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Warum Sie beruhigt ein erotischer Masochist sein können

Warum sollte sie nicht dann und wann ein weißer Elefant sein? Oder ein Masochist aus Leidenschaft? Mit Fantasie ist alles möglich – und natürlich geht alles noch besser mit dem passenden Partner oder eben der passenden Partnerin. Übrigens: Sie können ebenso beruhigt alles andere sein, was Ihr Partner / ihre Partnerin an Ihnen mag.

Teuflische Lust oder engelhaftes Leid?

Teuflische Lust oder engelhaftes Leid?

Die Kindheit, ach die Kindheit

Da ist er also, der erotisch sensible Masochist. Er ist, so lesen wir, zumeist das Opfer einer schwierigen Kindheit, jedenfalls, wenn man dem verblichenen Duktor Freud folgt. Der soll’s gewusst haben, und seine braven Nachfolger wissen deshalb, dass eben jenes arme Kind, das später der Lust am Leid verfällt, in der Jugend Bedürfnisse entwickelte, deren Erfüllung versagt wurde. Nun sagen Sie bitte nicht, „wie wir alle“, und natürlich wurde er (oder sie) ach, nicht geliebt, schon gar nicht von den Eltern. Das arme Mädchen oder auch der arme Junge fühlten sich deshalb minderwertig, und wir hören, dass sie vermutlich „grausam bestraft“ wurden.

Aha – also so ist es. Und wer nun sehr geliebt wurde, wessen Wünsche wenigstens zur Hälfte in Erfüllung gingen, und wer nicht grundlos, grausam und brutal verhauen wurde, der kann kein erotischer Masochist sein.

Oh, du gefährdeter, oh du armseliger Masochist

Es sei denn, er wäre es. Oder sie wäre es. Wobei die Psychologie sich beinah einig ist: Ja, die Frauen seien anfälliger für masochistische Neigungen, und da zitieren wir mal ganz mutig Frau Mitscherlich:

Mit dem Ausdruck „femininer Masochismus“ schließlich bezeichnete Freud eine Haltung, in der sich das Bedürfnis nach Geschlagen- und Vergewaltigtwerden im erotischen Sinne mit einer Neigung zur Unterwürfigkeit und zum mehr oder weniger demonstrativen passiven Erdulden verbindet.

Womit wir die zweite Komponente gefunden hätten: Der feminine, der weiche, der erduldende Charakter, sozial auf diese Weise konditioniert, wird zum masochistischen Menschen.

Und das ist, wie wir ohne Zweifel in der psychologischen Literatur lesen können, unglaublich gefährlich. Vor allem, will sie in jedem Masochisten auch den Sadisten sehen – klar. Und das heißt dann so:

Für Psychologen ist es klar, dass es einen psychischen Masochismus ohne die andere Seite der Medaille, den psychischen Sadismus, nicht geben kann.

Das wäre natürlich ganz schrecklich, enorm gefährlich und überhaupt am Rande des Zumutbaren für die Menschheit, nicht wahr? Aber da heiß es ja „für Psychologen“ sei alles klar.
Na ja, für Psychologen – aber wer wird denn so etwas? Und warum glauben Psychologen, sie könnten Schmerz, Lust und Wonne ursächlich entschlüsseln? Ach, fragen Sie lieber nicht.

Das Leben der Nicht-Psychologen

Und was ist der Masochismus für andere? Ja nun – andere leben ein Leben, das nicht in erster Linie aus psychologischen Zuschreibungen besteht. Die sind eben nicht in erster Linie Masochisten, sondern Buchhalter oder Hochschullehrer, Bäckereiwarenverkäuferinnen oder Hotelmanagerinnen. Und dann und wann verwandeln sie sich in weiße Elefanten – oder eben auch in Masochisten.

Nein, nein, sagen die entsetzt dreinblickenden Damen und Herren der Psycho-Fakultät. Das ist es nicht! Der sexuelle Masochismus ist ein schwerwiegendes Leiden, bei dem der Betroffene versucht, körperliches Leid zu genießen. Das Wort „versucht“ ist hübsch, nicht wahr? Versuchten Sie mal, entgegen ihres inneren Würgereizes Austern oder Sperma zu genießen? „Aber das ist doch etwas ganz anderes!“, höre ich professorale Donnerworte, und stattdessen werden die Gelehrten sie nun etikettieren: Sie waren entweder Opfer sexueller Gewalt, oder Sie wurden in der Kindheit grausam bestraft oder gnadenlos gezüchtigt. Und deshalb, jawohl, genau deshalb wird dies „in sexuellen Beziehungen verwirklicht“, indem sie sich „unter die brutale Kontrolle eines Partners“ begeben.

Reale Teppichklopfer auf dem Po und Lustgenuss aus der Fantasie

Oh, oh, der Himmel wird düster. Insbesondere, wenn Sie Lust auf einen Teppichklopfer verspüren. Da ist doch klar, dass eine böse Mutter, Tante oder Nachbarin am Werk war, die Ihnen das entblößte Brötchen malträtiert hat, nicht wahr? Falls sie ein anders Instrument, das sich üblicherweise nicht im Haushalt befindet, bevorzugen – hm. da haben Sie eben zu viel Fantasie. Oder zu viele Pornos gesehen.

Was macht eigentlich Ihr Körper mit Ihnen, wenn Sie gar nichts mit ihm machen?

Oder alles ist ganz anders. Nehmen wir mal an, Sie wären nur Ihr Körper und Ihr Nervensystem, gesteuert von einem biochemischen Datenverarbeitungssystem, dessen Funktion rätselhaft ist. Dann könnte es sein, dass Berührungen der äußeren Hülle das Datenverarbeitungssystem, das wir hier kurz „Gehirn“ nennen wollen, biochemische Komponenten in ihre Blutbahn pumpt und Sie das für „Liebe“ halten – oder so etwas in der Art. Und wenn die Berührungen (klatsch, klatsch) anderer Art sind und viel heftiger, dann passiert etwas Ähnliches, und sie Könnten das Resultat für Schmerzlust halten – oder so ähnlich.

Ein paar Blümchen an den Bio-Computer getackert

Gut, solche Sichtweisen mögen Sie nicht, wie ich vermute. Und deswegen müssen noch ein paar Blümchen angeflickt werden: In der Liebe die Romantik, beim Lustschmerz die völlige Hingabe an den anderen oder die Lust, ganz und gar keine Verantwortung dafür zu tragen, was gerade geschieht. Neulich hörte ich, dass es für einen Mann nicht die „Völlige Hingabe an eine schöne Frau“ sei, die seinen Masochismus beflügelt, sondern die Fähigkeit eines/einer andere, die eigene Seele zu berühren.
Ob nun die „Liebesflammen glühen“, die Romantik die „Sinne beflügelt“ oder die dominante Person die „Seele berührt“ – ja, da sind wir wieder da, wo unser kulturell behauchter Geist etwas uminterpretiert. Und das ist nicht so schlecht, denn dann fühlen wir uns eigentlich erst so „richtig als Menschen“.

Ein Nachwort

Und zuletzt: Es könnte sein, dass Sie einer der Masochisten/Masochistinnen sind, bei denen wirklich etwas zutrifft von alledem, was Dr. Freud und Dr. Krafft-Ebing ermittelt haben wollen. Dann ist für Sie alles anderes – und auf keinen Fall „richtig chic“.

Zitate von Frau Mitscherlich aus „Emma“ Bild: Ausschnitt aus einer Bildgeschichte, nachkoloriert. Schmerz udn Lust werden zugleich empfunden.

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