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Wer ist schuld an der Schuld?

Die Schuld bedrückt uns, lässt und den Kopf herabsenken, behindert uns in unseren Tun und lähmt unsere Lebensfreude. Wir haben uns angewöhnt, diese Schuld mit Ritualen zu tilgen: Buße, Beichte, Reue, Selbstkasteiung, Entsagung. Nicht alles davon ist noch sehr populär, zugegeben. Doch da ist noch diese andere Methode: Warum sollen wir eigentlich die Schuld tragen? Wir können sie doch einfach anderen zuweisen. Gerade ist populär, dass Frauen die Schuld an der „kollektiven Misere ALLER Frauen“ an die Männer übergeben.

Die Tendenz, „ich kann keine Schuld auf mich geladen haben, weil ich nichts Böses getan habe“ durchzieht diese Ansicht in vielfältigen Meinungen und Beiträgen. Es klingt plausibel, nur ist die Schuld nicht davon abhängig, das „Böse“ in die Welt gebracht zu haben.

Sie ist vielmehr das Ergebnis eines nicht eingestandenen Verhaltens, das dazu führt, ständig Negatives zu erleben. Das typische Beispiel: „Ich gerate ständig an den Falschen“ oder „die Männer machen mir Versprechungen, aber dann verschwinden sie“ oder, auf einem ganz anderen Gebiet: „Ich habe so eine gute Ausbildung, aber niemand bietet mir den passenden Arbeitsplatz.“ Die Schuld daran haben dann die anderen – die Männer oder die Arbeitgeber, die Gesellschaft oder der Kapitalismus.

Einerseits ist dies verständlich. Denn wenn es stimmt, dass ein Schuldeingeständnis gegenüber sich selbst zwangläufig zu einem miesen Leben führt, wir mit gesenktem Kopf durch die Gegend schleichen oder das Leben zu hassen beginnen, dann ist es zweifellos ökonomischer, die Schuld von sich zu weisen. Anderseits aber wird damit die Situation manifestiert: Wenn wir keine Schuld an der Misere tragen, brauchen wir uns auch nicht zu ändern. Und wenn wir uns nicht ändern, dann bleibt die persönliche Misere. Es wird den nächsten Fall des persönlichen Versagens geben – und derjenige, der so denkt, wird wieder feststellen: „Ich hatte keine Schuld daran.“

Schon wäre, wenn das Wort gar nicht „Schuld“ hieße, sondern „mein Anteil daran“. Dann wäre der Weg geöffnet, um die Ursachen festzustellen. Aber – das wäre ja Arbeit, und was dabei herauskommen könnte, wäre möglicherweise peinlich für uns.

Mein Vorschlag wäre: die alten Zeiten von Schuld und Sühne, Verfehlungen und Reue und was wir sonst an altväterlichem Ballast mit uns herumtragen, endlich zu begraben. Suchen wir stattdessen nach unserem Anteil, nach den Ursachen – und vor allem – nach Lösungen.

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