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Die Jungfrau – wer ist es? Und wann und wie ist „sie“ was?

Wie fühlt sich eine Jungfrau eigentlich?

Wie fühlt sich eine Jungfrau eigentlich?

Oh nein – ich frage Sie nicht, ob Sie „Jungfrau“ sind, wann Sie ihre „Jungfräulichkeit“ gegebenenfalls verloren haben oder wie es geschah und mit wem.

Die Frage ist vielmehr: Was ist eine Jungfrau, und welche Arten von Jungfrauen kennen wir? Aber auch: wer fühlt sich als „Jungfrau“?

Zunächst wären da die Mediziner, die in früheren Jahren eine klare Grenze zogen: Der Verlust des Jungfrauenhäutchens war für sie der Bruch mit der Jungfernschaft. Zu den Zeiten, als „Jungfrauen“ in diesem Sinne noch begehrte Objekte wollüstiger Männer waren, verlangten diese sogar den „Jungfrauennachweis“. Darüber gibt es einschlägige historische Literatur, die wir heute nur noch mit Abscheu lesen können.

Eine andere Variante, die sich etwas moderner gibt, besagt, eine Jungfrau sei ein Menschen (also nicht ausschließlich eine Frau) vor ihrem ersten, vollständig vollzogenen penetrativem Geschlechtsverkehr. Ob mit oder ohne Kondom, spielt dabei für den Begriff keine Rolle. So definiert das Online Lexikon „Wikipedia“:

Mädchen gelten gesellschaftlich bis zu ihrem ersten Geschlechtsverkehr als Jungfrauen. Der erste Geschlechtsverkehr einer Frau wird Defloration („der Blüte berauben“, oder Entjungferung) genannt.

Jungfrau ohne penetrativen Sex?

Soweit, so gut – oder auch nicht. Denn was ist dann beispielsweise die erste Penetration mit einem Dildo? Was ist der erste Oralverkehr? Bleiben Frauen „Jungfrauen“, wenn sie regelmäßig instrumentelle Masturbation verwenden? Was ist mit Frauen, die ausschließlich Frauen lieben? Bleiben sie Jungfrauen, auch wenn sie intensiven Geschlechtsverkehr hatten?

Eigentlich sollten wie den Begriff „Jungfrau“ abschaffen. Er hängt immer noch irgendwie mit dem „Warencharakter“ der Töchter zusammen, die der Vater eben nicht mehr so leicht „loswurde“, wenn sie sich nicht als Jungfrauen erwiesen.

Denn was ist die „Jungfrau“ mehr als ein lästiges Etikett? Kann ein Mensch wirklich damit beschrieben werden, „Jungfrau“ zu sein? Ist der „erste Geschlechtsverkehr“ oder gar der „erste geschlechtliche Intimkontakt“ ein Maßstab für das Sein?

Sicher ist: In der westlichen, freien und gleichen Gesellschaftsordnung ist die Jungfräulichkeit kein Segen – aber auch kein Fluch. Sie ist eine Marginalie, eine Randerscheinung des Lebens, die allerdings immer noch bei Weitem überschätzt wird. War es indessen früher der „Verlust der Jungfräulichkeit“, der den Menschen Sorgen bereitete, so ist es heute die allzu lange Bewahrung. Mit anderen Worten. Wer zu Beginn der Volljährigkeit oder spätestens bis zum endgültigen Beginn des Erwachsenenlebens (gegen 25) noch „Jungfrau“ ist, der hat es schwerer, mit Partnerschaften umzugehen. Sexuelle Erfahrung wird heute vorausgesetzt.

Das Jungfrauen-Gefühl

Das heißt nicht, dass jeder Mensch über jede Art von sexueller Erfahrung verfügen müsste. Er sollte aber wissen, wie er/sie sich fühlt, wenn „es“ geschieht. Dennoch – und das ist eines der Probleme – kann sowohl der Mann wie auch die Frau schockiert sein von dem, was tatsächlich beim ersten Geschlechtsverkehr geschieht. Manchmal ist es zu erregend, dann wieder wurde die individuelle Verfassung falsch eingeschätzt – und oftmals ist es für beide im Grunde kein Genuss.

Falsche Vorstellungen vom Sex sind allerdings nicht nur beim ersten penetrativen „PIV“-Sex (1) möglich: Auch der erste Oralverkehr oder der Analverkehr löst in der Regel heftige Reaktion aus, die in jede Richtung zwischen Genuss und Abscheu gehen können. Es wäre also durchaus angebracht, von einer „Oraljungfrau“ oder „Analjungfrau“ zu sprechen. Auch erste Rollenspiele oder SM-Aktivitäten können das Gefühl erneut auslösen, eine Art „Jungfrau“ zu sein – also jemand, der keine Ahnung hat, mit welchen Gefühlen er wirklich rechnen muss oder darf.

(1) PIV – Penis in Vagina – heute üblicher Slangausdruck.
Siehe auch (englisch): Das Jungfrauen-Paradoxon)

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