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Verliebtsein

Verliebtsein ist nicht Liebe – na fein. Wer den exakten Unterschied nach sechs Wochen erkennen oder erspüren kann, muss ein psychischer Mutant sein. Was auch heißt: Normale Menschen können das nicht. Es geht „psychisch“ nicht, biochemisch nicht und zeitlich schon gar nicht.

Was wieder heißt: Jeder Zeitungsartikel, den du darüber liest, wann es „wahre Liebe“ ist, gehört in den Papierkorb.

Verliebtheit ist eine absolut gewollte Illusion der Natur. Wann und wie sie entsteht, wissen wir nicht genau. Männerärzte (Urologen) sagen uns, es geschähe, wenn wir eine Frau optisch attraktiv fänden. Ob die Begierde dann groß genug ist und die Frau tatsächlich „Paarungsbereitschaft“ zeigt, ist ungewiss. Aber funktionieren kann es auf diese Art. Zunächst hat dieser Vorgang gar nichts, aber auch überhaupt nichts mit Liebe zu tun. Ob daraus Liebe wird, entscheidet sich nach einiger Zeit – falls wir solange warten wollen.

Angebliche Irrtümer über das Verliebtsein

Gibt es „Irrtümer“ über das Verliebtsein? Kann Freundschaft in Verliebtsein gewandelt werden? Ist es falsch, mit jemandem zusammenzugehen, weil du „nicht allein sein“ willst? Kann Nähe Liebe auslösen? Bringt uns Sex der Liebe näher?

Warum zweifelst du dran, das Richtige zu tun?

Warum fragt ihr eigentlich so etwas? Warum beantworten Frauenzeitschriften, Briefkastentanten und Foren dazu Fragen?

Es ist ganz einfach: Wenn du nicht „auf einen Schlag“ dem Verliebtsein verfällst, kannst du trotzdem mit jemandem ausgehen und dich nach und nach und nach in ihn verlieben. Du kannst ihn auch erst vögeln und dich dann in ihn verlieben. Es gibt weder Grenzen noch Vorschriften, wie du dich in der Liebe oder bei deinen sinnlichen Gelüsten verhältst, solange du damit niemandem schadest.

Nicht empfehlenswert ist, einen langjährigen „besten Freund“ zum Lover zu machen. Normalerweise leidet dann die Freundschaft (was meist sehr schade ist). Jeden anderen Freund, Kollegen oder Mistreiter kannst du hingegen einladen, um miteinander die „Chemie“ zu überprüfen.

Einfach eintauchen in die Verliebtheit

Wer sich nie „bis über beide Ohren“ verliebt hat, weiß nicht, wie es ist, verliebt zu sein. Es ist ein herrliches Gefühl, auch dann, wenn es manchmal schnell wieder abflaut. Warum sollten wir es nicht „mitnehmen“, so oft es uns möglich ist?

Falls ich jetzt höre: „Weil ich den Schmerz nicht ertragen kann, wenn es vorüber ist“ sage ich: „Lerne, mit dem Schmerz umzugehen – er gehört zum Verliebtsein wie die höchste Wollust.“ Sollte ich hingegen hören: „Aber dann habe ich doch schon so viel Gefühle investiert“, dann denk bitte drüber nach, wieso du deine Gefühle „investieren“ musst und nicht einfach genießen kannst.

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