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Sind Sie eigentlich heterosexuell?

Kaum ein Wort aus dem reichen Kunstwortschatz unserer Mediziner und Therapeuten ist so verdammt dusselig wie die Einteilung der Menschheit in „Heterosexuelle“ und „Andere“. Aber eigentlich waren es die „Anderen“, die absolut wollten, dass wir uns als „heterosexuell“ bezeichnen sollten. Sie können dies leicht überprüfen. Solange Sie mit einer Person sprechen, die „sexuell“ ist und nicht abweicht, dürfen Sie von „normal“ sprechen, wenn sie aber mit Interessenvertretern der anderen Seite sprechen, muss das Wort „normal“ durch „heterosexuell“ ersetzt werden. Es ist also die Minderheit, die bestimmt, welche Begriffe die Mehrheit verwenden darf.

Mit "homosexuell" oder "lesbisch" werden Klischees vermarktet

Mit „homosexuell“ oder „lesbisch“ werden Klischees vermarktet

Was für ein Unsinn! Die BBC schrieb gerade, dass in „Dorland’s Medical Dictionary“ 1901 noch stand, „heterosexuell“ bedeute, dass jemand ein „abnormale oder perverse“ Begierde für das andere Geschlecht entwickelt habe, und auch Webster, das britische Standardlexikon, wusste es 1923 noch so. In deutschen Lexika vor 1900 sucht man den Begriff ebenfalls vergeblich. Nach BBC-Angaben wurde der Begriff erst 1934 offiziell verwendet, und zwar als Festschreibung der sexuellen Leidenschaft auf das andere Geschlecht. Heute wir in Lexika sogar darauf hingewiesen, „Heterosexualität“ sei der Gegensatz sogar ein „Gegensatz zur Homosexualität“.

Müssen wir uns Begriffe wir „heterosexuell“ gefallen lassen?

Wir schreiben inzwischen das Jahr 2017. Ist es noch gerechtfertigt, sich heute noch als „heterosexuell“ zu bezeichnen?

„Eher nein“ wäre eine Antwort, die viele befriedigen könnte. Denn erstens ist dies eine Etikettierung, die Sie sich niemals antun sollten, und zweitens dürfen Sie jedermann (und jedefrau) lieben, ohne ein Wort über Sex-Etiketten zu verlieren.

Überwindung des 20. Jahrhunderts – weg mit den Etiketten

Die festgeschriebene Linie, die angebliche „Wissenschaftler“ zwischen „Homo“ und „Hetero“ ziehen wollen, ist Bullshit aus dem 20. Jahrhundert, der Epoche also, in der diese Begriffe sich in den Köpfen verhärteten. Im Grunde ist die Etikettierung eine recht willkürliche Trennung, denn sie impliziert „Ausschließlichkeit“. Man kann sogar sagen, dass „Heterosexualität“ eine Erfindung oder ein Mythos ist. Und sicher ist auch, dass sie kein „Gegensatz“ zur Homosexualität ist.

Wenn Sie gefragt würden: „Wann haben Sie bemerkt, dass Sie heterosexuell sind?“ Oder gar „warum haben Sie damit angefangen, einen Partner des anderen Geschlechts zu suchen?“, dann würden Sie vermutlich den Kopf schütteln.

Und sie haben recht – die Frage erübrigt sich. Sie ist tiefstes 20. Jahrhundert – und sie reduziert Menschen auf ihre Sexualität. Und genau das kann niemand wirklich wollen.

Und noch dies: Wenn Sie einen Partner suchen, der zu Ihnen passt, dann wissen Sie ohnehin, was Sie wollen – und nur in dieser Situation ist eine „Etikettierung“ sinnvoll.

Bild: Buchillustration, 1960er Jahre

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