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Einfalt – dein anderer Name ist Wissenschaft

Die Einfalt der Geisteswissenschaft ist ein Geburtsfehler. Sie entsteht dadurch, dass in die Interpretation von Zahlen mehr Aufwand gesteckt wird als in die logischen Zusammenhänge, unter denen man die Fakten ermittelt hat.

Also: Da ist eine Wissenschaftlerin, eine angeblich „dezidiert (1) heiratsorientierte“ Partnerbörse und eine Erkenntnis: Wichtig seien, so die Forscherin, nach ihren Ermittlungen, „Alter, Größe und Gewicht“.

Das wollen die Dame und ihr Team aus „1,1 Millionen Entscheidungen“ von 1855 Mitgliedern dieser „dezidierten“ Online-Heiratsbörse herausgefunden haben. Macht 540 Klicks pro Mitglied. Falls Sie jemals „online“ gesucht haben, werden sie wissen, dass jeder Klick Zeit kostet: Vorbereitungszeit, Beurteilungszeit, Nachbereitungszeit, einige Verabredungen …

Sehen Sie, sollte es sich wirklich um ein Edelportal aus New York handeln, dann würden die Mitglieder, trotzt ihrer möglichen Einfalt, sich doch mit den Menschen beschäftigen müssen, die sie auswählen, nicht wahr? Also muss etwas faul sein an der Studie.

Ja – und da lese ich dann auch noch, wo der Knackpunkt der Studie lag – nämlich in der Methode, mit der die Daten ermittelt wurden. Die Frage lautete nämlich: Wählen Partnersuchende ab (2) oder wählen sie aus? Und da ergibt sich nun etwas, das so offenkundig ist, dass man sich fragt, wie einfältig Wissenschaftler eigentlich sind. Denn natürlich wählen wir alle (nicht nur bei der Partnersuche) zunächst ab, bevor wir auswählen – sogar bei kleineren Entscheidungen. Beobachten Sie mal eine Frau, die sich ein Sommerkleid kauften, will,

Ach, ach – das wusste auch ein Typ aus Texas, ebenso Soziologe, der mutmaßte, dass zu „einem frühen Zeitpunkt“ die „Abwahlmethode“ üblich sei, die Suchenden dann aber nach einer Vorselektion die „Auswahlmethode“ erproben würden.

Oh Baby – Wissenschaft, affengeil, nicht wahr? Ja, und weil die „Süddeutsche“ dann noch eine Expertenmeinung brauchte, hat sie die Persönlichkeitspsychologin Jule Specht von der Humboldt Universität in Berlin befragt, die sagte, logisch und konsequent, aber ziemlich kompliziert:

Die Studie ende mit der versuchten Kontaktaufnahme, spiegelt also nur Wünsche wieder, nicht die wirklich vollzogene Paarbildung.

Ja, so etwas? Da ist etwa so logisch (und ebenfalls zutreffend) wie „Das Lesen von Stellenanzeigen entspricht nicht dem Job, den man schließlich bekommt.“

Ach so ist das? Hätte ich nicht für möglich gehalten. Nicht ohne die Wissenschaft. Und ja, ich habe mehr über die „Studie“ gelesen. Im Sciencemag.

(1) Dezidiert – bildungssprachlich für „eindeutig“
(2) Im Original: „Deal Breaker“.

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