Dienstag, 6. Januar 2009
Das wichtigste Geheimnis des Erfolgs bei der Partnersuche ist so einfach, dass ich es Ihnen häufiger sagen muss: Beachtet werden. Ob Ihre Bühne das Büro ist oder das Internet, eines steht fest: Nur, wenn man Sie wahrnimmt, werden sie auch beachtet.
Bis zur „großen Saison“ bleibt noch etwas Zeit. Bis dahin können Sie noch ein bisschen üben. Möchten Sie mehr darüber wissen? Dann lesen Sie ab Freitag: „Mein großer Auftritt“ – wie Sie sich in Zukunft effektiver darstellen und dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommen können.
Ein Vorgeschmack bei FlirtXpert.
Montag, 5. Januar 2009
Singlebörsentester haben es schwer: Sie müssen sich nicht nur dich tausende von Profilen wühlen, Recherchen durchführen und die Daten bewerten – sie sind auch permanent der Kritik ausgesetzt.
Da lesen wir jetzt beispielsweise in einer Pressemitteilung:
„ Bei Partnersuche-mit-Herz … können Singles ohne sich von einem Singlevergleich-Portal „belehren“ zu lassen, direkt auf die Anbieter-Seiten zugreifen.“
Ei hoppla, da wird die Arbeit der Singlebörsentester also als „Belehrung“ abgetan? Nach meiner bisherigen Auffassung dienen diese Tests überwiegend dem Partnersuchenden, denn allein aufgrund der Werbung kann sich kaum jemand ein Bild von der Qualität einer Singlebörse machen.
Auf der Webseite des Betreibers geht es dann so weiter:
„ Die besten Ratschläge, Tipps und Hinweise für Singles bekommen Sie direkt bei den Singlebörsen – siehe Elite-Partner, Gleichklang oder Parship, um nur ein paar wenige zu nennen. Diese Informationsquellen werden von den Betreibern der Singlebörsenvergleich-Seiten ebenfalls angezapft.“
Ja – so haben wir die Sache hier bei Liebepur eigentlich noch nie gesehen – und würden gerne mal dies loswerden: Die mit einer Kennung verlinkten Seiten „Elite-Partner“ und „Parship“ sind keine Singlebörsen. Aber das nur ganz nebenbei.
Ihr Buch „finde-mich-sofort.de“ sei mit leichter Hand geschrieben, lässt das „Theaterschiff Potsdam“ über einen Pressedienst verkünden. Nein, diesem Satz habe ich nichts entgegenzusetzen, dem übrigen Geblubber aber schon:
„Sehr offen. Witzig und zeitweise spannend. Offenbar tief ehrlich und relativ frontal erotisch. Mit wachen Sinnen kann man bei der Lektüre mehr über Frauen und Männer in den „mittleren Jahren“, die Beziehungsanbahnung an sich und eben auch die Bandbreite der Suche auf den Internetplattformen lernen, als sonst wo.“
Dem setzen wir hier seitens der Liebepur mal entgegen, dass wir durchaus Humor haben – aber es amüsiert uns nicht sonderlich, wenn derartige Bücher als etwas anderes als Unterhaltungsliteratur für Kicherfrauen verkauft werden. Wenn das die „Bandbreite der Suche auf den Internetplattformen“ sein sollte, dann haben wir uns eben allesamt geirrt – bis auf Frau Meissner. Und das halten wir nun doch nicht für sehr wahrscheinlich, bei allem Respekt vor dem Erfolg, den wie Frau Meissner gönnen, wenn sie „mit leichter Hand“ schreibt.
Uns viel zuvor bereits dies auf.
 She hopes that her experiment will end at the altar – but first she installed a social experiment. Neenah Pickett, a 42-year-old media consultant, is taking her New Years resolution to find love to the World Wide Web with an innovative and unique strategy that she has devised with the help of friends and family. On January 1, she launched 52Weeks2FindHim.com.
So what exactly does the 42-year old media designer do? In a press release, sehr said the following about her and her project:
(The side is) … designed with a number of features to help potential beaus get to know the dynamic woman behind the web page and to give other women a chance to sound off on the experiment and offer helpful suggestions and advice. Web visitors, both male and female, can learn more about Pickett in a series of blogs and ongoing videos featuring her and her friends, as well as people with interesting love and marriage stories. If interested, men can upload a public profile on the website to be considered for a date with her. Visitors can also leave their feedback on the discussion board, and offer advice, constructive criticism and even anecdotes about their own dating experiences.
