und einen Assistenten mitbrächten, der für die Aufhellung sorgt. Wer so etwas nicht schafft, sollte den Fotografenberuf aufgeben.

Was nach Jahren noch zählt? Der Kauf der Ringe, die Aufregung um die Formalitäten, die mindestens ab der zweiten Ehe nicht mehr ganz einfach sind, die Hochzeitsfotos und die Hochzeitsreise. Was ich Ihnen noch raten kann? Vergessen Sie sämtliche Hochzeitsbräuche, die Ihnen Nachbarn und Freunde aufschwatzen wollen, außer vielleicht diesen: Tragen sie etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues – das weist Sie als wertkonservativ aus – das protzige Hochzeitskleid und die teure Hochzeitsfeier hingegen eher als stillose Verschwender.

Ob diese Damen darĂĽber gleicher Meinung sind, bezweifle ich allerdings.

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Geschrieben von Gebhard Roese

13.03.2009 um 18:22:57

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