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Die sexuelle Konterrevolution für Konservative

Demnächst wird sie eingeleitet, die Konterrevolution im sexuellen Bereich, und natürlich –wie könnte es mal wieder anders sein – von einer Sexualtherapeutin. Sie nutzt die ersten Seiten eines neuen Buches, um klar Flagge zu zeigen: Sex ist nichts zum Ausprobieren. Was die Jugend heute im Unterricht sagt, ist höchst befremdlich, vom falschen Zeitgeist geprägt und zudem von Pornografie vergiftet. Dabei sagen (zumindest die Jungen (10. Klasse), die darüber offener sind, nichts anderes als: Wir nehmen uns die Freiheit, uns erst einmal zu orientieren. Ist das schon falsch?

Freiheit ist gefährlich -das ewige Geschrei der Ultrakonservativen

Thérèse Hargot heißt die Dame, und ihr Buch „Thérèse Hargot, Une jeunesse sexuellement libérée (ou presque)“ hat in konservativen Kreisen bereits jede Menge Rückhalt bekommen. Im Grunde geht es um ein altes konservatives Thema: Freiheit ist etwas unglaublich Gefährliches, und sie muss deshalb wieder zurückgeführt werden. Der „Druck der Freiheit“ lastet angeblich auf der Jugend – und sie sagt es wohl nicht, aber der Rückschluss wäre: Wenn die Freiheit Druck ausübt, dann müssen wir zurück hinter die 1950er Jahre.

Als alles begann – völlig falsche Sicht der 1950er udn 1960er Jahre

Dabei beruht ihr Buch auf einer grundsätzlich falschen Annahme, die nun tatsächlich nur noch in konservativen Kreisen grassiert: Die Wurzeln der angeblichen Fehlentwicklung liegen in den frühen 1960er Jahren, in der beginnenden „Sexuellen Revolution“. Bei Alt- und Neokonservativen besonders bleibt ist die Behauptung, die 1968er Revolution hätte ausgesprochen negative Auswirkungen auf das Selbstverständnis der menschlichen Sexualität gebracht. Das alles mögen Menschen meinen, die nicht in der Zeit gelebt haben – oder solche, die sich in intellektuellen Kreisen getummelt haben, in denen sehr viel theoretisch diskutiert wurde. Vielleicht war es auch das blöde Volk, das jeden Unsinn gelaubt, der damals über die bösen, bösen 1968er von der Boulevardpresse verbreitet wurde.

Jedenfalls: Es gab ein bisschen mehr sexuelle Freiheit – ja. Aber es gab auch ander geistige, emotionale und damit auch persönliche Freiheiten. Wenn all dies falsch gewesen wäre, dann würden Mädchen heute noch Röcke und Kleider tragen müssen und sie würden in „Jungmädchenberufe“ abgedrängt.

Den Konservativen passt die ganze Chose nicht

Klar – den Konservativen passte die ganze Chose nicht. Vom Jazzkeller über die Rockmusik, von der Pille über die Darstellungsmöglichkeiten von Sexualität, von der Frauenemanzipation bis zur Aufhebung der Sanktionen gegen Homosexuelle – alles wurde bemeckert. Wobei eines merkwürdig ist: Auch Frau Hargot glaubt, dem Feminismus zu dienen. Wobei deutlich wird: Feminismus ist ein beliebig interpretierbarer Begriff geworden, der am Ende noch völlig verhurt daher kommen wird, weil ihn jede Autorin so benutzt, wie es ihr gerade gefällt.

Und im Grunde eist es bis heute so. Da ist eine Schatten-Geselslchaftsordnung, die aus dem „Off“ heraus alles bekämpft, was erreicht wurde. Ob Thérèse Hargot selbst dazugehört, kann ich nicht beurteilen – jedenfalls haben sie die klerikal-konservativen bereits als ihre Ikone auserkoren.

Ach, Frau Hargot, sind sind noch so schrecklich jung. Sie müssten schon sehr, sehr viel gelesen und verstanden haben über die 1950er und 1960er Jahre und ein ausgezeichnetes Einfühlungsvermögen in dieser Zeit haben, um sich überhaupt ein Urteil erlauben zu können. Und auch ihre Profession kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Buch in Wahrheit eine ideologische Kampfansage gegen den Liberalismus ist.

(Ich hatte Gelegenheit, einige Seiten des Buches in deutscher Übersetzung zu lesen).
Der Jubelkam – wie könnte es anders ein – aus dem Extrem–Katholizismus.

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