Over the course of the project, Pickett hopes that 52Weeks2FindHim.com will become a thriving online community of suitors and supporters. The site will feature input and challenges from several of Neenah’s friends, selected to help guide her on her journey and screen the men who complete profiles on the site.
“When I first came up with the idea, I thought my family and friends would think it was crazy, but they’ve actually been really supportive and excited which has helped to propel me forward with the project,” said Pickett. “Hopefully within the 52 weeks I will meet someone that feels as strongly about me as I feel about them, and that I can potentially spend the rest of my life with.”
Get more Information from her website or her blog. I read it first in “ The Real Cougar Women.
Wer die Strategie von David d’Angelo und anderen Abschleppkünstlern kennt, dem wird seltsam bekannt vorkommen, was in dieser Pressemitteilung steht: Alles, was man selber bereits kennt, ist erfolglos, nur die geheimen Kenntnisse des Autors versprechen den Erfolg.
Auch die Flirtregeln wirken wie die Verkaufsformel „AIDA“ – oder eben entsprechende US-amerikanische Äquivalente.
Neu ist daran eigentlich nur, dass als Ziele des Anbaggerns nunmehr soziale Netzwerke genannt werden, und zwar diese: StudieVZ, MySpace und Lokalisten. XING war nicht dabei, wie ich mit Genugtuung zur Kenntnis nehme.
An Presseformulierungen kann man oft erkennen, wo wir kulturell stehen: „Abseits der gängigen Online-Dating-Maschinen“ heißt der Satz, der einerseits Normalität ausdrückt und andererseits eine gewisse Verachtung enthält: Online-Dating ist offenbar die Norm („gängig“), die „Maschine“ das Wort, das die Verachtung ergänzt – kein Mensch will Teil einer Maschinerie sein.
Dennoch hören wir die Meldung mit Wohlgefallen: Ein Volkshochschule gibt einen Kurs für Flirt und Lebensfreude. Dozent ist der Buchautor Torsten Reters, dessen 2004 erschienenes Buch „ Wie unsere Liebe gelingt?“ bislang eher einen bescheidenen Rang bei der Beziehungsliteratur einnahm.
Kaum etwas empört deutsche Menschen mehr als das Chamäleon-Prinzip: Immer die Farbe der Umgebung annehmend, überlebt das Chamäleon gut getarnt und dennoch jagdbereit.
Ich sehe schon die dicken Backen, aus denen Worte herausquellen wie Blubberblasen. „Ich kann mich doch nicht selbst aufgeben“.
Wieso? Verlangt denn das jemand? Das Chamäleon nimmt die Farbe der Umgebung an, um möglichst unerkannt zu jagen – aber es bleibt dabei mit jeder Faser seines Körpers ein Chamäleon – und wird nichts anderes.
Die neue deutsche Dummheit, sich auf keinen Fall seinen Mitmenschen anpassen zu wollen, trifft die Partnersuchenden oft besonders hart. Sie denken, dass sie ihre Persönlichkeit verlieren, wenn sie den Anpassungsprozess einleiten – dabei steht gar nicht fest, ob die Teile, die dabei weggelassen werden müssen, wirklich zur Persönlichkeit gehören oder nur angezogen wurden wie ein schlecht sitzendes Kleid. Das Brimborium, das insbesondere Frauen um Persönlichkeitswerte machen, die sie gar nicht wirklich besitzen, ist erschreckend. Es ist oft ein nur Kartenhaus, das der Wind der Beziehungen im Nu wegbläst.
Vom Chamäleon können wir aber noch mehr lernen: Ruhig bleiben, die Augen nach allen Seiten offen halten, den Blick drehen und wenden, und im geeigneten Moment blitzschnell mit der Zunge unsere „Beute“ an Land zu ziehen.
Tacheles: Schmeißen Sie den Teil der Persönlichkeit über Bord, den sie wie ein Kleid tragen – und bauen Sie ihre Persönlichkeitswerte unter der Haut neu auf. Und dann passen sie sich der jeweiligen Umgebung an – so gelingt dann auch die Partnersuche.
