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Freude und Lust in Musik und Liebe

Es ist schon verrückt – wenn ich in einem Konzertsaal sitze, in dem man sogenannte „klassische Musik“ spielt, dann fühle ich mich, als säße ich in einem Panoptikum.

Entweder diese Menschen lauschen so intensiv, dass ihre Gefühle lediglich noch Gehörgang und Hirn erreichen, oder sie wollen die Musik gar nicht in sich aufnehmen. Oder sie sitzen hier, weil es die bürgerliche Auffassung von Kultur verlangt, ab und an einen Sitzplatz im Konzert mit seinem Hintern zu belegen.

Na schön – die Ernsthaftigkeit mag ja die Freude erzeugen. Nicht von ungefähr steht weithin sichtbar im Gewandhaus zu Leipzig der Spruch: „Res severa verum gaudium“. Ja, und dann kommen die Haarspalter und übersetzen: „Wahre Freude ist eine erste Sache“, während andere darauf bestehen, dass es heißen muss „Die ernste Sache ist die wahre Freude“.

In Leipzig mag man ja stolz sein auf diesen Spruch, wie immer er auch interpretiert wird, doch denken wir bitte einmal nach: Warum steht da überhaupt etwas von der „ernsten Sache“? Ist Musik eine Sache? Ist die Freude eine Sache? Und, egal wie man es übersetzt: Da will uns jemand sagen, was die „wahre Freude“ ist – und genau das ist ein unverschämter Übergriff.

Man ist in diesem Land immer noch geneigt, den jungen Menschen die Freude auszutreiben: Niemand soll sich nur freuen. Die Freude am Lernen und am Wissen wird uns schon in der Schule ausgetrieben. Man erklärt uns, dass der Ernst des Lebens bevorstehe, und da sei die Pflicht gefragt, nicht die Kür. Die Stetigkeit permanenten Strebens und nicht die Freude an der Arbeit. Die Konsequenz, ein Leben einzurichten und nicht die Lust daran.

Man kann die Ernst-Schablone überall anlegen, und was man damit erreicht, ist so gut wie immer, die Freude zu töten und die Initiative abzuwürgen.

So ist es auch bei der Liebe, der Partnersuche, der Partnerwahl und letztendlich auch beim Zusammenleben. Freude und Glück gehören zum Leben, und beides kann, soll und darf seinen Platz haben.

Ich wäre froh, wenn alle, die etwas lieben, einfach sagen: „Oh ja, ich liebe dies oder jenes.“ In der Musik wie in der Malerei, bei der Liebe wie beim Sex.

Und ja, es gibt viele ernste Momente. Aber mir will nicht in den Kopf, warum man bei der Partnersuche oder im Konzertsaal nicht auch schwelgen darf.

Sie merken vielleicht, dass ich am Sonntag in einem Konzert in Leipzig war. Es war die reine Lust, ob es nun eine ernste Sache war oder nicht.

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