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Bei der Partnersuche zielgerichtet von A nach B?

Bei der Partnersuche zielgerichtet von A nach B? Oh ja, ich bin normalerweise ein Freund von logischem, zielgerichteten Vorgehen. Aber nicht immer – denn Kreativität ist durch nichts zu ersetzen, und sie ist gerade in Liebesfragen eine der entscheidenden Komponenten. Also weichen Sie ruhig vom Ziel ab, solange Sie Spaß dabei haben.

Jede Art von Beratung ist mit einem Problem behaftet: Wir sagen jemandem, wie er von „A“ nach „B“ kommt. Das ist am einfachsten für den Berater und noch einfacher für die Person, die wir beraten: Wir müssen nicht viel nachdenken – und unsere Klienten müssen kaum an dem zweifeln, was sie gerade tun.

Sagen wir es mal drastisch: Das ist im Grunde die idiotische Methode für komplexe Probleme, die wir anwenden können – gleich, ob wir beraten oder beraten werden. Sie mag sich für einfache Probleme eignen, wie beispielsweise: „Wie bringe ich einen Nachhilfeschüler von einer Vier auf eine Drei?“ Aber sie ist völlig ungeeignet für die Frage: „Wie finde ich einen Partner, der zu mir passt?“

Irgendwie erinnert mich das Dummgeschwätz mancher Berater (seien sie nun Karriere-, Berufs- oder Datingberater) an das Märchen vom Rotkäppchen nach Grimm: „Wärst du den gerade Weg gegangen, Mädchen, dann wäre alles in Butter und Brot und Rotwein.“ Scheiße, aber da war der Wolf, da waren die Blumen, und etwas war wirklich schön … und wenn du so etwas tust, Mädchen, dann wirst du aufgefressen – mit Haut und Haar. Also: fleißig, gradlinig, direkt und ohne Umschweife ins Ziel.

Am Ziel angekommen stellen wir im richtigen Leben oft fest: „Oh, das war eigentlich nicht das Ziel, das wir angestrebt hatten.“ Sicher, wir haben es erreicht, aber es ist nicht das, was wir uns erträumt hatten. Und also fragen wir uns – ist alles in Ordnung, wenn wir stromlinienförmig von A nach B gehen und uns an die Regeln halten?

Sie mögen sich die Frage selbst beantworten. Ich habe einmal ein Gedicht von Manfred Hausin gelesen, es heißt „Schulfreund“ und ist sehr kurz: „Er hat Karriere gemacht und ich mir Gedanken.“ Sehen Sie, und nun wird jeder Besserwisser, den Sie treffen, Ihnen sofort entgegenhalten: „Wieso kann jemand nicht Karriere machen und sich Gedanken?“

Weil sie für wirklich freie Gedanken eine große Blumenwiese benötigen, die sie aber niemals betreten dürfen, wie sie dann der Wolf frisst. Es sei denn, sie wären der Wolf. Dann dürfen sie sich Gedanken darüber machen, wie sie alles Schöne wegfressen können, was Ihnen in den Weg kommt und dies als „Gedanken machen“ bezeichnen.

Sehen Sie – so ist es auch bei der Partnersuche. Sie können einen geraden, konsequenten Weg gehen. Dabei werden Sie kaum etwas Interessantes erleben und am Ende jemanden heiraten, der bei einem Algorithmus oder einer engen Auswahl zufällig übrig geblieben ist. Ich hoffe, sie können ihn oder sie sie am Ende für irgendetwas gebrauchen.

Wie war das mit dem andren Weg? Doch lieber Blumen pflücken gehen?

Ich verspreche Ihnen dies – je mehr Freiheit sie sich selber schenken, wenn Sie einen Partner suchen, umso mehr Freude macht Ihnen die Suche, umso mehr schöne Erlebnisse haben Sie.

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