Sonntag, 4. Januar 2009
Wenn Paare beim Blind Date vor laufender Kamera beobachtet werden sollen und man anschließend noch eine Analyse von einer namhaften Beraterin verspricht – dann hat man sich als Sender viel vorgenommen.
Spiegel TV (oder jedenfalls der Sender, von dem das Material gekauft wurde) hat in diesem Punkt völlig versagt: das Material war öde, weil eines von vornherein klar war: Beide Paare hatten keine Gemeinsamkeiten - und unter europäischen Voraussetzungen und ohne Kameras hätten sie sich schon sehr bald gesagt: „Nein, danke“.
Warum die Sendung ausgerechnet so durchgezogen wurde, wie sie über den Sender kam, wird wohl das Geheimnis des Produzenten bleiben, denn noch schlechter hätte man es kaum machen können: Treffen in absolut leeren Restaurants, US-amerikanische Rituale – und alles durchziehen, weil die Kameras eben dastanden. Bei beiden Paaren wurden die Abneigungen dennoch so deutlich, dass sie selbst ein Laie ohne Brille erkennen konnte: Beide Paarungen passten wie der Fisch aufs Fahrrad – und die Beraterin erwies sich als ziemlich überflüssig: Sie beriet anhand einer Grenzsituation: Menschen, die sich weder mögen noch zueinanderpassen, sollen vor laufender Kamera einen erfolgreichen Dialog führen. Das konnte eigentlich nur schief gehen – mit oder ohne Psychologie.
Gewünscht hätten wir uns wirkliche Einblicke in Blind Dates und in das Verhalten der Personen – doch alles blieb US-typisch: Plakativ, leicht zu verdauen und simpel – und wenigstens ich fühlte mich ein bisschen an „Bauer sucht Frau“ erinnert.
Drei Teile hatte die Sendung, die gestern auf VOX lief: Der Erste wurde hier beschrieben, der Ditte war ein ebenso plakativer Wissenschaftsaufguss ohne nennenswerten Informationsgehalt – und nur der Mittelteil reizte wenigstens zum Lächeln – in ihm wurde ein kuppelnder Taxifahrer gezeigt.
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Wissenschaftler kommen umso häufiger in die Zeitungen, je mehr sie populäre Themen aufgreifen.
Diesmal waren es Soziologen der schottischen Heriot-Watt University in Edinburgh, die behaupteten, dass verfilmte Liebeschnulzen (“romantic comedies”) zu hohe Erwartungen an die Liebe erzeugen könnten, die in der Folge zu lebenslangem Versagen in der Liebe und entsprechenden Enttäuschungen führen könnten.
Das kann man nun glauben oder nicht – jedenfalls verbiss sich die britische Presse heftig in das Thema und brachte damit eine Diskussion zustande, die sich um des Kaisers Bart dreht – endlich mal wieder ein Thema, bei dem jeder mitreden kann. Hier ein Kommentar dazu.
Nun kann kein Zweifel daran bestehen, dass in Schlagern, Liebesfilmen und insbesondere Seifenopern im Fernsehen schiefe Menschenbilder vermittelt werden. Ich selbst sehe sie genau so kritisch, doch bereits meine Frau wiegelt ab: „Das sind eben Märchen für Erwachsene“, pflegt sie zu sagen und dann sagt sie etwas Wahres über mich: „Du beschäftigst dich viel zu sehr mit den Inhalten“.
Interessant ist, dass die „romantischen“ Liebegeschichten ja bereits früher (etwa um 1900) in den Periodika der damaligen Zeit Furore machten – von den Liebesromanen, die in Groschenheftform kursieren, einmal ganz abgesehen. Menschen wollen offenbar Illusionen, und es gibt Schriftsteller, die sie erzeugen können – kein schlechter Handel. Wer glaubt, dass Aschenbrödel (Cinderella) seinen Prinzen bekommt, ist ohnehin selber schuld – aber es wäre kein Grund, Mädchen das Märchen zu entziehen.
Schleierhaft ist mir, warum Mark Brooks in seiner Kolumne meint, dass ausgerechnet Online-Partnervermittler wie eHarmony beim Prozess emotionaler Fehlleitung rettend wirken können. Ich sehe jedenfalls nicht, warum bereits gefühlsverwirrte Menschen durch Partnerübereinstimmungstests wieder auf den Tugendweg der Realität gebracht werden können.
