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Ihr "Nick" in der Datenfalle – wie man Anonymität wahrt

Koydo macht von sich reden – und das lässt auch die Branche der Single-Börsen und Online-Partnervermittler nicht kalt. Erstaunlicherweise ist man sich aber noch nicht überall sicher, wie man mit der neuen Web 2.0-Anwendung umgehen will, die derzeit die Single-Zeugnisse propagiert.

Tatsache ist nun allerdings, dass Koydo eine bekannte Schwachstelle vieler Singlebörsen, Seitensprungagenturen und Online-Partnervermittlern nutzt: den Nick, also den Benutzernamen oder seine Chiffrierung. Dieser Pferdefuß ermöglicht es Interessenten, recht schnell an persönliche Daten zu kommen, sobald der Nick mit anderen Daten zusammengeführt werden kann – das war auch vor Koydo schon möglich. Zu Ehren vieler Agenturen und Dienste muss gesagt werden, dass die Nicks zum großen Teil nicht mehr über Suchmaschinen zugänglich sind, sondern nur über Anmeldungen. Doch was würde beispielsweise eine Detektei daran hindern, durch die eigene Anmeldung Hunderte von Profilen ausfindig zu machen und in der Tiefe zu analysieren? Besonders bei Seitensprungagenturen könnte dies zum Problem werden.

Die Rückwärtssuche kann zum Erfolg führen

Auch wer nicht Mitglied einer Singlebörse ist und nicht Mitglied bei Koydo, kann gegenwärtig die Rückwärtssuche erproben: Welche Informationen bietet das Netz über einen bestimmten Nick? Ist die Person hinter diesem Nick identisch mit derjenigen aus gleichlautenden Nicks? Der Versuch ergibt: Die großen Portale schützen die Anonymität ihrer Mitglieder dadurch, dass sie niemals direkt auf ein Profil verweisen. Dabei erweist sich, dass codierte Buchstaben-Ziffern-Kombinationen (Chiffre) einen besseren Schutz bieten als Fantasienamen.

Den bekanntesten und bewährtesten Portalen kann man attestieren, dass sie ihre Mitglieder weitgehend vor der Rückwärtssuche schützen – bei Eingabe des Nicks oder der Chiffre-Nummer landet man auf der Homepage. Allerdings gab es einige Portale, bei denen man nach wie vor mithilfe des Nicks direkt auf die Mitgliederseite kommt und bestimmte Daten des Profils unmittelbar einsehen kann. Das ist, klar und deutlich gesagt, nicht erträglich und sollte von den entsprechenden Anbietern sofort ausgemerzt werden.

Data Mining und Anonymität

Rein technisch wird die Anonymität umso mehr ausgehöhlt, je mehr ein einziger Nick auf mehrere Quellen verweist. Mag die einzelne Information auch wirklich geschützt sein, so können aus der Kombination mehrerer Informationen miteinander dennoch Rückschlüsse auf die Identität einer Person gezogen werden. Dieses Verfahren wird heute bereits sehr intensiv genutzt – es heißt „Data Mining“ und beruht drauf, dass Menschen im Netz Spuren hinterlassen, die verfolgt werden können. Je häufiger dabei ein Begriff auftaucht, der sich mit einer Person verbinden lässt, umso mehr lassen sich Rückschlüsse auf deren Verhalten ziehen und umso transparenter wird der persönliche Hintergrund. Besonders gefährdet sind leider Menschen, die einen originellen Nick mehrfach verwenden und in sehr vielen Web 2.0-Anwendungen unterwegs sind. Ihre Identität kann in der Regel sofort festgestellt werden.

Echte Partnersuchende und Sexdating

Alle Beurteilungen über Partnersuchende vergehen schnell: Wer zwischen drei Monaten und einem halben Jahr Mitgliedschaft bei einer Börse keinen Partner gefunden hat, sucht entweder nicht intensiv genug oder hat andere Schwierigkeiten. Da der Dater mit festen Absichten nur rund fünf bis sieben Kontakte benötigt, um zum Ziel zu kommen, ist die Chance oder das Risiko, bei Bewertungsportalen wie Koydo aufzutauchen, eher gering. Partnersuchende mit festen Absichten, werden also am wenigsten von Bewertungsportalen hören. Dies dürfte bei einschlägigen Sexportalen, Seitensprungagenturen und Casual-Dating-Diensten anders sei, weil deren Mitglieder häufig nicht nach „ständigen Affären“ suchen, sondern durchaus auch herumschwirren wollen wie die Kolibris. Das bedeutet längere Mitgliedschaften und damit auch eine realere Möglichkeit, „Bewertungen“ abzugeben.

