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Die Wahrheit: Partnersuche und Frauen

Die Partnerwahl bei uns Menschen wird von einem historischen Irrtum durchzogen: „Männer bedrängen Frauen, solange, bis sie den Widerstand aufgeben und sich begatten lassen.“ Es ist eine Kombination aus Falschbeobachtungen im Reich der Säugetiere, männlicher Überheblichkeit und weiblicher Furcht.

Die Wahrheit ist ziemlich ernüchternd: Weibliche Säugetiere verlocken zwar, sie wählen aber selber das männliche Tier aus, das sie bespringen darf. Ist der Deckungsakt vollzogen, dann werden sie entweder Bestandteil einer Gruppe oder sie bleiben solo.

Der Säugetierinstinkt ist nicht alles – wie Frauen wählen

Bei Menschen ist die Sache insoweit komplizierter, als sich Menschenfrauen nicht ausschließlich auf den Säugetierinstinkt verlassen. Das hat viele Gründe, die wir in unserer frühen Kultur suchen und finden können. Menschen-Männer entwickelten über die Jahre viele manuelle Fähigkeiten, die sie hervorhoben, und es waren nicht immer (vielleicht gar selten) die „starken Kerle“, sondern nach und nach eben auch die Handwerker, Künstler und Denker. Und Menschen-Frauen haben nach und nach eben auch diese Männer gewählt, sonst wäre die Evolution ganz anders verlaufen.

Als die Kultur versuchte, die Natur zu täuschen

Und es gibt da einen Kultureinwand. Er ist so alt wie das „Alte Testament“, und es sagt, dass überhaupt nur Männer wählen. Einmal, weil der Herrgott das so bestimmt hat und später, weil sie die Macht und die Mittel hatten. In den biblischen „Zehn Geboten“ findet man die entscheidenden Sätze. Die Vorherrschaft des Mannes, die „Vaterrechtliche Gesellschaft“ bestimmet in Wort, Schrift und Fakten, dass Frauen weitgehend rechtlos blieben, und das blieb im „Abendland“ mindestens bis zum Ende des 19. Jahrhunderts so.

Wie die heutige Frau sich entscheidet – nicht wie eine Steinzeitfrau

Erst die freie und offene Gesellschaft des späten 20. Jahrhunderts legte wieder offen, wer eigentlich die Wahl hat: weibliche Menschen. Und wie die Säugetier-Weibchen legen sie Spuren, denen die Männer folgen – und entscheiden dann, wofür sich der Mann eignet. Und sollte dies mit den eignen Wünschen übereinstimmen, dann darf er entweder ins Bett oder an Tisch und Bett.

Ein paar eifrige Wissenschaftler haben dies zu Anfang des 21. Jahrhunderts erforscht und sind vorschnell zum Ergebnis gekommen, dass sich die Jetztzeitfrauen bei der Partnerwahl wie die Steinzeitfrauen benehmen. Es war eine der dümmsten und voreiligsten Schlüsse der Forschung – gleichwohl wurde sie überall verbreitet.

Die Wahl ist schwer für denjenigen, der sie hat

In Wahrheit ist die Partnerwahl ein relativ komplizierter Auswahlprozess, in dem sich Rest-Instinkte, Emotionen und rationale Gedanken treffen. Zusätzlich werden während dieses Prozesses noch mathematische, logische und ökonomische Kriterien verwendet.

Das lässt sich mal stark vereinfacht so sagen:

Ein Wust von Instinkten, Wünschen und Hoffnungen trifft auf die Möglichkeiten. Die können norm vielfältig, etwas begrenzt oder stark eingeschränkt sein. Mit anderen Worten, und auf die Partnersuche bezogen:

– Du kannst aus 64 Kandidaten auswählen. Das ist schwierig, weil die Vielfalt auch verwirrend ist – und du kannst in angemessener Zeit nicht alle 64 treffen. Prognose: Entweder du nimmst am Ende irgendeinen (meist einen der zuletzt getroffenen) oder du gibst auf.
– Du kannst aus acht Kandidaten auswählen. Das ist möglich, überschaubar und emotional erträglich. Prognose: Du wirst einige der acht Kandidaten treffen und damit aufhören, wenn du glaubst, dass es passt – oder weitersuchen.
– Es gibt für dich leider nur zwei Kandidaten. Das ist möglicherweise frustrierend, weil du zwar die Wahl, aber keine Auswahl hast. Du kannst also nur entweder den einen, den anderen oder keinen von beiden nehmen.

So, und nun mach bitte etwas daraus. Ich schlage mal vor, es mit zwischen fünf und acht Kandidaten zu versuchen, solange diese Anzahl überhaupt verfügbar ist. Wenn da keiner dabei ist – nun, dann musst du nachdenken.

Ich hoffe, dieser Artikel erklärt, warum Frauen die Wahl haben und warum die Wahl so schwierig ist. Ich komme bald auf die Folgen dieser Konstellationen für alle, die einen Partner oder eine Partnerin suchen. Und falls ihr auf meinen Artikel über die Wahrheiten und Lügen über Dates wartet – kommt noch diese Woche.

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