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Wie verwandele ich das erste Date in eine Beziehung?

Wir passen doch prima zusammen, nicht wahr?

Wir passen doch prima zusammen, nicht wahr?


„Wie wird aus einem Blind Date eigentlich eine Beziehung?“ Eine verblüffende Frage? Nein, eigentlich nicht. Ein Leser beklagte sich gerade:

Mir ist aufgefallen, dass allgemein zu dem Teil-Thema „Wie kann es nach dem 1. Date zu einer Beziehung kommen“ wenig geschrieben wird, sei es in Blogs, Foren oder Büchern.

Im Grunde ist es relativ einfach, diese Frage zu beantworten:

Aus einem Blind Date wird dann eine Beziehung, wenn sich beide Partner einig sind, eine Beziehung miteinander versuchen zu wollen.

Das klingt recht theoretisch und irgendwie noch nicht ganz befriedigend, denn selbstverständlich fragen sich die Partnersuchenden, die schon einmal „abgeblitzt“ sind: „Was hätte ich anders machen müssen, damit ich zum Erfolg komme?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil sie eine Annahme beinhaltet:

Es müsste doch möglich gewesen sein, durch mein Verhalten auf meinen Partner einzuwirken, eine Beziehung mit mir einzugehen.

Fragen wir uns nun einmal: Ist das wirklich so? Zunächst erscheint es plausibel: Der selbstbewusste Mensch vertraut nicht auf die Wechselfälle des Lebens, sondern versucht, sie zu beeinflussen. Doch dann werden Zweifel laut, denn in nahezu 90 Prozent aller Fälle hätten Ihnen ein anderes Verhalten, eine andere Wortwahl oder die Wahl eines anderen Themas nicht weitergeholfen.

Der Unterlassungsirrtum oder „wenn ich anders gehandelt hätte, wer alles anders geworden“

Es könnte nämlich sein (und ich halte es für wahrscheinlich) dass Sie einem sogenannten „Unterlassungsirrtum“ aufgesessen sind. Wenn der andere (oder häufiger wohl: die andere) sich nicht für Sie interessiert, dann interessiert sie sich nicht für Sie. Sie hätten tun können, was sie wollen – Ihr Gegenüber hätte niemals eine Beziehung zu Ihnen aufgenommen.

Verführungen enthalten keine Argumente für Beziehungen

Nun werden viele von Ihnen einwenden: „Mag ja sein, aber ich habe schon eine Frau in einer Bar angesprochen, die zuerst nichts von mir wollte. Und dann ist sie doch mit mir ins Bett gegangen – wegen meiner tollen Verführungskünste.“

Schon haben wir die Sache bei den Haaren gepackt: Verführungskünstler arbeiten mit klug eingefädelten Überrumpelungen, die den Strategien windiger Haustür- und Telefonverkäufer ähnlich sind.

Der Kater nach der Liebesnacht – der Frust nach dem auf beim „Drücker“

Was geschieht am Tag nach dem Verkauf oder in dem Moment, indem die Frau in seinem Lotterbett aufwacht? Scham, Ärger, Wut? Wenn es ein überschaubarer emotionaler oder finanzieller Verlust ist, steckt ihn die/der Ausgetrickste weg – ist es sein großer, gibt es Ärger mit sich selbst, mit dem Trickser und am Ende möglicherweise noch mit ganz anderen Folgen.

Nehmen wir nun an, Sie wollten etwas Solides erwerben, sagen wir, eine Immobilie oder eine Wohnungseinrichtung. Dann werden Sie suchen, abwägen, sich beraten lassen und sich schließlich für die beste Wahl entscheiden. Je bedeutsamer Ihre Entscheidung ist, umso sorgfältiger wählen Sie also.

Eine „forcierte“ Beziehung ist nichts wert

Zurück zum Blind Date und zum Unterlassungsirrtum. Sie erinnern sich: Bei einem Unterlassungsirrtum hofften Sie, entweder durch kluges Handeln oder durch geschicktes Unterlassen etwas verändern zu können. Fragen Sie sich nun bitte, was es Ihnen eingebracht hätte. Eine Beziehung mit jemandem, der mit Ihnen gar keine Beziehung will?

Ja, kann man denn gar nichts tun?

Was bei Blind Dates gefragt wird, konnte auch von Sportlern oder Bewerbern gefragt werden. Am Ende wird nur einer Olympiasieger oder Finanzchef und nach vielen Dutzend zählende andere, die alle hervorragend geeignet wären, gehen ohne Preis nach Hause, obgleich sie alle Ratschläge befolgt, hart trainiert und sich unglaublich angestrengt haben.

Sie erkennen: Sie werden die Arena, in der Sie ihr Blind Date hatten, kaum als Sieger verlassen. Als Trost kann ich Ihnen sagen, dass ihre Chance ungleich höher ist als bei einem Lottogewinn, einem Olympiasieg oder beim Ergattern einer Spitzenposition in der Wirtschaft. Ihre Siegeschance beim Dating liegt im Mittel bei ein zu sieben – das ist nicht so schlecht, denn Sie gehen ja keinerlei Risiko ein. Erst, wenn Sie bei 25 oder gar 50 Blind Dates noch keinen Erfolg hatten, sollten Sie sich überlegen, was Sie „falsch machen“ – oder besser gesagt: „wie sie sich ändern könnten.“

Übrigens ist es wesentlich sinnvoller, sich eine Strategie für eine Beziehung zu überlegen, wenn Sie ein zweites Date mit ihrer neuen Bekanntschaft haben. Ich denke, dabei gehen Frauen zumeist etwas raffinierter vor als Männer.

Haben Sie wirklich auf konkrete Tipps gehofft? Ihnen kann geholfen werden. Allerdings nicht nach dem Motto: „Sie müssen nur …“ Etwas mehr Mühe sollen sie sich schon geben.

Bild: Ferdinand von Reznicek, gegen 1900, Ausschnitt, Frau nachkoloriert.

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