Das Fazit:

Chiffre-Nummern, die bei manchen Dating-Agenturen verwendet werden, sind besser als „sprechende“ Nicks, wenn man gut geschützt sein will. Besonders originelle Nicks sind leider immer dann gefährlich, wenn man sie in mehreren Web 2.0-Anwendungen benutzt. „Gattungsbezeichnungen“ wie „Engelchen001 bis Engelchen 9999“ sind leider sicherer, weil sie von vielen Menschen benutzt werden, lassen aber andererseits auf Fantasielosigkeit schließen. Insgesamt sind die Mitglieder von Partneragenturen gegenwärtig am besten vor Single-Zeugnissen geschützt. Falls Sie einen nicht-chiffrierten Nick verwenden müssen, nehmen Sie bitte keinen, den Sie schon in Web 2.0-Anwendungen verwendet haben – das schützt Ihre Privatsphäre immer noch am Besten.

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Geschrieben von Gebhard Roese

09.02.2010 um 08:28:31

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Koydo: Partnersuchende bleiben anonym und werden doch greifbar

Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit Herrn Dr. Ulrich Schacht wollten wir wissen, wie er und sein Portal Koydo zu dem Vorwurf stehen, persönliche Daten zu “öffentlich“ zu machen. Seitens Koydo wird ja stets behauptet, dass die Daten anonym bleiben würden – doch offenbar gibt es verschiedene Qualitäten von „Anonymität“, denn erst kürzlich hörte man aus dem Hause Koydo die eigenartige Formulierung „der sonst anonyme Onlinedater wird damit greifbar - bleibt jedoch weiterhin anonym“. Ferner befragten wir ihn nach einer Äußerung, die er der Tageszeitung „WELT“ über die Veröffentlichung des Intimverhaltens gegeben hatte.

Liebepur: Anhand der „Nicks“ und der Partnerbörse, die Sie angeben, können sehr schnell Rückschlüsse auf die wahre Identität geschlossen werden. Wie stehen Sie dazu?

Dr. Schacht: In den Date Zeugnissen, die unsere Nutzer anlegen können, stehen weder echte Namen noch Kontaktdaten. Unsere Nutzer können außerdem keine Bilder hochladen. Das Date-Zeugnis verweist allerdings auf die entsprechende Singleplattform und die Online Identität des Bewerteten. Alle persönlichen Informationen, die in diesem Profil stehen, hat derjenige dort selbst eingetragen und gibt damit so viel preis, wie er selbst möchte. Bei koydo werden lediglich Informationen zum Verhalten beim Date, zur sozialen Kompetenz, etc. hinzugefügt. Insofern bringt koydo zwar mehr Transparenz, die Anonymität bleibt aber 100%-ig erhalten.

Liebepur: Sie haben gegenüber der WELT kürzlich sinngemäß geäußert, dass doch jeder, der mit einem Menschen Sex hatte, auch öffentlich dazu stehen sollte. Bleiben Sie bei dieser Ansicht?

Dr. Schacht: Ja. Macht doch eh schon fast jeder. Da Sie sich hiermit auch sicher auf unsere Frage im Portal beziehen, möchten wir darauf hinweisen, dass die Beantwortung der Frage freiwillig ist. Und interessant ist es doch auch zu sehen, ob der Bewerter hier eine Antwort gibt. Demnächst werden wir unseren Fragenkatalog auch nach den verschiedenen Arten von Online-Dating Portalen differenzieren, um auf die Wünsche der Nutzer und teilweise der Online Dating Portale selber einzugehen.

Liebepur: Dann lassen Sie uns auf diese Online-Dating Portale kommen. Die Partnerbörsen und Online-Partnervermittler sichern ihren Kunden weitgehend Anonymität zu – wenn Sie Erfolg mit Ihrem Beurteilungsportal haben, könnte diese Anonymität bald ausgehöhlt werden. Wie sehen Sie dann zur Zukunft des Online-Dating? Könnte dies nicht auch Ihrer Geschäftsidee schaden?

