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Singles sind nicht meschugge, weil sie mit sich selbst reden

Ich habe mich vor einigen Jahrzehnten einmal sehr für Ronald D. Laing interessiert, einen damals berühmten Psychiater und Autor zahlreicher auch auch heute noch lesenswerter Bücher. Er berichtete davon, dass eine Mutter ihren Sohn für meschugge hielt, weil er mit den Wänden redete. Wie dumm von ihr – das sagte auch Laing. Menschen reden mit weißen Wänden, weil sie dabei nichts ablenkt. Die Ansprache von Plüschtieren als Gesprächspartner ist in der Jugend sehr beliebt. Reife Menschen reden durchaus mit Zierpflanzen und Bäumen, Hunden und Katzen – und andere reden in gleicher Weise mit Gott.

Manche Psychologen würden sagen, dass dies alles nicht gut ist, weil echte Dialoge mit tatsächlichen Menschen eindeutig vorzuziehen seien. Aber die meisten Psychologen leben in großen Städten, nicht in einsamen Gegenden Finnlands oder Kanadas.

Tatsächlich mag das „Reden mit sich selbst“ schrullig sein, oder auch ein Beweis für Einsamkeit. Aber da wäre noch etwas anderes: Nahezu jeder Mensch hat die Fähigkeit, am ausgesprochenen Wort zu lernen, was in ihm vorgeht. Das wissen manche Psychotherapeuten natürlich auch – schließlich benutzen sie diese Methode in ihren Praxen. Aber sie bezweifeln, dass es der Einzelne selber schafft: Vielleicht, so heißt es oft, könne der Klient etwas verbessern, indem er ein Tagebuch führt, aber durch ein Gespräch mit der Wand?

Kommunikationstheorie und Kybernetik bestätigen: Gedanken wandeln ist sinnvoll

Ich verrate Ihnen etwas: Wer sich jemals mit Kommunikation und Kybernetik beschäftigt hat, wird sich diese Frage nicht mehr stellen. Sätze bilden ist nichts anderes der Wandel von frei fließenden Gedanken in eine Form. Und das ist der Grund, warum wir zu Plüschtieren, weißen Wänden oder zur Heiligen und Göttern sprechen.

Wer mit sich selbst redet, ist nicht meschugge, jedenfalls zumeist nicht. Er transformiert seien Gedanken, das ist alles. Das Interessanteste an diesem Prozess kann man in Menschen finden, die „ach, zwei Seelen“ in ihrer Brust haben und diese miteinander kommunizieren lassen. Wenn sich dann Engelchen und Teufelchen fetzen, oder Tugend und Sinnlichkeit, dann klärt sich etwas.

Kreativ sein ist nicht „schrullig sein“

Und im Badezimmer singen? Zu kleine Betten für eine gemeinsame Nacht haben und darüber nachdenken? Ne, das reicht wirklich nicht, um schrullig oder gar meschugge zu sein. Und dann noch das (Zitat)?

Tatsächlich singe ich absichtlich schief und krumm und denk mir noch Quatschzeilen dazu aus. Ich weiß, dass das wirklich nichts ist, was man an mir lieben kann.

Das ist nichts, was man an jemandem lieben kann? Oh, oh – es gibt Leute, die davon leben, sich Quatschzeilen in Mengen und Serien auszudenken. Schlagertexter zum Beispiel – und zumindest deren Interpreten werden dafür geliebt.

Nein, sie sind nicht meschugge, weil sie laut und kreativ sind, wenn Sie allein sind. Oder wenn sie allein sein wollen, um laut und kreativ zu sein. Fragen Sie mal einen Schriftsteller (oder seine Partnerin).

Und falls Sie Single sind und sich ein wenig vor Menschen fürchten: Spielen Sie für sich selbst ruhig ein paar Situationen durch, in die Sie kommen könnten. Sie werden sich später daran erinnern.

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