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Männer – zwischen Weichei und harter Kante?

Glaubt man Professor Stephan Grünewald, so wissen Deutschland Männer nicht mehr „wie sie auftreten sollen“. Der Grund dafür soll – nach Grünewald – ein immerwährender Rollenkonflikt sein zwischen dem „pflegeleichten Frauenversteher“ und dem „Mann mit der harten Kante“. Die Namen sollen nicht sonderlich ernst genommen werden: Auf der einen Seite steht der Mann, der vor allem verstehen will, was in seiner Familie und mit ihm selbst gerade „los ist“, und der sich nötigenfalls auch wechselnden Situationen anpasst. Auf der anderen Seite steht der Bestimmer, der selten über sich selbst reflektiert und der glaubt, dass er nur die Richtung weisen muss. Die anderen, so die Idee dieses Männertyps, werden ihm schon folgen.

Nun will Grünewald einen Männertyp ausgemacht haben, der die Körpersprache der Frauen perfekt beherrscht und ihren Wünschen folgt. Die eigenen Wünsche werden dann unterdrückt und „weder artikuliert noch diskutiert.“

Das geht freilich nicht lange gut. Ein Mann dieser Art wird kaum anerkannt – nicht, weil er „zu weich“ oder „zu nachgiebig“ ist, sondern weil er nicht agiert wie ein Erwachsener.

Und damit wäre der neuerlich aufgeflammte Geschlechter- und Rollenkonflikt eigentlich schon entschärft: Es geht nämlich gar nicht um die „Männerrollen“, sonder um die Frage, wie sich ein Erwachsener in einer Zweierbeziehung verhalten sollte. Und das heißt letztlich: standhaft und sicher, aber nachgiebiger und kompromissbereiter, wenn es um das gemeinsame Wohl geht.

Bei der neuen Diskussion scheint es so, als ginge es um Männerrollen oder Frauenrollen – das schafft Leser und passt in eine Zeit, die mehr über Genderprobleme diskutiert als über die gemeinsame Zukunft von Frauen und Männern. Kurz: Es passt in eine Epoche, die künstliche Konflikte schürt, weil man sich damit als Disputant(in) oder Wissenschaftler(in) so herrlich profilieren kann.

Wenn wir das angebliche Thema „Männerrollen“ mal umsetzen auf Frauenrollen: Wer will denn wirklich eine „zweite Mutti“ als Geliebte oder Ehefrau? Und wer will eine 35-jährige Mädchenfrau, die in Männern den Zuckerpapa sieht?

Ich las, dass sich Frauen immer noch beklagen, Männer würden „vieles noch nicht richtig oder mit dem gebührenden Einsatz machen.“ Doch das ist eine Form des Lamentierens, die wir als Männer weder annehmen noch verinnerlichen müssen. Niemand ist des anderen Sklave – und nur einen Sklaven oder einer Sklavin kann man (oder frau) „abrichten“, um alles richtig zu machen. Erwachsen, freie Menschen müssen auch dann Kompromisse eingehen, wenn der Partner sich anders verhält, als man es sich erträumt hat.

Also: Frauen sollten aufhören, sich zu beklagen, und Männer auch. Niemand hat uns für unsere Paarbeziehungen einen Rosengarten ohne Konflikte versprochen.

Quelle der wiedergegebenen Textstellen: „Sonntag“ vom 23/24 März 2019. (Beilage der LVZ)

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