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Warum es keine Regeln für die Partnersuche gibt

Jagdstrategie unserer Vorfahren

Jagdstrategie unserer Vorfahren

Warum es im freien Westen keine Regeln für die Partnersuche gibt – und vor allem keine Dating-Regeln – wird in diesem Artikel bewiesen. Der Autor hält „Regelwerke für das Dating“ für Erfindungen der modernen Informationsgesellschaft. In Wahrheit exsitiere nur eine Regel: es gibt keine Regeln.

Im Tierreich ist es einfach: Das Männchen, das es schafft, das weibliche Tier zu überzeugen, darf es auch besteigen. Niemand soll sagen, dass wir alles darüber wüssten. Selbst, wenn es feste Regeln gibt, lassen sich diese dadurch umgehen, dass sich die Weibchen weigern oder die Männchen trickreiche Finten verwenden, um die Alpha-Tiere auszutricksen.

Menschenfrauen wählten nicht immer „Alpha-Männer“ – sonst säßen wir noch in der Savanne fest

Bei den Menschen muss es seit Millionen Jahren abweichende Muster gegeben haben. Wäre es so gewesen, dass nur unsere starken Jäger die Menschenweibchen begatten durften, würden wir heute noch blöd und öde in der Savanne herumlungern. Wer Pötte und Speerspitzen herstellten, konnte, Jagdanweisungen per Wandmalerei vermitteln konnte oder ein Feuer entfachen, war sicherlich für die zottigen Damen genauso interessant wie die kühnen Jäger, die dem wilden Mammut in die Augen sahen. Es ist sehr, sehr wahrscheinlich, dass es bereits vor Millionen Jahren eine Arbeitsteilung gab, und dass sich bei einigen Menschen eher intellektuelle und künstlerische Fähigkeiten entwickelten, während bei anderen eher Führungs- und Jagdinstinkte überwogen.

Und insofern – verabschieden Sie sich bitte von den Spinnern der Evolutionspsychologie. Denn für unsere Vorfahren galt, was auch heute noch gilt: Wer das Weib überzeugen konnte, durfte es auch besteigen. Sicher, dafür gibt es hübschere Ausdrücke, aber im Grunde geht es ja immer um das Gleiche: Wer paart sich mit wem, und welche Regeln gelten dabei?

Regeln und kulturelle Rituale – in Deutschland Schnee von gestern

Wie Sie sicher alle wissen, haben menschliche Kulturen dafür allerlei Regeln aufgestellt, die unserer westlichen, liberalen Kultur heute recht merkwürdig erscheinen. Die meisten dienen dazu, soziale und kulturelle Bindungen zu schaffen, die reines Menschenwerk sind. Unsere Kultur ist keinesfalls davon ausgenommen: Der Vater bringt die Braut zur Kirche – und dahinter steht die alte Regel, dass er damit die Verantwortung für die Tochter an den Ehemann überträgt. Vor etwas mehr als 100 Jahren wurde dazu zuvor ein Vertrag zwischen dem Bräutigam und dem Brautvater geschlossen, der die Details der „Übergabe“ regelte.

Von dieser Regel gab es Ausnahmen: Romantische Paare „brannten miteinander durch“, um der „Konvenienzehe“ zu entgehen, aber das hatte seinen Preis, denn in einer solchen „freien“ Ehe war die Versorgung der Tochter nicht gesichert.

Die freie Partnerwahl bedeutet: die Frau wählt den Mann

Insofern haben wir in den letzten Jahren einen enormen Fortschritt erreicht: Die menschlichen Weibchen wählen wieder, wie schon früher, diejenigen Exemplare der Männchen aus, die sie für zukunftsträchtig halten.