Gleichklang hat eine neue Werbeidee: Man stellt den Kunden anonyme Telefonkontakte zur Verfügung, die per Rufumleitung funktionieren, wobei für jeden „Kontakt“ eine neue Telefonnummer erstellt wird. Je nach Erfolg der Telefongespräche können diese anonymen Nummern dann individuell eingestellt oder auch gelöscht werden. Die Kosten betragen laut Anbieter 14 Cent pro Gesprächsminute.
Nach Angaben des Anbieters wird der neue Service bereits „rege“ genutzt.
Ob die neue Idee viele Freunde gewinnt, bleibt abzuwarten, denn die Kontaktaufnahme bei Singlebörsen oder Online-Partnervermittlern erfolgt sinnvollerweise mehrstufig: Je nach Anbieter durch einen schnellen Online-Sofortkontakt, dem eine Mail folgt, das bei Sympathie dann zum Telefonat führt oder nur durch Email und ein Telefonat – und dann muss es bald zum Treffen kommen, sonst ist alles vergebliche Liebesmühe.
Nach meinen Erfahrungen ist der Griff zum Telefon – sei er anonym oder durch Personendaten hinterlegt – der schwierigste Teil der Kontaktaufnahme, weil er zumeist eine Entscheidung nach sich zieht: Treffen oder nicht Treffen. Zudem wissen wir nie, in welcher Verfassung sich der Angerufene gerade befindet – Fingerspitzengefühl ist also angebracht.
Ein wenig Zweifel habe ich auch daran, ob im Zeitalter der Internettelefonie und des Handys Festnetzumleitungen sinnvoll sind.
Interessant an der Pressemitteilung ist, dass hier eine Tatsache, nämlich „telefonischer Austausch ist sinnvoll“ in Verbindung mit der Telefonnummer gleich als „Telefondating“ vermarktet wird, denn neu ist an dem Prinzip nur die anonymisierte Telefonnummer. Dass damit „Standards“ gesetzt werden, wie es in der Pressemitteilung heißt, muss bezweifelt werden.
Ich werde Ihnen in den nächsten Tage etwas mehr über Telefongespräche schreiben - und über einen Selbstversuch, der allerdings schon einige Jahre zurückliegt.
Samstag, 3. Januar 2009
Eines der Hauptprobleme bei unseren Damen und Herren Wissenschaftlern, aber durchaus auch bei einigen Online-Vermittlern, besteht in der Tatsache, dass es keine einheitliche Formel für Paarungen gibt. Wenn dies aufgrund der allgemein bestehenden Arroganz gegenüber Laien- und Kundenwürstchen dennoch behauptet wird, dann zeigt sich nur, auf welchem dünnen Eis sich diese Ignoranten bewegen.
Es gibt allerdings eine einzige Formel, die ebenso wissenschaftlich wie allgemein akzeptiert und stichhaltig ist: Wer in der Nähe ist, wird eher als Partner wahrgenommen. So trifft die Studentin den Studenten, die Sekretärin den Programmierer und die Telefonistin den Logistikfachmann.
Diese Art des Kennenlernens folgt allerdings Bedingungen, die eher für die Menschen unter 30 gelten und unter ihnen auch nur für solche, die halbwegs ortsgebunden sind. Aus dem Raster, wenngleich nicht anhand scharf gezogener Grenzen, fallen also alle, die sich nach und nach auf die 40 zubewegen, die flexiblen Mitarbeiter im globalen Einsatz und solche, die beruflich etwas isoliert sind: Dazu gehören zum Beispiel die Ärzte in freier Praxis sowie viele beratende Berufe – vom Schriftsteller ganz zu schweigen.
Ab 30 und in bestimmten Gruppen galten und gelten also andere Bedingungen, aber auch ab 40 stellt sich wieder ein Wandel ein: Dann sind beispielsweise Kinder seltener ein Thema mehr und die Paare (jedenfalls, wenn sie gleichaltrig sind) beginnen, über den Lebensgenuss nachzudenken.
Das Kennenlernen ist also kein Eintopfgericht, und seine Zubereitung gehört nicht in die Hände der falschen Köche. Im Grunde genommen braucht jeder Mensch seinen eigen Plan zur „Paarung“ – doch wer macht ihn schon? Ich werde mich im Januar einmal ein wenig mit Lebensentwürfen beschäftigen – und wie man sich in ihnen paart. Haben Sie Lust, mitzumachen?