Dr. Schacht: Die Anonymität des Menschen, der hinter der Online Identität steckt, bleibt gewahrt. Selbst wer sich die Mühe macht und den jeweiligen Nutzer über die Online Dating Plattform ausfindig macht, wird nur das finden, was der Mensch selbst über sich veröffentlicht. Die Daten, die auf koydo veröffentlicht werden, lassen keine Rückschlüsse auf die Person zu, die sich hinter der ID verbirgt, da sie zu allgemein sind.

Wir denken, dass sich das Online Dating in den nächsten Jahren, auch durch koydo, stark verändern wird. Von einigen größeren Portalen haben wir interessante Anregungen bekommen. Auf dieser Basis haben wir uns dazu entschieden, unseren Fragenkatalog für die verschiedenen Online Dating Segmente zu differenzieren. Die seriösen Portale werden uns mittelfristig unterstützen, da es für sie eine tolle Werbung sein wird als Top Portal auf Basis des guten Feedbacks über die eigenen Singles gewählt zu werden. Unsere Geschäftsidee wird Bestand haben, da es immer Lügner und Betrüger geben wird und die Gesellschaft vor diesen geschützt werden möchte.

Liebepur: Herr Dr. Schacht, wir bedanken uns im Namen unserer Zeitschrift für dieses Gespräch.

Anmerkung der Redaktion: Wir stellen das (leicht gekürzte) Gespräch zunächst unbewertet ein. Das bedeutet nicht, dass wir mit den Inhalten ganz oder teilweise übereinstimmen. Wir beabsichtigten lediglich, Herrn Dr. Schacht die Möglichkeit zu geben, die Dinge aus seiner Sicht darzustellen.

Lesen Sie bitte auch den ersten Teil des Interviews mit Dr. Ulrich Schacht.

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Geschrieben von Gebhard Roese

09.02.2010 um 07:08:47

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Wenn Online-Partnervermittler-Kunden sagen „Das bin ich nicht!“


Es gibt bei Online-Partnervermittlern einen gewissen Anteil von Kunden, die mit dem Profil, was von ihnen erstellt wurde, völlig unzufrieden sind.

Das kann viele Gründe haben. Die ich hier nicht näher erläutern will. Wer mit seinem Profil nicht zufrieden ist, zeigt zumindestens, dass er sich überhaupt Gedanken gemacht hat. Manche Partnersuchende (leider auch viele Akademiker) nehmen das Profil als „unumstößlich wissenschaftlich“ hin, andere lesen es gar nicht richtig, und wieder anderen ist es piepegal, was im maschinellen Profil steht. Warum viele Menschen nicht bemerken, dass ihr Profil bestenfalls ein psychologisch verbrämtes Eintopfgericht ist, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Es mag aber mit dem allseits bekannten „Barnum-Effekt“ zusammenhängen.

Wenn das maschinell ermittelte Profil von Ihrem Persönlichkeit erheblich abweicht, haben Sie drei Möglichkeiten:

- Sie entscheiden sich für: Spiel es noch einmal Sam. Beim zweiten Mal am nächsten Tag kommt möglicherweise ein Profil heraus, das sich eher mit ihrer Persönlichkeit deckt.
- Sie sagen sich: Andere haben auch solche fragwürdigen Profile bekommen, und am Schluss gleicht sich das alles wieder aus.
- Sie tippen sich an die Stirn und verlassen fluchtartig das Portal.

Alle drei Entscheidungen können richtig sein, denn das maschinell erstellte Persönlichkeitsprofil wird ebenso oft über- wie unterschätzt. Wenn Sie allerdings am Ergebnis merken, dass Ihr Profil mehr als nur „eine gewisse Schräglage“ zeigt und sie dies auch bereits an den unqualifizierten Partnervorschlägen bemerken, dann ist es Zeit, sich entweder mit den Leuten bei der Partnervermittlung zu unterhalten (zumeist aussichtslos) oder sich einem anderen Unternehmen zuzuwenden. Ich bitte Sie dennoch, den jeweiligen Online-Partnervermittler zu informieren – möglicherweise lässt sich das verwendete Programm ja noch optimieren.

Übrigens: Vom Matching-System des amerikanischen Anbieters eHarmony wird berichtet, dass es etwa 20 Prozent der Neumitglieder ablehnen muss, weil sich die Suchenden nicht eindeutig genug parametrisieren ließen. Da die Europäer mit dem gleichen Wasser kochen wir die Amerikaner, könnte dies auch in Deutschland der Fall sein. Als ich vor einigen Tagen einen deutschen Partnervermittler damit konfrontierte, sagte dieser nur „das kann ich mir nicht vorstellen“.

