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Erfolgssysteme bei der Partnersuche – was hilft?

Erfolg bei der Parntersuche - in letzter Minute vereitelt?

Erfolg bei der Parntersuche – in letzter Minute vereitelt?

Erfolgssystem, auch Erfolgsmethoden genannt, waren vor allem in den 1920er Jahren und den 1950er/1960er Jahren ein wahrer Renner. In Deutschland ist hier besonders Gustav Großmann zu nennen, der „Vater der Erfolgsmethoden“. Großmanns System hatte – praktisch im Gegensatz zu allen Nachfolgesystemen – einen wesentlichen Vorteil: Es galt für den privaten wie für den geschäftlichen Erfolg.

Seither sind „Erfolgsmethoden“ für den privaten Bereich so gut wie verschwunden, weil bei Unternehmen viel mehr Geld damit zu verdienen ist. Die Zielgruppen sind zumeist das ständige unter Leistungsdruck stehende Verkaufspersonal und das ebenso beständig frustrierte Management. Die meisten der heutigen „Gurus“ der Branche wenden sich also nicht mehr an private Interessenten.

Eigentlich schade, denn zumindest Teile der alten und neuen Erfolgsysteme würden sich durchaus dazu eignen, das private Leben zu erleichtern oder sogar zu verändern. Fragt sich also:

„Gibt es Erfolgsmethoden für die Partnersuche“?

Wer jetzt an sogenannte Flachleger-Literatur (PUA-Ratgeber) denkt, sollte woanders weiterlesen. Der normale Partnersuchende führt keinen Krieg, um Frauen zu „erobern“ und sie anschleißend auf dem Schlachtfeld zurückzulassen. Bei der Partnersuche geht es gar nicht um „Frauen verführen“, oder „Männer einspinnen“, sondern um viel mehr: Sein Leben zu verändern, indem man einen Partner / eine Partnerin findet. Ich versuche, Ihnen das noch einmal zu verdeutlichen:

1. Alle Erfolgsmethoden der PUAs, wie sie in Büchern stehen, eignen sich möglicherweise dafür, „Frauen aufzureißen“. Das heißt, sie führen den jungen Mann auf den Weg vom Ansprechen bis zum vollzogenen Geschlechtsakt. Ob die Frau ins eigene Leben passt oder nicht, ist den PUA-Lehrern egal.
2. Je extremer die Methode, umso mehr wird die Frau zum „Bumsobjekt“, das heißt, sie wird völlig entmenschlicht. Ob dies unmoralisch ist oder nicht – es führt nicht zu einer Beziehung.
3. Wer Beziehungen sucht, muss eine Vorstellung von der Zukunft haben, denn „in ihr wird man gemeinsam leben“.
4. Eine erfolgreiche Partnersuche setzt eine „innere Klärung voraus, welche Lebensweisen möglich sind und welche Personen infrage kommen.
5. Für Frauen stehen überhaupt keine adäquaten Methoden zur Verfügung – jede Frau ist auf sich selbst angewiesen, sowohl bei der „schnellen Partnersuche“ wie auch bei Beziehungen.
Am Ende stellen wir also ernüchtert fest: Für Männer gibt es keine Erfolgsysteme für die ernsthafte Partnersuche, und für Frauen gibt es gar keine zeitgemäßen Rezepturen.

Der Erfolg hängt nicht vorrangig an der Methode

Die Basis für den Erfolg liegt nicht, wie viele meinen, ausschließlich in Aus-und Weiterbildung. Er liegt vielmehr in der passionierten Absicht, etwas wirklich zu wollen. Man kann den Erfolg als eine Mischung aus leidenschaftlichem Wollen, Können, Durchhaltevermögen und Glück bezeichnen. Alle Erfolgsmethoden, gleich, wie sie sich nennen, versuchen, sich auf einige wenige, mit Leidenschaft verfolgte Aspekte der Zukunft zu konzentrieren. Dabei gibt es zwei etwas unterschiedliche Methoden:

Der Erfolg ist ohnehin wahrscheinlich, es hapert an den Methoden

An diesem einfachen Punkt setzen nahezu alle Systeme an, die guten wie die schlechten. Das Problem: Im privaten Bereich kann nicht in gleicher Weise geplant werden wie im Geschäftsleben. Dennoch können wir von diesen Methoden eines mitnehmen:

– Ohne Ziele kommen Sie nicht weiter. Ihre primären Lebensziele sollten sie „wir aus der Pistole geschossen“ definieren können, vor allem, wenn Sie unter 30- 40 Jahre alt sind.
– Ohne eine zutreffende Analyse ihrer Möglichkeiten geraten Sie in Gefahr, Zeit mit Kontakten zu verplempern, die für Sie nutzlos sind. Suchen sie dort, wo Sie Chancen haben, dann wird Ihre Partnersuche ganz wesentlich erleichtert.
– Während einer begrenzten Zeit des Tages konzentrieren Sie sich auf nichts anderes als auf Ihr Ziel. Nehmen wir an, es ist die Partnersuche, dann arbeiten sie für eine begrenzte Zeit des Tages an nichts anderem.
Hintergrund Psychologie: Paul Watzlawick hätte diese Methoden „Problemlösungen erster Ordnung“ genannt.

Der Erfolg ist ausgeblieben, Sie erkennen Hemmnisse

Wenn der Erfolg langfristig ausbleibt, Sie also beispielsweise nach einem Monat noch keine Verabredung hatten oder keiner Ihrer Verabredungen Ihren Wünschen entsprach, ist es Zeit, Fragen zu stellen. Wahrscheinlich sind Sie „auf dem Holzweg“. Das kann sehr, sehr viele Gründe haben, die wichtigsten hier in Kürze:

– Sie haben Ihre Situation nie analysiert.
– Sie steckten Ihre Ziele zu hoch.
– Sie sind sich unsicher über das, was sie wirklich möchten.
– Sie fischen im falschen Gewässer oder mit unsinnigen Ködern.

In diesen Fällen hilft nur, die Partnersuche völlig umzukrempeln. Sie benötigend dazu entweder eine neue Selbstanalyse (1), die zu veränderten Zielen führt, oder gute Freunde, die Ihnen dabei behilflich sind. Nütz dies nichts, so ist Beratung möglicherweise sinnvoll, nützt auch diese nichts, so könnte ein Besuch bei einem Gesprächs- oder Verhaltenstherapeuten möglicherweise Klärung bringen.

Hintergrund Psychologie: Paul Watzlawick hätte diese Methoden „Problemlösungen zweiter Ordnung“ genannt.

Ihre Methode?

Die beste Methode ist immer die Methode, mit der gerade Sie Erfolg hatten. Es ist daher im privaten Bereich unsinnig, Erfolgsmethoden anderer zu kopieren. Das ist auch der Grund, warum Sie keine „Methode von der Stange“ nehmen können. Falls Sie sich also jemals für eine (käufliche oder professionell geführte) Methode entscheiden, gleich, ob privat oder geschäftlich, überlegen Sie, ob diese Methode zu Ihnen und zu Ihrem Problem passt.

(1) Gemeint ist keine Selbst-Psychoanalyse, sondern eine Problem- und Chancenanalyse. Stark vereinfacht: „Mit wem will ich in sechs Jahren welches Leben wo führen und was begünstigt oder verhindert diese Chance?“

Hinweis: Teile dieses Artikel erscheinen auch – unter anderen Gesichtspunkten -in „Datingrat“.
Bild: Melange aus einem Kupferstich von Rainoldi und dem Gemälde von Biliverti „Joseph et Madame Putiphar“

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