Dann schreiben Sie mir Ihre Vorschläge
Freitag, 2. Januar 2009
 Das neue Jahr bringt auch Marktstrategien hervor, die selbst mir neu sind. Die luxemburgische Phonebitch jedenfalls berichtet aus der Branche, dass einige der Damen inzwischen „zweigleisig fahren“ und wahrsagen und Sex unter einer einzigen Nummer anbieten – ich hoffe, wechselweise und nicht zugleich.
Nachdem die Phonebitch aber nach Marktlücken fragte, bitte schön: Ich könnte da noch „Kontaktaufnahme zu Engeln“ als Alternativbeschäftigung anbieten. Passt ausgezeichnet ins Marketing-Mix, nicht wahr?
Falls sie das Ganze jetzt für eine Satire halten: Es ist eine, die das Leben schreibt. Engelskontakte werden nach Google 21.300 Mal im Netz angeboten - zum großen Teil von einschlägigen "Hellseherinnen".
Donnerstag, 1. Januar 2009
Zitat aus einer Pressemitteilung: " Seit 2 Wochen unterstützt www.seitensprung-fremdgehen-kontakte.de alle die ein aufregendes, erotisches Abenteuer oder aber eine passende Singlebörse für die Suche nach einem festen Partner suchen."
Ja, was will uns das wohl sagen? So etwas in der Richtung wie "Leute, guckt mal, wir haben eine Webseite?"
 Auch 2009 werden Menschen den Wunsch haben, zueinanderzufinden - und wie in jedem Jahr werden Gerechte und Ungerechte daran verdienen. Ich nehme mit Freude zur Kenntnis, dass eines der Probleme von 2008 endlich angegangen wurde: Verschiedene der Abzockerei verdächtigte Personen haben endlich Besuch vom Staatsanwalt bekommen. Dennoch werden wir leider ins Jahr 2009 herübernehmen, dass Abzocker, Schelme und ein paar Glücksritter uns weiter an der Nase herumführen wollen. Schuld daran ist nicht nur die Leichtgläubigkeit meiner Mitmenschen, sondern ein Rechtssystem, indem man als Kritiker leicht mundtot gemacht werden kann. Dennoch prognostiziere ich: Die Abzockerei wird stärker aufgegriffen werden, wenn die Prozesse beginnen – und es wird noch mehr von den Hintergründen an die Öffentlichkeit dringen – und das ist ein Gewinn für die Menschen.
Kostenlose Dienste
Eine Frage kann ich nicht beantworten: wie die Wirtschaft aussehen wird. Steigt die Zuversicht in die Wirtschaft, so nimmt das Interesse an Partner ab, sinkt die Zuversicht, so rückt man einander näher. Bei Wirtschaftsflauten steigt das Interesse an „seriösen“ Diensten und Bezahldiensten – und gleichzeitig fallen die Werbeeinnahmen. Nehmen wir einmal an, alles bleibt, wie es ist – selbst dann haben kostenlose Dienste immer weniger Chancen. Der ernsthaft Partnersuchende will eine gewisse Seriosität, und dies ist – bei allem Respekt vor den Innovationen im Bereich der Sicherheit bei den werbefinanzierten Diensten - am besten durch ein hohes Eintrittsgeld gewährleistet. Bezahldienste werden also die Nase vorn haben – und auch behalten. Prognose für kostenlose Dienste: Die etablierten Unternehmen werden nicht untergehen, aber nicht mehr viel investieren können – und Neugründungen sind zwecklos.
Neugründungen und Start-Ups
Was fehlt, sind innovative Ideen. Der zweitausendste Start-up, der mit genau dem gleichen Gedöns kommt wie seine 1999 Vorgänger, hat kaum Chancen, auch wenn man angeblich noch eine „tolle Nische“ entdeckt hat. Merke: Die Nischen sind längst überfüllt – und wer keine Ahnung vom Markt hat, lässt lieber ganz die Finger davon. Meine Prognose: Viele Start-ups werden aufgeben müssen.
