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Online-Erfolg bei der Partnersuche: Sind 35 Prozent viel oder wenig?

Die Zahl von 35 Prozent geistert immer wieder durch die Presse, wenn vom Online-Dating die Rede ist. PARSHIP, Elite-Partner und PartnerWinner haben bisher Daten veröffentlicht, die halbwegs glaubwürdig waren – die PARSHIP-Daten galten als die zuverlässigsten, und dort spricht man (heute) von ca. 38 Prozent. Kürzlich hat der Singlebörsen-Vergleich (1) eigene Erhebungen durchgeführt und kam auf einen ähnlichen Wert: etwa 35 Prozent.

Die Frage, die sich fast alle stellen, die solche Zahlen präsentiert bekommen: Sind 35 Prozent nun „viel“ oder „wenig“?

Die Ernüchterung kommt oft gleich nach dem Vertragsabschluss

Gehen wir mal vom Suchenden aus: Wer die inzwischen horrend hohen Gebühren zahlt, geht selbstverständlich (und sehr naiv) davon aus, eine Dienstleistung geboten zu bekommen, mit deren Hilfe er so gut wie sicher einen Partner findet. Der Trugschluss wird spätestens ein paar Tage nach der Zahlung der Gebühr deutlich. In Wahrheit muss sich der Suchende sehr bemühen, um aus den vermeintlich passenden Personen diejenigen herauszufiltern, die ihm tatsächlich zusagen. Dann müssen diese noch zu einem Date bereit sein und schließlich muss das persönliche Treffen ausgeführt und erfolgreich abschlossen werden. Ein weiterer Punkt, den der Suchende erst nach der Anmeldung feststellt: Online-Dating ist weder ein Menschen-Warenhaus, bei dem man nach Eigenschaften aussuchen kann noch ein exklusives Fachgeschäft, bei dem es glaubwürdige Empfehlungen und Passgenauigkeiten gibt. Und leider stellt der Suchende (oft sehr spät) fest, dass seine Auffassung von Leben und Verlieben nicht zu dem passt, was Online-Dating wirklich ist: eine Art „Versuch-und-Irrtum“ Spiel.

Nachdem dies gesagt ist und noch ein paar Probleme des Seins und Bewusstseins, der Persönlichkeit und der Selbsteinschätzung abgeklärt sind, die das „hauseigene“ Psycho-Programm (falls vorhanden) mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht abdeckt, kommt es zur eigentlichen Suche.

Einfache Kriterien für Suchende: Fleiß, Toleranz, Beweglichkeit

Sie kann am besten mit „Fleiß, Beweglichkeit, Toleranz und Lernbereitschaft“ beschrieben werden – und wer zuvor noch nicht scheitere, hat jetzt jede Menge Möglichkeiten, das Ziel zu verfehlen. Trägheit, insbesondere „gefunden werden wollen“, Faulheit, vorzeitige Ablehnung und lückenhafte Kenntnisse der eigenen Persönlichkeit und vor allem der Attraktivität sind häufige Fehler. In letzter Zeit beobachte ich vielfach, dass mit „Ansprüchen“ argumentiert an andere argumentiert wird – meist aus fatalen Fehleinschätzungen der eignen „Qualitäten“.

Im Grunde sind deshalb „35 Prozent“ viel zu wenig. Wären es gegen 80 Prozent, so würde man sagen: „Das ist normal, da fallen eben 20 Prozent heraus.“

Wer sich ernsthaft bemüht, kann auf 80 Prozent Erfolg kommen

Nun zu den guten Nachrichten: Es sind ja in Wahrheit keine miesen 35 Prozent, sondern wirklich fast 80 Prozent derer, die sich wirklich bemühen und deren Selbsteinschätzung halbwegs stimmt. Ich habe dafür keine Beweise, aber es ist völlig absurd, die inzwischen extrem hohen Kosten zu zahlen, kaum etwas zu tun aber viel abzulehnen und sich dann mit Gram davonzuschleichen. Und ich weiß sicher, dass die Entschheidungsfreudigen und Flexiblen ihren Partner schon nach wenigen Monaten „in der Tasche“ haben. (2)

Und doch noch eine „schlechte“ Nachricht? Auch die 35 Prozent sagen nicht viel aus. Denn wenn jemand wirklich sucht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er – mit Singlebörse oder ohne – niemanden kennenlernt, was letztlich heißt: Die Singlebörsen und Partneragenturen können bestenfalls einen Teil der Erfolge als „ihre“ Erfolge verbuchen.

Beunruhigend – fast einen halben Tausender abdrücken und nicht einmal ein einziges Date?

Kommen wir zum traurigsten, enttäuschendsten und dazu merkwürdigsten Teil: dem schwachen Anteil an „Dates“. Wenn sogar bei PARSHIP nur magere 54 Prozent (1) der zahlenden Kunden eine Verabredung hatten, dann ist dies entweder ein Manko der Agentur, oder die restlichen 46 Prozent waren faul, arrogant, menschenscheu oder einfach zu „anspruchsvoll“, sprich: Sie konnten sich selbst nicht richtig einschätzen. Denn was eigentlich logisch ist, wird oft ignoriert: Ohne Dates gibt es keien Partnerschaften, nicht einmal vorübergehende – mit Dates aber schon.

Nach meiner Einschätzung kann nicht sein, dass 46 Prozent der (angeblich ja überaus intelligenten) Mitglieder mehrere Knoten im Hirn haben, die sie hindern, auch nur ein einziges Date zu bekommen. Sogar der –ansonsten recht vorsichtige – Singlebörsen-Vergleich schreibt dazu:

Wir weisen schon seit Jahren darauf hin, dass diese „Zu-kurz-gekommenen“ in den Singlebörsen leider vernachlässigt werden, sprich die Anbieter kümmern sich nicht um manuelle oder automatisierte Unterstützungsmaßnahmen.

Was nicht oft gesagt wird – 35 Prozent Erfolg ist viel zu wenig

Ich hätte da noch eine andere Anmerkung, die gerade Online-Partervermittler nicht gerne hören: Die Behauptung, über wissenschaftliche Partnervergleiche auf der Basis der Persönlichkeitsstruktur zu verfügen, hindert die Partnersuchenden, sich selbst mit ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen und sie richtig einzuschätzen. Partnersuche ist eine Investition in die Zukunft mit weitreichenden Folgen – da wäre schon gut, wenn man weiß, wer man wirklich ist und wohin man will. Und das kann man nur selbst beurteilen: Emotional, sozial, wirtschaftlich und örtlich.

Und deshalb: Der Wert von 35 Prozent, auch wenn er der höchste sein sollte, der messbar ist, ist ein Armutszeugnis für Klienten und Anbieter und möglicherweise auch ein Indiz dafür, dass man sich seitens der Anbieter gerne auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht. Dieser Satz gilt selbst dann noch, wenn man berücksichtigt, dass der Anteil von „Partnerschaften“ bei jenen, die Dates hatten, recht hoch ist.

(1) Daten aus der Studie des „Singlebörsen-Vergleichs.
(2) Beziehungen (die nicht immer feste Partnerschaften werden müssen) entstehen in großer Zahl bereits innerhalb von drei Monaten.

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