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Wenn uns die Wirklichkeit verloren geht …

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Wirklichkeit ist vielen Menschen bereits verloren gegangen. Wir glauben als Verbraucher, aber auch als Gesellschaft oder als Volk immer mehr das, was uns vorgegaukelt wird. Und vergessen dabei, dass wir auch eigene Erfahrungen machen und einsammeln könnten, die wesentlich mehr Wert und Sinn haben.

Für mich ist interessant, wie großartig sich viele Partnersuchende vorkommen. Wenn Sie wüssten, wo sie auf den Stufenleitern der Gesellschaft stehen, würden sie es leichter haben, aber sie wissen es eben nicht. Ihre grundsätzliche soziale Stellung, ihr Bildungsgrad, ihre Ausstrahlung … alles beruht auf Illusionen. Sie erkennen dies deutlich an der „Akademikerschwemme“: Akademiker sind längst abgewertet, seit sie in Massen auftreten. Das gilt übrigens nicht ausschließlich für die Partnersuche. Auch im Job ist es so: Manche Betriebswirtin blieb Sachbearbeiterin und wurde nicht Abteilungsleiterin, weil just zu diesem Zeitpunkt auch Hierarchien abgebaut wurden. Der Glanz der Akademiker auf dem Heiratsmarkt ist ohnehin längst verblichen. Nur wer sich „Doktor“ oder „Professor“ nennen darf, hat noch einen Vorteil – oder wer sein Studium genutzt hat, um Geld daraus zu machen.

Die selbstbewusste Frau war einst verpönt, dann als Partnerin sehr gefragt – das behaupte ich jedenfalls einfach aufgrund meiner Beobachtungen. Heute nun geben sich sehr viele Frauen selbstbewusst, doch sind viele dieser Frauen dabei nicht eindeutig. Wer aber eine selbstbewusste Frau suchte, der wollte keine wetterwendische Frau, sondern eine „gestandene“ Frau, also eine, die weiß, wer sie ist und was sie kann. Dennoch glauben viele Frauen, sie seinen „selbstbewusst“, nur weil sie ihren „eigenen Kopf“ haben, wie man in Norddeutschland sagt. Und was hat das mit der Realität zu tun? Wer glaubt, selbstbewusst zu sein, Ansprüche durchsetzen zu können und Forderungen aufstellen zu dürfen, der muss tief in der Realität verwurzelt sein, wenn es gelingen soll.

Von jenen, denen die Wirklichkeit längst abhandengekommen ist, werden Märchen und Mythen entwickelt, die sich kaum von Grimms Märchen unterscheiden. Die schöne, gebildete Königstochter fand ihren Helden durch Schicksalsfügung. War das nicht der Fall, so waren böse Feen oder missgünstige Hexen schuld.

Und heute? Die Märchen und Mythen über das Single-Dasein werden verherrlicht – es ist ja so schön, so wunderbar, so befriedigend, Single zu sein. Da ist manchmal wirklich so, solange man nicht in den Spiegel schaut und sieht, dass man immer älter wird, und solange niemand hinter Ihrem Rücken sagt: „Die/der wird auch immer merkwürdiger.“ Und wann dann auch der Powervibrator mit Netzanschluss nicht mehr das Glück bringt? Nicht die Luxuskarosse in Schwarz oder der schicke Sportwagen in Rot? Nicht der teure italienische Maßanzug und nicht das Kleid von (da sagen wir mal keine Marke), weder die 2000-Euro-Handtasche noch der 9000-Euro Fernseher? Dann …

Dann? Gut, wenn es dann noch Fallobst gibt. Menschen, die sich für ein kurzes Glück eignen und vielleicht auch tatsächlich für ein schönes Leben.

Nur – das hätten Sie auch einfach haben können, als das Obst noch an den Bäumen hing.

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