Ich könnte es mir so erklären: Es gibt in allen Persönlichkeitsprofilen ganze drei wichtige Kriterien, genannt „Die Super Drei“, die wirklich abgefragt werden – wer es genauer haben will, kann die sogenannten „Big Five“ abfragen. Menschen, die aufgrund der Tests weder deutlich genug zur einen Seite noch zur anderen Seite ausschlagen, können eigentlich nicht mehr richtig “abgemischt“ werden und fallen daher aus dem Bewertungsprogramm heraus. Ein US-amerikanischer Wissenschaftler soll dazu einmal gesagt haben: „Man kann nicht zugleich extravertiert und introvertiert sein, das sind Gegensätze“ – es handelt sich also offenbar um Personen, die durch das Raster der „künstlichen Intelligenz“ eines Computers fallen. In der realen Welt kann man nämlich tatsächlich mal extravertiert (beispielsweise während eines Vortrags) und introvertiert sein (beispielsweise beim Zuhören, wenn die Kinder ein Problem haben) – nur bei den Psychologen, die diese Tests entwickelt habe, ist diese Botschaft offenbar noch nicht angekommen.

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Geschrieben von Gebhard Roese

08.02.2010 um 20:13:07

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Welcher Online-Partnervermittler oder welche Singlebörse?

Online-Dating – Wie Sie 2010 sicher einen Partner finden - die große Serie (Teil neun)

Heute will ich Ihnen einen ganz kurzen Rat geben, wie Sie ihre Dating-Aktivitäten planen können: Es geht heute nämlich um das, von dem Sie sich möglichst gar nicht trennen wollen: ihr Geld. Ich muss Ihnen aber entgegenhalten: Das Betreiben von Singlebörsen einerseits und Online-Partnervermittlungen andererseits kostet sehr viel Geld. Gönnen Sie den Betreibern also den Obolus, der von ihnen gefodrert wird und denken sie daran: Diese Leute tun auch etwas für Sie.

Singlebörsen für selbstbewusste Sucher

Sie haben vielleicht gehört, dass es Singlebörsen und Online-Partnervermittler gibt. Ich tendiere dahin, Ihnen dies vorzuschlagen: Wenn Sie freimütig, mutig und ein wenig tolerant gegenüber Missgriffen sind und bis zu etwa 35 Jahre alt sind – dann gehen Sie zu einer Singlebörse. Das Gleiche gilt, wenn sie noch keine sehr konkreten Vorstellungen von der Partnerschaft haben, und gar nicht wissen, ob es sich für Sie überhaupt lohnt, diesen Weg zu gehen. In Deutschland haben sich hier beispielsweise Friendscout24.de und neu.de etabliert. Zur Erinnerung: Bei den Single-Börsen ist es gut und richtig, auf eigene Faust zu suchen und die Partnerwahl möglichst zügig und zupackend anzugehen – auch als Frau.

"Matchmaker" bei festen Vorstellungen über die Partnerschaft

Wenn Sie hingegen einen festen Partner suchen, sie möglichst wenig Fehler machen wollen und an Partnervorschlägen interessiert sind und die 35 bereits überschritten haben, dann bevorzugen Sie bitte „Matchmaker“, die hier Online-Partnervermittler heißen. Dies gilt auch, wenn sie die feste Absicht nach einer dauerhaften Partnerschaft haben. Typische deutsche Beispiele sind PARSHIP und Elitepartner. Auch hier noch einmal rekapituliert: Bei Online-Partnervermittlern absolvieren Sie zuerst einen Persönlichkeitstest. Anhand dieses Tests analysiert ein Datenverarbeitungsprogramm grob, welche Personen infrage kommen könnten und schlägt Ihnen diese vor. Bitte beachten Sie dazu unseren einschlägigen Artikel darüber, was sie tun können, wenn Sie vom Programm des Vermittlers völlig falsch beurteilt wurden.

Allerdings sollte ich dazu noch dies sagen: Wer wirklich selbstbewusst ist, kann mit einer reinen Singlebörse interessantere Begegnungen haben – und dies gilt auch unabhängig vom Alter.

