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Das untertänige Weib – angeblich noch populär?

Schauen wir mal zurück: Das Weib Nummer eines wurde nach der Genesis „zu Gottes Ebenbild“ geschaffen. Warum Adam dann allein war, erklärt eine Legende: Adams erste Frau soll demnach Lilith gewesen sein, und die wollte Herrschen (und beim Sex oben liegen). Das jedoch entsprach nicht den orientalischen Sitten und also wurde mal schnell nachgebessert. Also Lilith (wenn sie es denn war) verschwand mal husch, husch ins Dämonenreich und Adam (jetzt lesen wir wieder die Genesis) guckt mal durch die Röhre – denn da war eigentlich gar nix, außer dem Paradies. Der Rest dürfte bekannt sein: die Sache mit der Rippe. Danach hätte Adam wieder fröhlich oben liegen können, aber da war ja noch die Sache mit der Schlange. Und seither verkündet die Kirche die Erbsünde und Tomaten heißen in Österreich Paradeiser.

Das Weib muckte einst auf – die Frau heute sitzt am Drücker

Das Weib muckte freilich öfter auf. Im Alten Testament und auch im Neuen und sogar im Mittelalter. Im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert – und nach wie vor hören wir: Die Welt ist erst perfekt, wenn Frauen und Männer sich absolut gleich verhalten. Oder, natürlich noch besser, wenn die Frauen endlich mal an allen Drückern säßen.

Ach, und wäre da nicht die Sache mit dem Sex – dann könnte man ja glauben, sie säßen bereits an allen Drückern. Außer in den Vorständen von Aktiengesellschaften, in der CSU, in der katholischen Kirche und bei einigen anderen miesen Strukturen, die nicht mehr in die Zeit passen. Und sie haben die Datenverarbeitung noch nicht völlig erobert, obwohl viele Frauen Talent dazu hätten. Doch daran hätte sie niemand gehindert.

Die Frau macht beim Sex alles mit, ohne es zu wollen?

Also – was bleibt? Der Sex. Und gerade da beklagt sich nun einer Dame, dass die Frauen so untertänig seien. Ja, sie würden sogar fordern,, dass Männer (man höre, Männer!) auf ihre animalische Art den Sexualverkehr an ihnen vollziehen würden. Hört ihr den Ruf der Wildnis? Seht ihr den behaarten Affen, der sich nur zufällig Homo sapiens nennr, wie er das Kulturweib a tergo nimmt?

Und – um des Himmels willen – die Weibchen des Homo sapiens legen sich nicht nur brav in die Ehebetten, sondern experimentieren sogar noch mit ihrer Sexualität.

Und schon geht das Lamento los:

Da kämpfen Frauen Jahrzehnte für die Gleichberechtigung, um sich dann kollektiv in Fantasien darüber zu ergehen, wie sie von einem in jeglicher Hinsicht potenten Mann nicht nur finanziell, sondern auch sexuell dominiert werden?

Na ja, Autorinnen dieser Art übertreiben gerne. Erstens wäre ja die Frage, ob Gleichberechtigung auch ein Thema für die Wahl der privaten Rolle beim Sex ist. Zweitens sind die Fantasien nicht kollektiv, sondern individuell. Und drittens? Drittens müssten „die Frauen“ darüber nicht aus eigenem Antrieb fantasieren, sondern gezwungen werden, um das feministische Mantra wahr werden zu lassen.

Alles, was wir wirklich wissen – verlässliche Zahlen inklusive (1) – verweisen darauf, dass Frauen und Männer mit einer ziemlich geringfügigen Abweichung von der Unterwerfung träumen – nämlich dann, wenn sie frei (oder emanzipiert) sind, sich dazu zu bekennen.

Ach, und da zitieren wir doch noch einmal:

Warum aber bauen sie sich keine echte zeitgenössische Liebesutopie, in der eine superreiche Milf einen devoten Studenten vermöbelt?

Darauf gibt es eine verblüffende Antwort: weil der Romanzyklus, der da in allen Köpfen herumspukt, (Shades of Grey) eine Cinderellageschichte ist, und weil es für männliche Cinderellas (aka Loser) kein Vorbild gibt, das jemand wirklich lieben könnte. Da muss man schon ein wenig trennen zwischen Realität, Fantasie und Fantasterei. Und auch das Bild der Milf passt nicht so recht.

Für die Dame, die einen Herrn zum erotischen Wahn treibt, und ihn recht kräftig peitscht, gibt es zahllose Vorbilder aus dem ausgehenden 19. Und beginnenden 20. Jahrhundert. Wer will und mag, kann dort nachlesen. Ach, halt: Das wäre keine „echt zeitgenössische Liebesutopie“?

Na denn. Fragt sich, ob die „Shades of Grey“ so etwas sind. Man sagt der Trilogie nach, sie sie Mütterchen-Pornografie. Von einer Utopie hörte ich niemals. Und von einem untertänigen, devoten oder oder in anderer Weise freiwillig unterwürfigen Weib der Jetztzeit habe ich schon lange nichts mehr gehört.

(1) Eine ausführliche, sehr differenzierte kanadische Studie stellte überwiegend geringe Abweichungen zwischen Frauen und Männern bei ihren sexuellen Fantasien fest. Die Zahlen liegen mir vor.
Hier verwendete Zitate: Von Katja Lewina für JETZT.
Zum Weib, das dem Manne untertan ist (ausführlich).
Mehr zu den biblische Fakten / Ungereimtheiten: 1.Mose 1:27, 1. Mose 2.7, 1. Mose 2.18

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