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Neu-Definition der Liebe – Selbstbetrug oder Lustförderung?

Leidenschaft - eher ein Indiz für Sex als Liebe

Leidenschaft – eher ein Indiz für Sex als Liebe

Seit langer Zeit schwelt eine Diskussion, die dem Kundigen ein wenig lächerlich erscheint, die aber an Stammtischen, bei Damenkränzchen und insbesondere in klerikalen Kreisen diskutiert wird: Darf Sex eigentlich ohne Liebe geschenkt werden? Und falls ja, ist dies überhaupt möglich?

Wie bei allen Fragen zur Liebe müssen wir uns zunächst von der Weltanschauung lösen, um die wenigen Fakten zu sammeln, die uns zur Verfügung stehen. Nahezu alle Männer und der größere Teil der Frauen wissen, dass sich sexuelle Empfindungen durch viele Ereignisse auslösen lassen:

1. Anwesenheit eines attraktiven Menschen.
2. Erotisches Entgegenkommen, gleich, was die Ursache sein mag.
3. Sinnliche Vorstellungskraft.
4. Sinnliche Wahrnehmung, optisch.
5. Sinnliche Musik.
6. Sinnliche Gerüche.
7. Erwünschte Berührungen durch andere, auch nicht intim.
8. Intime Berührungen durch andere.
9. Intime Berührungen des eigenen Körpers.
10. Jede Kombination von 1 – 9.

Das Wort „Liebe“ können Sie nun zwar in die obengenannten Sätze einbauen, doch erklärt sich dadurch nichts. Etwas ausschließlich aus Liebe zu tun, als ohne jeden Eigennutz, ist ein hohes Ziel, das nur selten erreicht wird. Wir sagen ja gerne, dass wir etwas „im zuliebe“ oder „ihr zuliebe“ tun, aber in diesem Satz wird die Liebe bereits mit einem „aber“ versehen. Menschen tun es es entgegen unseren eigenen Wünschen (und gelegentlich auch gegen das eigene Unbehagen), um dem anderen ein Geschenk zu machen, sei es eigennützig oder uneigennützig.

Die Kombination von „Liebe und Sex“ ist eine Konstruktion. Theoretisch sind diese vier Zustände zwischen zwei Menschen möglich, die in der Praxis freilich variantenreicher sind:

– Keine Liebe, kein Sex.
– Wohl Liebe, aber kein Sex.
– Keine Liebe, aber Sex.
– Sowohl Liebe als auch Sex.

Wenn wir nun näher hinschauen, wann, wie und wo „Sex und Liebe“ kombiniert werden, dann ist es selten „Liebe“, die mit „Sex“ kombiniert wird. Vielmehr sprechen wie dann vom „Zustand der Verliebtheit“, also einem rauschartigen Zustand, in den sich die Menschen versetzen oder versetzen lassen. Daher mögen all die sinnlich-romantischen Erzählungen rühren, in denen „Sex aus Liebe“ geschenkt wird.

Ich will niemandem zu nahe treten, der hier nicht betroffen ist: aber Sex wird auch als Tauschmittel verwendet. Ob dies nun in Zeiten der „sozialen Überkorrektheit“ gesagt werden darf oder nicht: Sex ist ein Tauschmittel, mit dem sich sozialer Aufstieg, Macht und Einfluss, aber auch manche geldwerten Vorteile erzielen lassen. Und Sex ist auch ein Tauschmittel, um das „psychische Einkommen“ besonders lustvoll aufzufüllen. In der heutigen, wertlastigen, aber nicht wirklich wertorientierten Gesellschaft ist es ja beinahe ein Vergehen, auf die „Ökonomie der Sexualität“ hinzuweisen. Indessen leben Menschen besser, die ökonomisch mit ihren Ressourcen umgehen, was auch bedeutet: Mit minimalem Einsatz den größtmöglichen (auch emotionalen) Gewinn zu erzielen.
Was ich hier schreibe, ist nicht sonderlich populär, ich weiß. Sich selbst zu belügen ist oft die einzige Methode, um das eigene Verhalten zu rechfertigen. Aber: Wollen Sie sich ernsthaft selbst belügen, nur weil die Wahrheit nicht dem populären moralischen Standard entspricht?

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