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Warum Dating im Web nicht „frei“ ist

Chris Anderson, Chefredakteur von Wired und offenbar neuerdings der Chefideologe des „freien“ Webs, rechnet uns vor, dass „frei“ demnächst der Superschlager des Webs sein wird: Alles wird frei sein, und das wird so gut sein: Null Dollar sei das Geschäft der Zukunft.

Zyniker könnten sich nun fragen, warum er seine Zeitschrift „Wired“ dann nicht am Kiosk verschenkt, aber wer wird schon den Teufel der Realität an die Wand malen, wo doch Wunschträume so schön sind?

Also – alles wird frei sein. Ist nicht „MySpace“ schon frei, und ist es nicht „Facebook“ auch? Hat man nicht gehört, dass ein gewisser Marc mit der Dating-Seite „Plenty of Fish“ Millionen bei Google scheffelt?

Im Artikel freilich wird klar, dass gewisse Dinge für den Kunden oder Konsumenten frei sind – aber eben nicht wirklich. Keine Webseite wird „frei“ gehostet. Die Werbung für Webseiten ist alles andere als frei, von Zeitschriften- und Plakatwerbung mal ganz abgesehen.Tatsache: Hinter jeder Webseite, die frei ist, steht jemand, der für sie bezahlt. Ein Großteil des Geldes kommt vom Konsumenten selbst, der so blöd ist, dies nicht einmal zu bemerken: Er zahlt die Provisionen, die durch die Web-Werbung entstehen: In Einzelfällen bis zu 30 Prozent des Kaufpreises, was bedeutet: Er könnte seine Produkte billiger kaufen, wenn er sie anderwärts kaufen würde – teils aber eben auch nicht: Denn wir alle zahlen mit den Preisen für die Produkte die Provisionen der Leute mir, für die wir eigentlich gar nicht bezahlen wollen.

Ein anderer Teil kommt von Sponsoren. Sie wollen, dass ihr Name immer wieder im Web erscheint, obwohl sie dort direkt nichts verkaufen. Zwar zahlt dies im Endeffekt auch der Konsument, aber es verteilt sich besser – und das Produkt ist eben nicht billiger dort zu haben, wo keine Monsterprovision fließt.

Dass Datingseiten „frei“ sein können, weil sie, einmal eingerichtet, keine Kosten verursachen, ist ein Märchen: So gut wie alle Seiten verlangen ständig nach Überarbeitung, neuen Formeln und vor allem nach Bereinigung. Dass es hier auch Bezahlseiten nicht immer so genau nehmen, ist bekannt – noch bekannter ist aber, dass freie Seiten Betrügerinnen und Betrüger anziehen wie die Fliegen. Zudem muss der Webseiteninhaber für so gut wie jeden neuen Kunden bezahlen, der auf seien Seite kommt: Bei der Fülle der Angebote hilft nur noch Werbung – und die müssen auch „freie Seiten“ bezahlen: Zwischen einem und drei Euro pro Mitglied kostet heute so etwas.

Alles wird frei sein? Ja, wenn alles keine Qualität mehr hat oder durch Fremdeinfluss manipuliert wird – dann ist alles frei. Chris Anderson hätte vielleicht mal eine amerikanische Klinik, einen Begleitservice oder einen Unternehmensberater fragen sollen, was der Kunde dort „frei“ bekommt. Damit wäre er besser beraten gewesen, als seine Wunschträume niederzuschreiben.

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