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Die Akademikerinnen – abgehängt durch Emanzipation?

Die Männer sind nicht dümmer geworden und die Frauen nicht klüger – so schnell schreitet die Evolution nun auch wider nicht voran. Aber: Frauen sind nach reinen Zahlen gebildeter geworden, jedenfalls dann, wenn man Gymnasialbildung als Maßstab nimmt. Und sie studieren häufig und erweisen sich dabei als fleißig, was wiederum die beruflichen Aussichten verbessert.

Und nun kommt der Punkt, an dem sie daran denken, sich zu binden, vielleicht eine Ehe zu führen und eine Familie zu haben, und da finden wirim Kopf der meisten Frauen eine Blockade. Denn nun „muss“ sie zu ihm aufsehen können, und das kann sie angeblich nicht, wenn er kein Akademiker ist.

Dies alles hat neulich ein „Stern“-Redakteur in der „Daily Mail“ gelesen und damit ein Thema wieder aufgewärmt, das auch viele deutsche Akademikerinnen bewegt: Bleibe ich allein, weil ich zu schlau bin? Komme ich mit keinem Mann zu Potte, weil die Jungs sich nur bei Bier und dem „Ersten FC“ auskennen?

Männer sind manchmal zu blöd für Kommunikation

Gut. Erstens kann das sein. Ich habe einmal einen Kollegen in der Kantine getroffen, der mit mir zuerst über Fußball reden wollte. Nicht mein Thema. Daraufhin schwenkte er um auf Skifahren. War aber auch nicht mein Thema. Daraufhin sagte er mir: „Worüber kannst du denen überhaupt erden, wenn nicht über Fußball oder Skifahren?“ Neuerdings antworte ich auf solche Fragen immer mit „über weiße Kaninchen“, aber damals war ich noch so mutig.

Stimmt also, was Frauen sagen? Aber Hallo. Selbstverständlich war mein Gesprächspartner ein Akademiker (fast alle meine Kollegen waren es mehr oder weniger), und zweitens wäre zu sagen: Er war eben ein Mann, der rechts, links und vorne ein Brett vor dem Kopf hatte.

Auch gebildete Menschen haben einen eingeschränkten Horizont

Auf der anderen Seite sollten Akademikerinnen aber auch nicht zu voreilig sein: Ihr Wissen ist ebenfalls meist höchst eingeschränkt und umfasst zumeist nur das, was sie für ihren Beruf wirklich brauchen. Das für Bildung zu halten, ist ziemlich mutig.

Ich sage oft, ich interessiere mich für Kommunikation, Psychologie, Kybernetik, Logik, Architektur und Musik. Aber ich verlange nicht, dass alle Menschen (beispielsweise) Norbert Wiener, Carl Rogers oder Charles Mingus kennen. Warum sollten sie auch. Und: Ich muss mich nicht darüber unterhalten, sondern gewinne meine Gesprächsthemen aus Begegnungen, hake ein, wo ich etwas dazu beitragen, kann dun schweige, wenn ich nichts dazu zu sagen weiß.

Wissen ist gut, Können ist besser

Es ist also relativ uninteressant, was man vorher weiß, wenn man in ein Gespräch geht, sondern wichtig ist, was man aus dem Gespräch gewinnen kann. Intellektuell, vor allem aber auch emotional. Menschen bei Dates unterhalten sich über Dinge, die im Kopf vorgehen, und sie versuchen dabei, sich selbst, aber auch gegenseitig zu sortieren: Was ist deins, was auch meins ist? Worin unterscheiden sich meine Ideen vom Leben von Deinen? Was verbindet, was trennt uns?

Wer dabei nur auf den konventionellen Bildungsbegriff setzt, ist eigentlich ein bisschen dumm. Denn bilden können wir uns immer an den Möglichkeiten und Erfahrungen anderer. Sehen Sie – wenn Sie Sigmund Freud verstehen, können Sie damit im Grunde gar nichts anfangen. Wenn Sie aber mauern oder Türen streichen können, ein tolles Rezept so nachkochen können, dass es schmeckt oder meinetwegen ihm/ihr höchst Lust vermitteln können, dann verstehen Sie etwas von Dingen, die Sie wirklich immer wieder brauchen können. Das Gleiche gilt, wenn Sie irgendetwas anderes können, was sofort nützlich ist: Jemanden trösten, zum Beispiel.

Akademiker – etwas Besseres?

Mir scheint, das Festzurren der Möglichkeiten am akademischen Status ist eine reine Manie, der zudem ziemlich „deutsch“ ist – um nicht zu sagen: westdeutsch. Und ich sage das, weil der Dünkel in Deutschland teilweise noch viel ausgeprägter ist als im Vereinigten Königreich, woher der STERN seine Informationen bezogen hat. Dabei gibt es keinen Anlass für das hochgesteckte Näschen: Heute bereits gibt es Elektroniker oder auch Schornsteinfeger, die flexibler und folgerichtiger denken können als Psychologen. Und keine Sorge, ich rede nicht in der Theorie.

Also: Was hindert Sie als Akademikerin, sich einmal mit den Graswurzeln des Lebens zu beschäftigen, statt Gretel-Guck-in-die-Luft zu spielen? Ich denke, dass Handwerksmeisterinnen (auch sie werden gehören im Grunde zu den Akademikerinnen) oder Ingenieurinnen ohnehin nicht solche Tendenzen an den Tag legen.

Im Stern stand (Aussage einer Akademikerin aus dem Vereinigten Königreich)

Ich habe den Eindruck, dass sie lieber mit einem Mädchen ausgehen würden, das keinen Abschluss hat. Sie wissen nicht, wie sie auf unterschiedlichen Lebenserfahrungen reagieren sollen, und sehen meine Ausbildung als Hindernis.

Ich denke, das ist nur so, wenn man den „Abschluss“ überbewertet. Schließlich haben nicht nur Akademiker einen „Abschluss“, sondern Menschen, die eine Lehre absolviert haben oder gar Handwerksmeister sind, ebenso. Und oftmals haben beide eben die bessere Bodenhaftung, was ja für eine Ehe auch nicht übel ist, oder?

Zitate aus dem Stern, nachzulesen auch in der Daily Mail.

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