Ob dies die Partnersuche und die Partnerwahl einfacher macht, ist umstritten. Wenn in einer Region alle Männer, die infrage kommen, Bauernsöhne, katholisch und bodenständig sind, ist es fast gleichgültig, wenn die Bauerntochter wählt. Was aber, wenn die frischgebackene Akademikerin vom Land in der Großstadt oder gar im weltweiten Internet sucht? Sie hat fast keine andere Wahl, als sich den passenden Partner mit der Versuch-und-Irrtum-Methode zu erwählen. Das mag sehr interessant sein, verlängert aber die Zeit der Partnersuche erheblich – und verlangt zumeist, dass dabei eine große Anzahl von Beinahe-Beziehungen angesammelt werden.

Der Mythos der Dating-Regeln

Doch was ist nun eigentlich mit den vorhanden oder fiktiven Dating-Regeln, von denen wir immer wieder hören?

Eigentlich ist die Sache längst bekannt: Die angeblichen Regeln, die in westlichen, liberalen Gesellschaften immer wieder genannt werden, gelten nicht wirklich – sie sind vielmehr eine Faustregel, der manche Teenager folgen, aber längst nicht alle. Der Ursprung ist ebenso umstritten wie legendär: Der junge Mann sollte beweisen, dass er eine Frau ernähren kann – und dazu sollte er sie zum Essen ausführen. Erst als 1995 das Buch „The Rules“ erschien, wurden die Regeln unter Teenager-Eltern bekannt – und sie akzeptierten dankend die konservativen Inhalte, die sie auch an ihre Töchter weitergaben.

Der Hergang war möglicherweise wie folgt:

Grundsätzlich war man vor allem um die jungen Frauen besorgt, die Dates eingingen. Es gab zwar ungeschriebene Gesetze, wie die jungen Frauen (unter ihnen viele Teenager) Mädchen sich verhalten sollte, doch war den Eltern klar, dass ihre Töchter auch auf Abwege kommen könnten. Deswegen begannen einige Autoren, Regelwerke zu schreiben, die alle Facetten des Datings enthielten. Sie beinhalteten, wohin man gehen sollte, was man sagen durfte und was nicht, was man tragen sollte, und letztendlich, wie man sich verhalten sollte, um ein zweites Date zu erreichen oder zu verhindern. Diese Regelwerke wurden dann entweder durch Medien weiterverbreitet oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda von den jungen Frauen selber weitergegeben.

Gegenwärtig zerfällt das Regelwerk in den USA aus vielerlei Gründen – überwiegend dadurch, dass viele Paare für Zeitverschwendung halten, mit jedem potenziellen Partner erst einmal essen zu gehen. Aber sicher auch dadurch, dass sich die „Töchter“ nicht mehr in dem Maße bevormunden ließen, wie zuvor.

Deutsche Autoren haben hirnlos von US-Medien abgekupfert

Sehen wir uns Deutschland an, so wurden die Hauptregeln jenseits des „mädchenhaften“ Verhaltens“ einfach von US-Medien abgeschrieben. Besonders kurios ist dabei, dass die Regel „was man sagen darf und was nicht“ kritiklos übernommen wurde.

Was meine ich nun dazu? Ich schließe mich der britischen Journalistin Kira Cochrane an, die feststellte: „Und die einzige Regel ist, dass es keine Regeln gibt.“

Warum es keine Dating-Regeln gibt

Im Grunde ist klar, warum es keine Regeln gibt: weil bei jeder Begegnung ein Mensch auf einen Menschen trifft, der nach seinen eigenen Vorstellungen lebt. Das gilt umso mehr, seit sich Frauen seit etwa 1980/1990 mehr und mehr emanzipiert haben, weil sie inzwischen hervorragende Ausbildungen haben und daher selbst gutes Geld verdienen. Das war in den 1960er Jahren noch ganz anders. Damals mussten sich Frauen „nach der Decke strecken“ und versuchen, möglichst zeitgerecht unter die Haube zu kommen.

Ich kann Ihnen nur dies sagen: Vergessen Sie Regeln, und verhalten Sie sich stets so, wie Sie es selber als gut und richtig empfinden. Denn wirken Sie viel ehrlicher und natürlicher.

Geschreiben unter Verwendung zahlreicher Internet-Quellen, teils aus dem englischen WIKIPEDIA.

Bild: Foto des Autors.

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