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Die Woche in Dating: Partnersuche zwischen Wahrheit und Illusion

Diese Woche in Dating habe ich versucht, ein paar Grundsätze der Partnersuche ins rechte Licht zu rücken. Zunächst einmal ging es um den „Markt“. Der ist natürlich „ganz schlecht“ – und darin sind sich denn auch konservative Romantiker und Linkspopulisten einig. Sie alle verkennen, wie Partnersuche funktioniert: über Märkte. Nur wer dort auftaucht, hat auch eine Chance, im Angebot zu sein, und wer dort nicht erscheint, ist auch nicht im Angebot. So einfach kann die Wahrheit sein.

Schnipselphilosophie statt Pragmatismus – wie man sich selbst Illusionen schafft

Wo die Märkte sind, ist allerdings eine Frage, die viel diskutiert wird. Die Süddeutsche Zeitung“ befragte einige Münchner Singles mit einem – kulturell gesehen – absolut verheerenden Ergebnis: Jeder von ihnen klebte sich aus Schnipseln seine eigene Philosophie zusammen, die aus Restbeständen bürgerlicher Romantik, Schicksalsglauben, halbherzigen Empfehlungen und einem guten Schuss Selbstherrlichkeit bestanden. Doch Online-Dating? Das kam nicht in die Tüte. Nicht einmal eine Single-Party: Das sei doch die reinste Fleischbeschau. Gut, gut … jeder ist seines Frustes Schmied.

Dating: Extrawürste für Mütter?

Einen besonderen Markt glauben ja die alleinerziehenden Mütter zu benötigen: Spezial-Singlebörsen für sie erfreuen sich stets der Beachtung – vor allem zum Muttertag. Dabei ist es keinesfalls so, dass Mütter nicht auch beim „gewöhnlichen“ Online-Dating fündig werden könnten – wenn sie wissen, was sie dort eigentlich wollen.

Herausforderung Leben: Partnersuche will gelernt sein

Als weitere Problemgruppe gelten (neben manchen jungen Männern, auf die ich ein andermal eingehe) die Frauen über 40. Typisch für Partnersuchende ist ja ganz generell, dass sie glauben, Naturtalente mit eingebautem Befähigungsdiplom für Partnersuche zu sein – und das mag sogar sinnvoll sein. Allerdings wird es fragwürdig, wenn die Partnersuche nicht funktioniert, und sich selbst infrage zu stellen, ist eine der schwersten Herausforderungen des Lebens. Immerhin – sie ist eine Herausforderung – und es ist durchaus möglich, sich auch mit 40 noch zu verändern. SAch ja, müsste es nicht eigentlich „Partnerwahl statt „Partnbersuche“ heißen? Man kann auch Haare spalten, finden wir.

Natürlich geht es noch weiter … mit Tipps gegen Illusionen …Tipps gegen Illusionen

Übrigens wollen uns ein paar Leute (auch Medien) uns immer wieder erklären, dass Online-Partnersuche ein Spiel mit den Illusionen sei. Ich bin ausführlich darauf eingegangen und gebe neben vielen anderen Hinweisen sieben wichtige Tipps für ein illusionsarmes Herangehen an die Partnersuche. Wer, wie ich, der Wahrheit verpflichtet zu sein glaubt, darf dabei eines nicht übersehen: Die größte Gefahr, einer Illusion zu verfallen, liegt in der Person der/des Suchenden. Glauben Sie etwa, ich wäre nie einer Illusion verfallen? Natürlich bin ich es gelegentlich – allerdings gibt es die Chance, aus diesen Erfahrungen zu lernen – die muss man allerdings auch ergreifen.

Nicht so ganz ernst gemeint war mein Artikel „Wie werde ich Millionärin?“ – er handelt nämlich auch von der Illusion, einen Millionär zu heiraten.

Die „neuen“ am Dating-Markt

Neuankömmling der Dating-Branche in Deutschland nehmen den Mund gerne etwas voll – das tat dieser Tage auch PlentyOfFish mit seiner deutschen Version, mit der Sie angeblich Ihre „Beziehungsbedürfnisse“ erkennen können. Na denn, Werbeaussagen eben.

Ein inländischer Anbieter will angeblich die „erste echte Datingplattform“ entwickelt haben – dort werden keine Personen, sondern Dates angeboten, die man ersteigern kann. Das ist nicht neu – neu ist aber, dass die Erlöse der Auktion an den Betreiber gehen.

Psychologie, Statistiken und Meldungen

Was die Psychologie des Datings angeht, so habe ich mich dort eingeklinkt, wo von „Sympathie auf Anhieb“ die Rede ist – die ist nämlich bei Weitem nicht so positiv zu sehen, wie viele Partnersuchende glauben.

Der Kachelmann-Prozess hat eines gezeigt: Es muss ja toll sein, Männer einzuordnen, abzustempeln und zu entwerten – so klingt es uns jedenfalls aus manchen Presseorganen entgegen, die Stefan Niggemeier scharf aus Korn nimmt (fremdlink). Und die Gutachter? Um Himmels willen – auch das noch. Warum fühle ich mich eigentlich immer an Ronald D. Laings längst vergessenes Buch „Die Stimme der Erfahrung“ erinnert, wenn ich lese, wie man Gefühle seziert, einordnet und abstempelt?

Da hatten wir noch – oh ja, Statistiken. Wenn 46 Prozent der befragten Frauen sagen, sie würden einen Mann heiraten, der „wesentlich“ weniger verdiene als sie selbst, dann macht die Presseabteilung von ElitePartner daraus, „Frauen wollen Partner, der mehr verdient“. Interessant, nicht wahr?

Bei den Pressemitteilungen war ich in dieser Woche „extrem selektiv“, weil ich sie nicht mit Unfug vollmüllen wollte. Mir fiel aber eine auf, in der ein neuer Singlebörsen-Vergleich etwas zu den „Mitgliederzahlen“ – denn angeblich wollte man dort wissen, „wie viele Singles dort angemeldet SIND“ – da müsste die Betreiber schon Hellseher sein oder jemanden aus der Buchhaltung kennen, der sehr gesprächig ist – ich kenne keinen, um Vermutungen vorzubeugen.

Im eher unterhaltenden Teil wende ich mich noch ein klein wenig an die Menschen, die gerne mal Kupplerin (im Edelsinn) werden würden: Ich hoffe, Sie lassen es bleiben, es sei denn, Sie wären eine Naturbegabung.

Das große Magazin mit dem kleinen Budget

Noch ein paar Sätze in eigener Sache: Dies ist ein unabhängiges Dating-Magazin, das davon lebt, gelesen zu werden – und Sie dürfen mir glauben, dass ich bei jedem Tastenanschlag die Partnersuchenden im Auge habe. Vielleicht sollten sich Kritiker einmal überlegen, welches Budget dieses Magazin benötigen würde, wenn wir ausschließlich auf Fremdbeiträge angewiesen würden und für jeden dieser Beiträge auch nur den Billigtarif von sieben Euro zahlen müssten (wir haben gegen 5.300 Beiträge online) – das wären gegen 37.000 Euro plus Betriebskosten, die auch mit jedem Jahr höher werden. Zum Vergleich: Das kalkulatorische Budget für 2011 liegt unter 1.800 Euro, die bereits für die Betriebskosten draufgehen. Also: Es lohnt sich, dieses Magazin wenigstens ideell zu unterstützen – damit erweisen Sie als Leser vielen Menschen einen Dienst.

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