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Das schwache Geschlecht wird „offiziell“

Die neue Sexualgesetzgebung manifestiert, dass Frauen das schwache Geschlecht sind. Damit eröffnet der Gesetzgeber eine neue Runde im alten Streit um die doppelte Moral: Frauen und Männer sind zwar vor dem Gesetz gleich, aber zugleich eben auch ungleich. Das neue Sexualstrafrecht ist angeblich ein Meilenstein zum Schutz der Frauen – es ist aber zugleich der Einstieg in eine neue Phase der doppelten Moral. Oder, wie der SPIEGEL dieser Tage in einer Kolumne schrieb:

An die Stelle der selbstbewussten Frau tritt das arme Hascherl, das den Mann grundsätzlich als Bedrohung erlebt.

Diese Tendenz kommt – was kaum noch verwundert – nicht etwa aus betont konservativen Kreisen, sonder aus der Mitte der Emanzipationsbewegung. Was Frauen sagen, wie sie handeln und was daraus entsteht, ist nach dieser Auffassung immer richtig, solange der Mann zum Feind taugt.

Der Hashtag „Aufschrei“, fast schon vergessen, fällt in diese Kategorie und markiert einen Meilenstein einer in Menschlichkeit und Frauenrecht verpackten Hetzkampagne, die heute offenbar auch bei der „Frau aus dem Volk“ angekommen ist.

Ob die Vorreiter dieser Kampagnen den Frauen damit einen guten Dienst erweisen? Ist es richtig, Gesetze speziell auf den „Frauenschutz“ zuzuschneiden? Kann es wirklich sinnvoll sein, den Mythos eines schwachen und entrechteten Geschlechts ständig zu verbreiten? Wie wirkt sich dies langfristig aus, wenn Frauen wirklich emanzipiert sein wollen, aber immer wieder nachsichtig als „das schwache Geschlecht“ behandelt werden sollen?

Fragen über Fragen – und keine Antworten. Das ehemalige „schwache Geschlecht“, überall erstarkt und in machtvollen Positionen, in denen gelegentlich auch erbarmungslose Härte gefordert wird, redet sich selbst ein, ein „schwaches, schutzbedürftiges Geschlecht“ zu sein.

Ob diese Darstellung nun übertrieben ist oder nicht – die Emanzipation ist dieser Tage nicht mehr das, was sie mal war. Das Ziel waren selbstbewusste Frauen in allen Lebenslagen– und von diesem Pfad der Tugend ist man nun abgewichen.

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