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Warum beim Sex nehmen attraktiver ist als geben

Bevor ich beginne, muss ich etwas vorausschicken: Nehmen heißt bei allen geistigen, emotionalen und körperlichen Lüsten, eine Gunst zu empfangen – also nicht, passiv zu sein. Falls Sie gerade an gewöhnlichen ehelichen Geschlechtsverkehr (PiV) gedacht haben: Da nimmt der Mann sich den Löwenanteil der Lust, obgleich er der „Geber“ zu sein scheint. Aber weil Sie ja ohnehin eher an Sex als an Musen, sinnlichen Klänge oder Massagen gedacht haben: Nehmen Sie beim Sex lieber Fellatio und Cunnilingus als leuchtende Beispiele. Da wird klarer, wer gibt und wer nimmt.

Überall in der Welt der Genüsse gilt: Ich gebe sie dir, du genießt sie. Sie erweisen weder dem Dirigenten ihres Lieblings-Symphonieorchesters eine Gunst als Tauschmittel für Tschaikowsky Klavierkonzert, noch liefen Sie – beispielsweise – Content für die Webseite einer Masseurin als Gegenleistung für deren Dienste. Und der Steuerberater macht dem Koch seines Lieblingsrestaurants auch nicht die Steuererklärung im Gegenzug für seine Kochkunst.

Die höchste Lust – nur Genießen, was gegeben wird

Ich denke, Sie stimmen mit mir darin überein: Lust ist umso schöner, je weniger wir dafür tun müssen. Und um auf Sex zurückzukommen: Frau und Mann mögen zumeist am liebsten, wenn es der Partner schafft, ihm zu höchster Wollust anzureizen, die dann am Ende zu einem gewaltigen Ausbruch körperlicher Reaktionen führt. Man kennt sie unter dem Stichwort „Orgasmus“. Sicher – manche Lust ist sinnlicher, dauert länger an, mündet nicht unbedingt in Orgasmen, sondern in wohliger Entspannung. Und manche heftigere Lust, wie etwa die erotisierende Schmerzlust, hat mit Sex nur am Rande zu tun.

Doch immer wieder finden wir uns in der Rolle desjenigen, der sich der Situation und ihrer Sinnlichkeit hingibt, ohne dabei an den anderen und seien Gefühle zu denken.

Warum geben Frauen „eklige“ oder „erniedrigende“ Sex-Lüste?

Ich weiß, dass sich manche Frau fragt, warum sie dies oder jenes (namentlich Fellatio) überhaupt ausführt. Warum sie es sich antut. Oder warum sie Strapse und andere frivole Wäschestücke trägt, die „seien“ Begierde reizen. Manche Frau fühlt sich als „Geber“ – sie tut alles, um dem Mann Lust zu bereiten, bekommt aber nichts zurück. Sie erniedrigt sich, schämt sich und ekelt sich bisweilen.

Doch andere sind ganz wild darauf, zu geben, zu schenken, und Menschen zum Genuss zu verhelfen. Ja, Menschen – nicht Männern. Denn wir reden nicht ausschließlich vom Sex, nicht wahr? Sehen Sie, der Dirigent, der sich total verausgabt, schwitzt und dann und dann und wann in die Luft springt, tut das nicht für Sie und nicht für Geld. Er tut es, weil er es tun muss. Und Sie werden kaum annehmen, dass er ein Masochist ist. Ich gebe gerne zu, dass mancher „Geber“ in dieser Welt irgendwelche taktilen oder emotionalen Dienste nur wegen des Broterwerbs anbietet – aber zumeist fühlen sich solche Personen eben auch als „Geber“ – sonst hätten sie andere Berufe erwählt.

Der Markt der Sinnlichkeit – wenige Geber, viele Nehmer

Wir wissen fast sicher: Es gibt mehr Nehmer als Geber. Ganz typisch ist dies für das große Spektrum erotischer oder sexueller Lüste. Der Markt, auf dem Geber und Nehmer von Lüsten und Emotionen einander begegnen, ist einer der heikelsten Märkte überhaupt. Sicher, man tauscht gelegentlich, aber lassen Sie sich nichts vormachen: Diejenigen, die von gleich zu gleich tauschen, sind rar. Zumeist finden wir eine große Anzahl nach Lust und Liebe lechzende Nehmer vor, der eine kleine Anzahl an Anbietern gegenübersteht.

Selbst, wenn Ökonomie für sie ein Unwort sein sollte, werden Sie ahnen, wozu das führt: bestenfalls zu hohen Aufwendungen für die Nehmer, schlimmstenfalls zu Lug und Trug. Und Sie werden, falls sie nicht völlig naiv sind, auch wissen, dass dabei gelegentlich auch Geld und Geldeswert fließen.

Geber sind möglicherweise dennoch im Vorteil

Diejenigen, für die „geben“ wundervoll und zugleich sehr sinnlich ist, sind eindeutig im Vorteil – jedenfalls zumeist. „Geben“ ist nicht abwegig, solange man reichlich über die nötigen Ressourcen verfügt und die Psyche sich dabei wohlfühlt. Warum das „Geben“ Vergnügen bereitet? Eine Frau sagte mir einmal, es sei wundervoll, zu sehen, dass man einen Menschen zu lustvoller Ekstase treiben könnte, und dass dies eine Art Befriedigung besonderer Natur sei.

Wie es denn für manche Menschen (und hier auch wieder: nicht ausschließlich für Frauen und nicht ausschließlich beim Sex) eben auch unglaublich erfüllend sein kann, anderen eine Freude zu bereiten.

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