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Warum Verliebtheit keine Liebe ist und man Zelte abbrechen darf

Ich habe versprochen, einige Worte über die Liebe zu verlieren. Dabei will ich, so gut es eben geht, Tacheles mit Ihnen reden.

Sehen Sie, Liebe ist zweierlei: der angeborene Drang nach Fortpflanzung, der sich in Geilheit äußert. Und ein besonderer sozialer Kitt, der Paare zusammenhält.

„Nein“ ist das Wort, das ich jetzt von den Aufgebrachten höre. Und „zu kurz gegriffen“ ist der Satz der Superklugen unter Ihnen.

Also? Muss ich neu formulieren?

Die Verliebtheit – keine Liebe, sondern weichgespülte Geilheit

Nein, das haben Sie schon. Ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern kannten schon das Wort für die Umschreibung, die vermutlich auch Sie noch benutzen: „Verliebt sein“. Und daliegt der Hase im Pfeffer: Das Verliebtsein ist die kulturkonforme Antwort auf „geil sein“. Irgendwann während der Evolution muss es passiert sein, und die Kultur hat ihre Etiketten daraus geklebt.

Der Punkt ist: Geil sein, nicht kopulieren, dafür aber sinnliche Sehnsüchte entwickeln und kultivieren. Oder: Geil sein, folgenlos kopulieren, dies oft wiederholen, sinnliche Gefühle füreinander entwickeln und aufrechterhalten.

Beides läuft unter dem Etikett „Verliebt sein“. Noch heute streiten sich die Moralisten und Besserwisser, ob „das erste Mal Sex mit dem (der) Neuen das Feuer anheizt und erlöschen lässt – so wichtig ist diese Frage offenbar bis heute.

Die wahre Liebe – der Bullshit der Bildugsbürger

Einsprüche? Na klar. Nun wird es Zeit, dass die „wahre Liebe“ unter dem Sofa hervor kriecht, wie ein riesiges Insekt mit roten Augen. Sie wird immer dann bemüht, wenn die besseren Bildungsstände sich Worte in die Taschen lügen.

Sehen Sie: Wenn Sie vor einen Begriff, der etwas aussagt, das Wort „wahr“ setzen, denn werten Sie alle und alles ab, was mit diesem Wort sonst bezeichnet wird. Sind Sie gestern in ein wahres Auto gestiegen, haben eine wahre Ampel beachtet und zu einem wahren Supermarkt gefahren? Nein.

Na also.

Was Liebe in Beziehungen wirklich bedeutet

Was auf die Verliebtheit folgt, die jeden und jede ab und an befällt, ist die Verinnerlichung der Beziehung. Sie beginnt mit Zuneigung und entwickelt sich nach und nach zu einem komplexen Gebilde von Bindungen körperlicher, emotionaler, sinnlicher, sozialer und monetärer Art.

Wer das begriffen hat, ist gut dran. Und er (oder sie) kann die Knoten je nach Bedarf fester knüpfen oder lockerer lassen. Die Kombination von innerer Bindung und nach außer erkennbarer Freiheit ist die Grundlage der meisten Beziehungen in der heutigen Zeit.

Irrtum Verliebtheit – warum es gut sein kann, die Zelte abzubrechen

So, das war es fast. Fehlt nur noch dies: Wer nach langer Zeit aus diesem Geflecht von Bindungen gelöst wird, ohne es zu wollen, der leidet. Er hat alles Recht dieser Welt dazu und dazugehört auch das Recht, den anderen als seinen Schuft (oder eine Schuftin) zu bezeichnen.

Zufrieden? Gleich nicht mehr. Denn wenn dies während einer Verliebtheitsphase passiert, dann ist es eben der übliche Irrtum: Jemand war heftig verliebt, der andere hat mitgespielt. Seine Gründe mögen als verwerflich oder verständlich gelten, aber das spielt gar keine Rolle. Denn wer sich recht lau verliebt hat, erkennt früher oder später, dass die Zukunft auch langfristige emotionale, pragmatische oder wirtschaftliche Aspekte hat. Und sobald nun der rosarote Schleier zerfetzt wurde, und die Jalousien von den Augen fallen, treten genau diese Aspekte in den Vordergrund. Und genau dann ist es Zeit, die Zelte abzubrechen, die Brücken hinter sich zu verbrennen und sich neuen Zielen zuzuwenden.

Natürlich – das ist der letzte Einwand – kann man solche Schwierigkeiten auch anders angehen.Und sicherlich hoffen viele Männer (und vor allem Frauen) dass der Partner irgendwann wieder mit einem Rosenstrauß voller Demut dasteht und sagt: „Lass es uns noch einmal versuchen.“

Welchen Weg Sie gehen sollten? Das müssen Sie entscheiden. Jeder der beiden Wege birgt Chancen und Gefahren. Nur eines sollten Sie niemals tun: Sich über Ihre Entscheidung zu beklagen oder sich dafür zu rechtfertigen. Es ist IHR Leben.

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