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Einst konnten Mädchen mit 12 Jahren heiraten

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Es mag sein, dass Sie dies verwundert: Mädchen durften noch im vorigen Jahrhundert in England und Wales mit 12 Jahren heiraten. Zurückzuführen ist dies auf das in Europa lange Zeit allgemeingültige „Römische Recht“, das die Pubertät für Jungen auf 14 Jahre, bei Mädchen auf 12 Jahre festlegte. Nach damaliger Auffassung war dies auch das früheste Heiratsalter.

In England und Wales konnten Jungen und Mädchen vor 1929 noch nach diesem Recht heiraten. Erst 1929 wurde das früheste Heiratsalter für Frauen wie für Männer auf 16 Jahre mit Einwilligung der Eltern festgelegt, während bei Vollendung des 18.Lebensjahrs auch deren Einwilligung entfiel.

Schwierige Recherche – Suchmaschinen fast unbrauchbar

Ich war zunächst überrascht, als ich dies las. Immerhin ist das Jahr 1929 erst gut 90 Jahre her – also erst seit etwa drei Generationen. Recherchen dazu im Internet werden immer schwieriger, seit Google und andere Suchmaschinen, aber auch Wikipedia und ähnliche Lexika, ihr Augenmerk stets auf aktuelle Themen und heutige Wertvorstellungen legen. Wer sich über den heutigen Stand in Europa informieren möchte, findet auf rp-online einen guten Artikel dazu.

Warum änderte sich alles so spät? Die Frage muss unbeantwortet bleiben. Sicher ist, dass das damalige Deutsche Reich bereits rund 50 Jahre früher handelte (Zitat):

Nach dem deutschen Reichsgesetz vom 6. Febr. 1875, betreffend die Beurkundung des Personenstandes und der Eheschließung, werden für Männer 20, für Weiber 16 Jahre gefordert.

Allerdings galt die nur bei Einwilligung des Vaters, denn …

Nach dem angezogenen deutschen Reichsgesetz bedürfen eheliche Kinder, solange der Sohn das 25., die Tochter das 24. Lebensjahr nicht vollendet haben, der Einwilligung des Vaters.

Heute ist es ganz selbstverständlich, frühestens bei Volljährigkeit zu heiraten – aber eben auch erst deutlich später. Und die eine Einwilligung des Vaters oder gar ein Vertrag mit ihm (zur Regelung der Mitgift) würde uns heute wie ein Märchen aus alter Zeit erscheinen.

Heute: Alles ist möglich durch gute Ausbildung bei später Heirat

Manchmal, so scheint mir, ist den heutigen Frauen und Mädchen gar nicht bewusst, wie günstig sich die Zeiten für sie entwickelt haben. Zugang zu allen Bildungseinrichtungen, wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Freiheit, das Leben nach eigenem Gutdünken zu gestalten – das alles sind Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Noch vor etwas mehr als 50 Jahren war es unüblich, Mädchen das Abitur zu empfehlen, sondern man riet ihnen, sich einen „Frauenberuf“ zu suchen und sich parallel lieber auf Ehe und Familie vorzubereiten.

Zitate aus Meyers Konversationslexikon, Ende des 19. Jahrhundert, Vierte Auflage.

Bild (oben) © 2018 by buyagift, veröffentlicht zum Valentinstag 2018.

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