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Von wegen Aufklärung: Hokuspokus wird wieder modern

In Zeiten der Unsicherheit, aber auch als Kontrapunkt zu Naturwissenschaften, Aufklärung, Vernunft und Logik setzen, kommt der Aberglaube und jede andere Art von Hokuspokus wieder in Mode.

Das mag alles gut für jene sein, die ohnehin glauben, dass Eigenverantwortung für sie eher nebensächlich ist. Doch nun wird behauptet, dass vor allem Hetero-Männer „Astrologie hassen“ würden. Der Gegenpol, also Frauen und sogenannte LGBTQ-Leute, würden hingegen die Astrologie lieben – und es würden immer mehr. Belegt wird dies mit Umsatzzahlen von Esoterikliteratur und den Zugriffszahlen auf Horoskope.

In Zahlen: In den USA sollen nach einer Studie von 2017 etwa 20 Prozent der Männer an Astrologie „glauben“ – im Vergleich zu 37 Prozent der Frauen. In anderen westlichen Ländern soll es ähnlich sein.

So weit, so gut – doch warum „hassen“ die „männlichen Heteros“ denn nun Astrologie?

Statt einer plausibler Erklärungen erfahren wie den üblichen Bullshit: Frauen seien mehr mit den „Naturkräften“ verbunden (Astrologie mag alles mögliche sein, aber sie erklärt keine „Naturkräfte“). Außerdem werden zahlreiche Einzelmeinungen vorgestellt, die ohne jede Relevanz sind. Doch dann scheint der Autorin von VICE noch etwas eingefallen zu sein: Die Astrologie umarmt euch, Frauen und Homosexuelle, denn

Frauen und queere (1) Menschen fühlen sich von der Astrologie angezogen, weil sie Gemeinschaft und Zuflucht bietet … (in einer Zeit) können, in der die Bedeutung der Religion zurückgegangen ist. In einem heterosexuellen Patriarchat finden Cis-Het-Männer(2) vermutlich weniger Zuflucht.

Es ist bedauerlich, dass im (hoffentlich noch bestehenden) Zeitalter der Aufklärung einerseits der Hokuspokus aka Esoterik aka Astrologie verherrlicht wird. Andererseits beinhaltet es eine rotzfreche Behauptung, dass sich sowohl Frauen wie auch Nicht-Heteros in den Aberglauben flüchten müssten, weil der Glaube ihnen keinen Rückhalt böte.

Rückhalt bietet das eigene Selbstvertrauen, die engere soziale Umgebung, das erweiterte soziale Umfeld – und erst dann die Lebensauffassung, Einstufung, Religion oder Esoterik,

Was ich viel mehr fürchte: Wenn sich gegen 40 Prozent der Frauen tatsächlich esoterischen Sand in die Augen streuen lassen – wie gefährdet sind diese Frauen dann politisch?

Was wir eigentlich alle tun müssen: In der Realität Aufklärung betreiben – und die Esoterik in die Literatur verbannen.

1) Queer – alles, die nicht heterosexuell sind.
(2) Cis Het – Wortkombination aus CIS (auf der Seite von …) – bedeutet aber eher mit der Hetero-Masse gehend, und het (sich auf etwas beziehen). Im Grund eine heterosexuelle Person. Das Wort ist eine Erfindung der LGBTQ-Leute, die es als erdachtes Gegenteil von „Transgender“ benutzen.

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