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Entweder-oder bei der Partnersuche?

Ich lese gerade, dass „unser Debattenkultur ein Problem habe, weil sie, politisches Schwarz Weiß-Denken fördere. Schuld daran seien „Social Media und die Filterbubble“. Mit andren Worten: Schuld sind diejenigen, auf die wir angeblich gar keinen Einfluss haben. Wobei sich „Sozial Media“ Beeinflussungen natürlich dadurch verhindern lassen, dass man sie ignoriert. Aber ach, es ist ja so schön, im Chor der Deppen mitgrölen zu können. Fragt sich noch, was ein Filterbubble ist (die Jugend liebt offenbar Jargonausdrücke). Also, das ist ein Informationsfilter, der dafür sorgt, dass man nur Nachrichten bekommt, die man „abnicken“ kann. Am Ende glaubt man dann, die meisten Menschen würden denken wie man selbst.

Reden wir mal von der deutschen Debattenkultur, aber bitte nur kurz. Denn da gib es nichts zu sagen: Debatten, Diskussionen oder Argumentationen sind bei uns selten Gegenstand schulischer Bildung.

Unsinniges Verhalten: Er (sie) ist es oder eben nicht

Beispiel Singlesein: Wer als „zu lecker“ (aka anspruchsvoll oder selbstsüchtig oder gar realitätsfern) eingestuft wird, kontert sofort mit irgendwelchen Argumenten, die niemand hören will, weil sie aus dem Hut gezaubert wurden. Wären sie ehrlich, so würden sie sagen: „Eigentlich suche ich nach einem Weg, Glück und Zufriedenheit zu finden, aber ich kämpfe dauernd mit anderen Strömungen, die ich auch verfolgen will.“ Etliche Singles sagen in letzter Zeit, sie könnten den Spruch von „zu anspruchsvoll“ nicht mehr hören. Aber keiner dieser Singles wusste bisher zu sagen, wie er/sei denn seine vermeintlichen Ansprüche derart einschränken kann, dass eine Beziehung möglich wird.

Kaufe ich den anderen? Was für ein Blödsinn!

„Nehme ich die vor mir sitzende Person nun oder nicht?“ Was für ein selbstherrlicher, ja krankhafter Blödsinn! Haben Sie jemals überlegt, dass sie in der Mehrheit der Fälle gar nicht in der Situation sind, zu wählen? Es ist keine eigene Entweder-oder-Entscheidung, es ist ein Spiel mit den Möglichkeiten. Alles, was Sie im Gespräch erfahren, kann für den Aufbau einer Beziehung oder den Verzicht darauf nützlich für Sie sein. Und um jemanden „wirklich“ kennenzulernen, reicht es nicht, seine Bedürfnisse auf die Erfüllungsmöglichkeiten des anderen zu projizieren. Vielmehr werden Sie ausprobieren müssen, in welchen Situationen sie Glück und Zufriedenheit mit dem anderen finden, und in welchen es nicht funktioniert.

Manchmal ist es günstiger, nach dem Motto „sowohl als auch“ zu leben. Dann erkennt man (und frau), welche Eigenschaften der andere verbirgt, die aber dennoch nützlich sind – oder eben jene verbirgt, die absolut unpassend sind.

Erst die Zeit zeigt, ob sich das Zusammenleben bewährt

Machen Sie sich dies klar: Je mehr Hintergrund (sei es sozial, emotional, erotisch, finanziell oder optisch) jemand hat, umso besorgter ist er/sie, dass es dem andere „nur darum“ geht. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass sich jemand beim ersten Date völlig offenbart. Das gleich gilt – unglücklicherweise – allerdings auch für Trickser und Betrüger aller Art. Wenn Sie herausfinden wollen, was oder wer jemand im Alltag ist, und ob sie im Alltag harmonieren, müssen Sie es erproben.

Warum der „Charakter“ eher eine Nebensache ist

Falls sie soweit gelesen haben: Das konnten Sie wahrscheinlich, als sie 18 waren, weil Sie dachten, da hätten sie ja noch viel Zeit zum Erproben. Und ich gebe Ihnen recht, wenn Sie sagen, mit 38 sei so etwas schon viel schwieriger. Aber: Es lohnt sich, Menschen nicht abzulehnen, nur weil Ihnen irgendetwas zu Anfang „nicht in den Kram passte“. Denn das menschliche Glück ist nicht von bestimmten Charaktereigenschaften abhängig, sondern vom Grad der Erfüllung, der Ihnen geschenkt wird und den sie jemandem schenken. Das mit dem Charakter glauben nur Astrologen und Küchenpsychologen. Ich glaube an Toleranz und Flexibilität im gemeinsamen Wachsen, und ich denke, dass ich mit meiner Meinung realistischer bin.

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