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Die Gesellschaft, in der wir leben – Lust oder Frust?

Es gibt offenbar ein Universum, indem alles verfügbar, wohlfeil und konsumierbar ist. Unsere Jungs müssen nur den Finger heben, und schon meldet sich eine Frau, die ihnen ihr Honigtöpfchen offeriert. Und das ist, wie vier vielfach lesen können, ganz schlecht, denn (Zitat)

«Sexualität ist kostbar und sie ist ein menschliches Bedürfnis. Sie ist ein sehr intimer Teil einer partnerschaftlichen Beziehung und hat neben einem tiefen Vertrauen und einer innigen Liebe ihren Platz genau dort.»

Männer – ausgehungert und abgehängt in Lust und Liebe

Im Universum nebenan quälen sich Jünglinge, gestandene Männer und Greise darum, einen Platz an der Futterkrippe der Lust zu bekommen. Oder der Sexualität und – ja, und tatsächlich sogar der Liebe. Und immer wieder werden sie vertröstet, veralbert und fortgestoßen. Damen haben schließlich „Ansprüche“ und Sie, junger Mann, entsprechen diesen Ansprüchen wahrscheinlich nicht. Frage Sie nicht, warum. In einigen Jahren werden die hochnäsigen, „leckeren“ Frauen ins Lager der Frustfrauen wechseln. Falls Sie das tröstet.

Für Frauen: das Schlaraffenland zum Vögeln im Nirgendwo

Übrigens – vielen Frauen geht es gar nicht anders. Auch sie sehen, dass es anscheinende zwei Universen gibt: Im einen muss sich Frau nur hinstellen, sich auf einer App verfügbar machen oder sich bei einer Sex-Dating-Agentur anmelden, und schon flattern die geilen Tauber mit Gurren ein. Frau kann sie erwählen oder verbraten – ganz gleich. Es gibt genug von diesen hübschen, potenten und höflichen Kerlen, die wundervoll küssen können und auch sonst sehr zungenfertig sind. Es ist das Schlaraffenland zum Vögeln.

Die anderen, die moralisch noch aufgerüstet sind und sich zudem in romantische Wolken hüllen, werden immer unsichtbarer. Nach vielen Versuchen, eine Beziehung wachsen zu sehen oder wenigstens länger als eine Nacht Freude an einem Mann zu haben, schlugen fehl. Sie flüchten einander in die Arme, allerdings rein platonisch, und beweinen ihr fehlendes Glück. Und ab und an schreiben sie Bücher darüber.

Berufsmoralisten und PR-Schwätzer können sich die Hand geben

Merkwürdig, dass es eine dieser Gesellschaften nur für Berufsmoralisten gibt: diejenige, in der Vaginen und Penisse beliebig konsumierbar sind, lieblos und für kurze Zeit, kostenlos und folgenlos. Und was die Autoren, die dem christlichen Abendland zutiefst verpflichtet sind, da schreiben, könnte genauso gut von den PR-Fuzzis der Gegenseite stammen: Dieses Universum gibt es nicht, aber werben wir doch dafür.

Dann ist Tina, 28, ist nicht an einer Beziehung interessiert, sondern daran, den Vogel herauszuhängen, und wenn’s nicht Tina ist, dann ist es eben nicht Tina, sondern Susanne, 32. Diese ist gleichfalls nur an Sex interessiert, jedenfalls behauptet sie das für die PR, und sie begründet dies damit, dass das Höschen in Beziehungen nun einfach nicht mehr feucht werden will. Erst verschwindet die Romantik, dann die Lust. Also gleich Sex-Dating – das gibt den Drive für ein leckeres Leben.

Märchen, Mythen und Sagen vom allzeit verfügbaren Sex

Wenn ich das alles so höre und vielleicht einer Trudi, 45, erzähle, dann denkt sie, dass ich kürzlich Besuch vom Weihnachtsmann bekommen hätte. Und falls ich lange zuhöre, dann sagt sie mir, wie lange sie schon darbt und lechzt und letztendlich doch nur Arschlöcher trifft, mit denen man nicht mal vorher reden kann – geschweige denn eine Beziehung eingehen.

Die Moralisten, die PR-Fuzzis und noch ein paar andere reden offenbar von einem Schlaraffenland der Lüste, das es so gar nicht gibt. Liebe muss mit der harten Währung „Vertrauen“ erschaffen werden, und Lust wird auch nur bei Gefallen verschenkt. Und der oft gerühmte und stark nachfragte „erfüllende, ekstatische Sex“? Nun, es ist möglich, in seinen Genuss zu kommen. Aber gegeben wird er offenkundig nur im Austausch mit dem, was der andere, der Bedürftigere, als Tauschmittel anbieten kann.

Was bleibt nun als Fazit? Vor allem, dass wir immer gut daran tun, das Mittelmaß im Auge zu behalten: Es ist wahrscheinlich, dass Sie dazugehören – und es ist ebenso wahrscheinlich, dass der Mensch, den Sie treffen, ebenfalls dazugehört.

Tacheles: Es ist Zeit, Tacheles zu reden. Gegen Anspruchsdenker, Moralisten und Schönschwätzer.

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