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Partnersuche gegen Ende 30 – fatale Mischung aus Sehnsucht und Angst?

Angst und Sehnsucht zugleich?  Hat die Psychologie eine Erklärung für Ihr Versagen bei der Partnersuche?

Angst und Sehnsucht zugleich? Hat die Psychologie eine Erklärung für das Versagen bei der Partnersuche?

Brigitte-Autorin Mona Hermsen hat eine neue Erkrankung erfunden: Partnersuche-Burnout. Aber nachdem sie sich die Theorie einer Psychologin zugrunde legte, meinte sie, „zu der Gruppe zu gehören, die Angst bei der Suche hat“.

Sie schreibt zunächst (alle Zitate aus BRIGITTE)

Lange Zeit habe ich geglaubt, dass ich mich neben meinem Vollzeitjob hauptsächlich um das Projekt „Freund finden“ kümmern müsste. Online-Dating, Smartphone-Dating, samstagabends ausgehen, sonntags spazieren gehen mit einem Date und immer und überall die Augen offen halten.

Die Situation, die wir in BRIGITTE lesen, ist nicht untypisch: Egal, wie der Name der Protagonistin im Drama „Partnersuche“ ist – sie ist ohnehin immer austauschbar. Typisch: eigentlich machen Partnersuchende ja nichts falsch, aber dann „analysieren sie in endlosen Gesprächen, was sie falsch machten.“ Es wäre interessant zu wissen, ob die Gespräche nur endlos waren oder ob sie soweit in die Tiefe gingen, dass ein Ergebnis zu erwarten war. Ich vermute eher, dass die nicht der Fall war.

Reden wir doch bitte mal Tacheles: Partnersuche gegen Ende 30 ist die Hölle – für die Frauen, die suchen, ebenso wie für die Männer, die gesucht werden. Diese Frauen suchen zu spät und zu dringlich. Weil sie zu spät suchen, ist das Angebot schwach, und weil sie zu dringlich suchen, werden sie von Männern gemieden, die sich Zeit nehmen wollen. Und: Kaum ein Mann hat Lust, in das Gefühlschaos der Frauen gegen 39 hineinzustoßen. Wenn eine Frau gegen 39 ist und sie genau wüsste, was sie will und was sie entbehren kann, wäre das sicherlich anders. Doch was erleben wir? Mal will sie schnellstens ein Kind, dann wieder glaubt sie, es sei nicht gut, zu früh davon zu reden. Mal glaubt sie, ihre Karriere ruhiger angehen zu können, dann will sie sich wieder voll engagieren. Mal will sie „ganz das Leben genießen“, doch dann will sei wieder ein Projekt leiten. Mal ist sie stolz darauf, Single zu sein, dann holt sie wieder der Frust der Einsamkeit ein.

Und das soll ein Mann mitmachen? Welcher Mann denn, bitte schön?

Das alles müsste nicht so ein. Doch wie könnte man es ändern?

Wer etwas ändern will, muss Änderungen zulassen

Ich will hier gar nicht erst versuchen, einen einzigen Weg zu empfehlen. Sicher ist nur: Wer seinen bisherigen Lebensweg keinen Moment infrage stellen will, hat schlechte Karten für Veränderungen. Und Partnerschaften bedeuten Veränderungen. So simpel ist das.

Da BRIGITTE eine Frauenzeitschrift ist, kann man dort gegenüber den Leserinnen nicht auf diese Weise argumentieren. Eine Psychologin muss her. Sie sagt Kluges, aber sehr, sehr Allgemeines. Ja, es gibt eben Introvertierte und extravertierte, und beide Gruppen strahlen etwas anderes aus. Sie rät, Männer anzulächeln. Und psychologisch heißt dann der Satz, „wollen Sie sich überhaupt verändern oder so weitermachen wie bisher?“ plötzlich so:

Viele Frauen haben zwar eine große Sehnsucht nach einer Beziehung, aber auch Ängste, sich einzulassen. Das nehmen sie oft nicht wahr, weil ihre Sehnsucht in ihren Gedanken mehr Platz einnimmt als ihre Angst. Wer sich aber die Angst eingesteht, kann sich fragen, wodurch sie ausgelöst wird und ob sie wirklich berechtigt ist.

Psychologie als sinnvolle Erklärung?

So kann man es ausdrücken. Psychologisch. Da wird das Phänomen des „Scheuseins“, herbeigeholt, das in unsrem Unterbewusstsein nistet. Gerade hat der Medizinjournalist Jörg Blech (1)kritisiert, dass die angebliche „Angst“ viel zu oft therapiert wird, obgleich sie eigentlich eine sinnvolle innerpsychische Funktion hat. Und überhaupt: Sind Zweifel am Lebensweg, die an Gabelungen entstehen, eigentlich Beweise für die Existenz von unnatürlicher Angst?

(1) Blech, Jürg: Die Psychofalle, Frankfurt 2014.
Bild: nach einer Illustrierten Zeitung, Cover, historisch.

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