Auf dem Land immer das mitgliederstärkste Unternehmen wählen

Ein wichtiges Detail besteht darin, ob Sie in Stadt oder Land wohnen und ob Sie Ihren Suchradius beliebig ausdehnen wollen. Für das flache Land ohne größere Städte in der Umgebung empfehlen wir immer, die größte Singlebörse oder Partnervermittlung zu nutzen – das ist keine Empfehlung „aus dem Bauch heraus“, sondern ein mathematisches Problem: Nur bei den größten Börsen haben Sie die Chance, dass auch die Winkel der Republik abgedeckt werden – die kleinen haben in der Regel nur in Großstädten eine ausreichende Anzahl von Mitgliedern. Auch in Grenz- und Küstengebieten empfiehlt sich, sehr große Börsen zu benutzen, da man hier in der Regel nur auf wenig Hinterland zurückgreifen kann.

Bei Ihren Entscheidungen für eine Singlebörse oder Online-Partnervermittlung hilft Ihnen ansonsten der „Große Singlebörsen-Vergleich“.

Kostenlos könnte bedeuten, dass Sie Geizkragen kennenlernen

In Deutschland finden wir eine große Anzahl von Schnäppchenjägern, die nach „kostenlosen Singlebörsen“ suchen. Ich empfehle Ihnen ausdrücklich, dies nicht zu tun. Es gibt die eine oder andere Singlebörse, die sich so gut wie ausschließlich durch Werbung finanziert – dann sind Sie aber auch der Werbung ausgesetzt. Außerdem finden Sie bei den „kostenlosen“ Singlebörsen auch Menschen, die sich „eigentlich nicht leisten können“, Geld für Dates auszugeben. Ich glaube nicht, dass dies zwangsläufig mit einem Bier und einer Currywurst beginnt und im Bett einer kalten Dachbude endet, nachdem Sie das Taxi dorthin bezahlt haben – aber es ist schon manchmal vorgekommen. Denken Sie daran, dass die Zeit des Datings eine wunderschöne und lebendige Zeit werden soll, die Ihnen Freude bereitet – und gerade deswegen reservieren Sie etwas Geld für diese Zeit, damit sie unabhängig vom Erfolg auch einen Genuss davon haben.

Lesen Sie auch den vorausgegangenen Artikel zum Profil.

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Geschrieben von Gebhard Roese

08.02.2010 um 19:24:03

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Liebepur sprach mit Koydo-Geschäfstführer Dr. Ulrich Schacht

Das Bewertungsportal Koydo hat sich zum Ziel gesetzt, Partnersuchende zu beurteilen. Dazu bedient man sich eines bekannten Konzepts im Internet, des Web-2.0-Prinzips. Demnach kann jeder jedes beliebige Produkt zur Begutachtung ins Netz stellen, muss sich aber dann gefallen lassen, dass dieses Produkt (zum Beispiel in Youtube oder Flickr) von anderen auch bewertet wird. Seit einiger Zeit werden im Internet auch Menschen beurteilt. Vor allem die Lehrer-Beurteilung durch Schüler hatte schon für reichlich Öffentlichkeitswirbel gesorgt.

Partnersuchende zu beurteilen und ihnen ein Partner-Zeugnis auszustellen, ist hingegen eine relativ neue Idee, obwohl sie ansatzweise schon einmal versucht wurde. Das funktioniert sehr einfach: Über den Singlebörsen-Anbieter und den „Nick“ wird die Person, mit der man sich getroffen hat, eindeutig identifiziert – und dann wird beurteilt, ob das Profil stichhaltig ist und wie sich der Kandidat beim Date benommen hat. Dabei kann bei Koydo auch die Frage beantwortet werden, ob es zum Sex gekommen ist.

Die Liebepur nahm Kyodo unter Beobachtung – aber statt über ein Portal zu reden, wollten wir lieber erst einmal mit dem Geschäftsführer, Herrn Dr. Ulrich Schacht reden und stellten ihm einige Fragen.

Das Interview

Liebepur: Aus, welchem Grund sind „Singlezeugnisse“ nötig und wem nützen Sie nach Ihrer Auffassung?