Web 2.0
Web 2.0 wurde schon mehrfach totgesagt, aber 2009 wird ein Jahr der Wahrheit – weil die meisten Dienste auf Pump finanziert sind, müssen sie entweder Geld machen oder aber irgendwie abgestoßen werden. Die meisten der Dienste sind viel zu klein, um zu überleben. Interessant ist, dass man schon 2008 den Mund nicht mehr so voll nahm wie zuvor. Immerhin wollte man Anfangs 2008 noch die Singlebörsen mit dem „Billige-Jakob-Prinzip“ vom Markt verdrängen. Schief gegangen – und ich sage mal: Das war voraussehbar.
Singlebörsen
Die Prognosen für bestehende Singlebörsen sind weiterhin gut – nur werden sich 2009 immer mehr Dienste etablieren, die auch ein „Mehrwert-Programm“ in Richtung „wir helfen Ihnen über die Hürden“ anbieten. Ein Teil dieses Programms sind Übereinstimmungstests - meine persönliche Meinung über die „Wissenschaftlichkeit“ muss ich dabei völlig zurückstellen: Partnersuchende wollen ein Vehikel, das sie darin bestärkt, die Richtige oder den Richtigen gefunden zu haben. Eines davon ist der Partnerübereinstimmungstest – aber auch das Coaching könnet eine Zukunft haben.
Online-Vermittler
Manchmal ist es ganz gut, dass die Kunden der Online-Partnervermittler nicht wissen, wie das Räderwerk im Inneren der Partnerübereinstimmungstests funktioniert – sie wollen einfach glauben, dass der Computer mit dem dahinterliegenden Expertenwissen schon den richtigen Partner zuweist. Allerdings wollen sie auch die Spielräume gestalten können, und deswegen haben Anbieter mit frischen, modernen Ideen eine Chance. Die etablierten leben im Moment davon, dass die Werbung der mit ihnen verschwisterten Presserzeugnisse schon die Kunden ins Haus bringen wird – aber die neuen Anbieter erschließen ganz neue Kundenkreise. Das könnte funktionieren.
Casual und Sexdating
Der Markt des „Casual Dating“ beruht darauf, dass viele Menschen Wünsche haben, die sie möglicherweise auch erfüllt bekommen – aber im Getriebe dieses Marktes ist eine Menge Sand, denn nach wie vor stimmen Angebot und Nachfrage nicht überein, und dies nicht nur nach der Verteilung der Geschlechter, sondern auch nach unterschiedlichen Bedürfnissen. Generell ist der Markt unübersichtlich und wird von Glücksrittern unterhöhlt, sodass es ganz schwierig ist, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Prognose: Der Markt wächst, aber das bedeutet nicht, dass jeder eine Chance am Markt hat. So merkwürdig es klingt: Seriosität ist dort am gefragtesten, wo es "so ganz seriös" eigentlich nicht zugeht, daher die Prognose: Verdienen werden zunächst viele Anbieter - bleiben werden aber nur wenige, die eine genau "Eingangskontrolle" durchführen.
Speed-Dating Online/Offline
Speeddating ist – online wie offline ein Spiel mit den Möglichkeiten. Es kann sein, dass man wirklich sucht, aber auch, dass das Spiel der eigentliche Sinn ist und der Erfolg eher Nebensache – das kann bei Onlinediensten durchaus vermutet werden. Meine Prognose: Der Boom ist vorbei. Aber es wird die Dienste weiterhin geben. Einige der Dienste müssen 2009 dringend Geld verdienen – man wird sehen, ob sie das schaffen. Ich glaube nicht, dass dies bei allen Anbietern der Fall sein wird. Von Neugründungen auf diesem Gebiet ist wahrhaftig abzuraten – keine Chance auf einem Markt, auf dem höchsten zwei bis drei Anbieter Platz haben – und das auch nur bei anhaltendem Interesse sehr junger Leute.
Last, not least: wissenschaftsbasierte Dienste
Nach Insiderinformationen ist die Sache 2008 nicht gut angelaufen: Alle Dienste, die sehr viel Wert Wissenschaftlichkeit gelegt haben, müssen neu nachdenken, weil ihnen der Markt oder das Publikumsinteresse fehlt. Insbesondere die biologische Nicht-Übereinstimmung per (DNA-Analyse) hatte sich wohl größere Erfolge gewünscht – und Partnerschaftsgutachten scheinen auch nicht sehr gefragt zu sein. Was hingegen gewünscht wird: ein Sieb zum Vorprüfen von Eigenschaften, das sich möglichst noch parametrisieren lässt.
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