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Der Datenklau geht weiter – diesmal: OK Cupid betroffen

Wie verschiedene Zeitungen und Online-Zeitschriften berichten, solle beim US-amerikanischen Datingportal OK-Cupid 70.000 vollständige Datensätze von Partnersuchenden gestohlen worden sein. Wahrscheinlich handelte es sich dabei hauptsächlich um Daten, die von europäischen Nutzern von OK-Cupid stammen.

Das Schlimmste daran ist aber, dass es drei Studenten der Universität Aarhuus waren, die die Daten für angebliche „wissenschaftliche Zwecke“ entwendeten, und völlig unerträglich ist, dass diese Leute nicht einmal Schuldgefühle dabei entwickelten. Im Gegenteil – sie fühlen sich nach wie vor völlig im Recht.

Auf seine Webseite bestätigt der Student Emil Kirkegaard, freimütig, dass er an einem Projekt über OK-Cupid arbeitet. Ab Ende 2014 habe er 70.000 Benutzerdaten abgegriffen. Dabei ging es um äußert private Daten, dann betroffen waren „Antworten auf ungefähr 2000 Fragen wie auch demografische Informationen“. Der Student behauptet, dass die Daten „öffentlich“ zur Verfügung gestanden hätten und er sie deshalb automatisch abgreifen konnte. Wie aus einer Forschungsbericht hervorgeht, wurde als Einstieg das Profil eines dänischen Studenten benutzt. Mithilfe eines Scrapers, geschrieben in der Programmiersprache Python, wurden die Daten dann automatisch abgezogen. Sodann veröffentlichte der Student die Daten auf dem Netzwerk OFS, das eigentlich für den Austausch von wissenschaftlichen Rohdaten unter Forschern bestimmt ist. Inzwischen wurden die Daten dort zwar gelöscht, sie standen dort aber eine gewisse Zeit öffentlich zur Verfügung.

Das Vorgehen wir auch die nassforsche Art und Weise, in der sich die Studenten jetzt rechfertigen, kann nur als Warnsignal an die gesamte Branche gewertet werden. Wenn es bei einem namhaften Datingportal möglich ist, sich mit einem simplen Profil anzumelden und kurz darauf 70.000 Datensätze automatisiert abzugreifen, dann ist die Intimsphäre der betroffenen Mitglieder eindeutig verletzt worden.

Der gesamte Vorgang lässt viele Fragen offen – vor allem aber werden sie an die Betreiber von Online-Dating-Seiten zu stellen sein: Warum sind die Daten der Benutzer nicht besser geschützt? Wie ist es möglich, dass Roboter „automatisiert“ Datensätze herunterladen und dies niemand bemerkt?

Die Universität Aarhuus hat sich inzwischen von den Studenten distanziert. Doch eine andere Frage bleibt: Wie viel Ehrgefühl und ethische Grundsätze haben angehende Wissenschaftler eigentlich heute noch?

Weitere Informationen:

Webseite von Emil Kirkegaard.
Blog-Seite von Kirkegaard zum Thema.
Twitter-Einträge (Uni Aarhus) dazu.
Zu Fragen der Ethik auch: Vox.

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