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OhneMich – warum Frauen ein bisschen mehr Frau sind als Männer

Der Hashtag #MeToo hat inzwischen – wen sollte es wundern – sogar Einzug ins Puschenkino gehalten. Ich hörte, man habe dort gesittet disputiert, was mich nicht hindert, immer weder zu fragen: „Nun habt ihr alle gesagt …, und nun?“

All das erinnert mich an diese „ultimativen Lösungen“ auch „Probleme dritter Ordnung“ genannt. Das sind diejenigen Probleme, über die Sie solange reden können, wie sie wollen, so viele Verbote erlassen, wie sie wollen – und sie existieren dennoch weiter. Jeder weiß: Je mehr Zeit wir mit der „vollständigen Lösung“ solcher Probleme verbringen, verhindern wir, dass jemand eine vernünftige, wenngleich zunächst minimale Änderung durchführt. Das System funktioniert sogar in vielen Fällen.

Wir müssen erden – über Frauen udn Männer

Also – wir müssen von Frauen und Männern reden. Und da viel mir ein Beitrag der ZEIT auf. Nehmen wir einmal an, es wäre über die Jahrtausende unseres kulturell nachvollziehbaren Seins so gewesen: Frauen müssen gütig, sanft und schön sein, Männer hingegen klug, hart und zupackend. Nun könnten wir ja mal annehmen, das hätte sich inzwischen ein wenig gelockert. Und wir könnten, jedenfalls bei etwas gutem Willen, feststellen, dass Frauen auch klug, hart und zupackend sein können und Männer auch gütig, sanft und schön. Ich weiß, dass sanfte, schöne und gütige Männer bei Frauen nicht allzu viele Chancen haben – heißt aber nicht, dass sie nicht vereinzelt auch als Heterosexuelle auftreten. Ebenso hören wir von durchaus heterosexuellen Frauen, die nicht nur klug, sondern durchaus auch sehr selbstbewusst sind, sich längst durchgesetzt haben und dass sie – ach so? – auch tatsächlich Männer heiraten, die ein wenig mehr sind als „nette Kuscheltiere“.

Die Autorin der ZEIT meint nun, das wäre etwas mit Annäherung zu machen. Männer sollten mal wieder Rüschen tragen und sich schminken (das taten sie einst ja mal) und Frauen sollten mal die High Heels auf den Müll werfen. Oder sich sogar so kleiden, wie Frauen glauben, dass Männer sich kleiden: Das, was gerade obenauf liegt, wird angezogen. Dazu noch mehr Vorschläge?

Spart die Energie, die das Schminken, Augenbrauenzupfen, Nägellackieren, Beinerasieren, Schmuckanlegen, Shoppen, Durchblättern von Modemagazinen kostet, und steckt sie in das Voranbringen eurer Karriere durch Lernen, Leistung, Sachverstand, oder wahlweise in Spaß und Erholung. Geht nicht mehr als einmal im Vierteljahr zum Friseur. Werft die High Heels auf den Müll!

Ach, das hatten wir doch schon alles …

Ja, ist ja gut. Nur: Hatten wir alles schon einmal. Am Ende der ersten Emanzipationswelle: Gesunde, flache, beschissen aussehende Schuhe, auf keinen Fall einen BH, und der Körper wird verborgen hinter Schlabberkleidern (für diejenigen, die trotzdem auf „feminin“ machen) oder Latz-Overalls (für diejenigen, die auf geschlechtslos machen.

Und Sie alle dürfen raten, warum dies alles den Bach runter ist, aber sich sag es Ihnen: weil Frauen feminin bleiben wollten, sogar dann, wenn sie das eigene Geschlecht bezirzen wollten. Weil sie viel mehr mit Verkleidungen, Ergänzungen, Düften und Verführungen anfangen können als Männer und weil sie – zum Teufel – dadurch nicht dümmer oder weniger selbstbewusst werden.

So, wie ein Mann nicht automatisch ein Weichei ist, wenn er sich für Architektur, Malerei und Skulpturen interessiert oder Anzüge vom italienischen Edelschneidern kauft.

Oh, das war gar nicht der Punkt? Ja, was dann? Ich wage, erneut zu zitieren:

Der Punkt ist, dass Freizügigkeit und Blickoffenheit symmetrisch verteilt werden sollen. Entweder alle tragen schützende Kleidung, die Beine und Brust bedeckt und einen Zentimeter Spielraum zwischen Haut und Stoff lässt, oder keiner trägt sie.

Emanzipation – mit BH, Rock und High Heels – aber ohne sichtbar schwellenden Penis

Nun – Männer tragen (jedenfalls viele Südländer) tragen das schon – oben herum. Unten herum gilt es nicht als schicklich, wie wir Männer glauben. Denn die alltäglich erneut auftretende Peniswölbung, unabhängig von ihrer Ursache, sollte nach unserer Ansicht eher vor der Bürokollegin verborgen werden – so gut es denn möglich ist.
Und überhaupt – das Projekt „Emanzipation“ wurde – das kann man (frau auch) im Nachhinein durchaus feststellen – keinesfalls anhand der Spitzen-BHs oder der High Heels entschieden. Und es ist bereits zugunsten der Frauen ausgegangen, die mit Selbstsicherheit und Bildung punkten können. Wobei Schönheit und ein zuvorkommendes, offenes Wesen nicht schaden können.

Ach ja, die Männer – sie sind ja so schrecklich, nicht wahr? Ich habe ein Ohr zufällig gelegentlich an einem Brennpunkt: wenn Frauen und Männer einander begegnen wollen. Und da gibt es einen Punkt, an dem sich der brave, wohlerzogene Mann nicht traut, die entscheidende Frage zu stellen. Sehen Sie, und wenn er es nicht tut, dann schmollt die Frau und denkt „bin ich ich ihm denn so unwichtig?“ Oder sie stellt die Frage selbst, dann ist sie emanzipiert und er oftmals irritiert.

Und so viel weiß ich bis heute sicher: An dieser Einstellung hat sich nicht viel verändert. Nur, dass es immer mehr Frauen gibt, die selbstbewusst genug sind, die moderne Gretchenfrage zu stellen: „Hast du heute Abend, noch was vor oder würdest, du zu mir kommen?“ Oder so ähnlich jedenfalls.

Ich zitierte aus DIE ZEIT.

#MeToo
#OhneMich

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