Dr. Schacht: Wer einen Menschen im Internet kennenlernt und dann im echten Leben trifft, erlebt laut einer Studie von Logitech oft eine Enttäuschung: 60 Prozent aller Singles, die schon mal ein Date mit einer Internetbekanntschaft hatten, sind desillusioniert. Der Grund ist, dass sich viele Nutzer von Online Datingplattformen ihrer Anonymität bewusst sind, ihr Profil gerne einer Art Schönheits-OP unterziehen und an einigen Stellen flunkern. Die Wahrheit kommt erst beim Date ans Tageslicht. Hier setzt koydo.com an: Da Singles andere Singles bewerten, die sie im echten Leben gedatet haben, ändert sich das nun. Unser Date-Zeugnis macht das Online Dating transparenter.

Liebepur: Können sich die Menschen denn nicht selbst ein Urteil bilden? Warum sollten andere einen Menschen besser auf seine Eignung als Partner beurteilen können als man selbst?

Dr. Schacht: Davon gehen wir nicht aus. Allerdings helfen Meinungen Dritter bei der Einschätzung bzw. Kalibrierung der eigenen Meinung.

Liebepur: Unabhängig von der genannten Studie scheint Ihr Unternehmen davon auszugehen, dass es auf seriösen Singlebörsen und bei Online-Partnervermittlern so viel unseriöse Personen gibt? Woher stammt diese Annahme? Verfügen Sie über Daten und Fakten?

Dr. Schacht: Generell möchten wir momentan keine Aussagen dazu machen, wie seriös welches Portal arbeitet und bei wie vielen Online Partnervermittlern es unseriöse Personen gibt. Unsere bisherigen Einschätzungen beruhen auf persönlichen Erfahrungen und vielen Diskussionen mit anderen Singles.

Liebepur: Im Grund wären die Singlebörsen ja selbst verantwortlich dafür, keine Scammer, Fakes oder ähnliche unseriöse Personen anzuziehen. Was muss Ihrer Ansicht nach geschehen, um Fakes, Scams und dergleichen von vornherein auszumerzen? Welche Fehler machen bestehende Singlebörsen und dergleichen dabei jetzt?

Dr. Schacht: Wir maßen uns derzeit nicht an einzelnen Singlebörsen dezidiert Fehler zu unterstellen. Generell wäre es ein leichtes Scams mit 0900 Nummern mit einer Filterfunktion zu unterbinden. Zusätzlich wäre es einfach, die tausenden inaktiven Profile zu löschen, die in den Datenbanken einiger Single-Portale ihr Dasein fristen. Ferner fehlt der Feedback Gedanke bei den Portalen fast völlig.

Liebepur. Reden wird doch einmal über Feedback. Was glauben Sie dabei besser machen zu können als die Dating-Anbieter und warum?

Dr. Schacht: Neu an koydo.com ist, dass Online Dater die Möglichkeit haben, sich verschiedene Meinungen einzuholen. Diese stammen dabei nicht von einem Mitarbeiter einer Datingfirma, sondern von einem weiteren Single, der aus eigener Erfahrung von dem Date berichten kann. Durch die Bewertungen unserer Nutzer werden wir mit koydo.com Lug und Betrug im Online Dating aufdecken. Jeder, der die Seite kennt, kann anhand der Date-Zeugnisse innerhalb von wenigen Minuten sehen, wie ernst es die neueste Bekanntschaft aus dem Netz meint. Im besten Fall spart das einiges an Zeit und Geld: Denn anstatt erst beim Date zu erfahren, dass die Selbstbeschreibung im Internet im krassen Gegensatz zur Realität steht, sind Flunkereien auf koydo.com sofort über die vorhandenen Bewertungen ersichtlich. Zudem bietet die Seite einen Sicherheitsvorteil. Online Dater, die durch rüde Manieren oder schlimmeres aufgefallen sind, können von Nutzern als Sicherheitsrisiko markiert werden.

Lesen Sie morgen in der Liebepur, wie sich Herr Dr. Schacht zur Wahrung der Anonymität äußerte und wie man zu der Frage steht, ob der Sex mit einem Partnersuchende an die Öffentlichkeit gehört.

Anmerkung der Redaktion: Wir stellen das Interview zunächst unbewertet ein. Das bedeutet nicht, dass wir mit den Inhalten ganz oder teilweise übereinstimmen. Wir beabsichtigten lediglich, Herrn Dr. Schacht die Möglichkeit zu geben, die Dinge aus seiner Sicht darzustellen.

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Geschrieben von Gebhard Roese

08.02.2010 um 08:25:11

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