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Tragen Frauen die Verantwortung für die Dating-Krise?

Mehr Einsatz von Sex = bessere Heiratschancen? Mathematisch vielleicht

Mehr Einsatz von Sex = bessere Heiratschancen? Mathematisch vielleicht – praktisch eher fragwürdig.

Tragen Frauen die Verantwortung für die Dating-Krise? In den USA ist man davon überzeugt, dass die gegenwärtige „Sofortsexkultur“ auch auf Marktgegebenheiten zurückzuführen ist. Und der Grund für die Krise? Ein Engpass in der Männerwelt. Was niemand sagt, weil es nicht sehr fein ist: Da wird versucht, mit mehr Muschimacht nachzuhelfen, um die richtigen Kerle vor den Traualtar zu bekommen. Aber das wird kaum jemand so schreiben. Versuchen wir’s trotzdem?

Ich kam auf die an sich recht alte Geschichte durch einen Artikel, der ganz viele große Bilder enthält und einen ziemlich dürftigen Text – erschienen in der WELT Kompakt. Wenn sie mich jetzt fragen, warum ich dürftige Elaborate deutscher Journalisten erwähne, dann sage ich es Ihnen: Die WELT macht jetzt in Handy. Da braucht man nicht viel Text.

Das „Ding“ heißt „Welt kompakt“ oder kmpkt. Offenbar hat sich bei der WELT ein Redakteur erinnert, dass es einmal (es war im August) einen halbwegs ernst zu nehmenden Artikel in der „Washington Post“ gab. In ihm wurde richtigerweise behauptet, der Partnermarkt beruhe auf Mathematik. Allerdings kommen Frauen in dem Artikel von Jon Birger ganz gut weg. Wie so oft werden sie als leidtragende des Systems „Dating“ dargestellt – zwar nicht ohne Grund, aber eben auch nicht sehr überzeugend.

Hinaufheiraten und Hinaufschlafen scheidet jetzt fast aus

In Wahrheit geht es um eine längst bekannte Tatsache – Männer auf Augenhöhe und darüber sind seit einiger Zeit schwer zu finden. Der Grund dafür ist simpel: Jahrzehntelang konnte eine minimal gebildete, aber gut aussende US-Amerikanerin darauf hoffen, eine gute Partie zu machen und dadurch sozial auszusteigen – und Sex war das Lockmittel, eine Ehe zu provozieren. Nun allerdings sind Frauen selber gebildet, und der Weg zum Hinaufheiraten oder Hinaufschlafen ist deshalb nahezu verbaut. Ganz oben, also bei den etwa zwei bis drei Prozent Genies, die auch noch reichlich Kohle machen, kommen eben nicht alle an.

Also müssten die Damen sich mit dem Männermarkt begnügen, den es gib: gemischte Bildung, mittlere Einkommen. Klar, dass so etwas nervt, aber es lässt sich nicht ändern.

Der alte Trick läuft nicht mehr: die Muschifalle stumpft ab

Doch man kann diese Formel eben auch umkehren: Dann heißt es, dass es gegenüber dem bisherigen reich gedeckten Tisch für gut aussehende Frauen nun eben nur noch den Katzentisch gibt – gebildet oder nicht. Angeblich, so denken jedenfalls manche Autoren, nutzen Männer dies schamlos aus. Denn weil Frauen heute zwar ganz gerne ein bisschen herumvögeln, aber heimlich eben doch noch versuchen, die Muschifalle zuschnappen zu lassen, gibt es letztendlich reichliche Frauen, die zum Sex bereit sind.

Das Problem liegt also doch nicht in der Mathematik, sondern in der Mentalität. Denn würden all die Anspruchsfrauen, die Sex kräftig einsetzen, um nicht leer auszugehen, einmal von ihrem hohen Ross herunterkommen, wäre der Partnermarkt wieder in Ordnung.

Das könnte man auch in diesem Satz aus der WELT-kompakt zusammenfassen:

Während Bildungsunterschiede früher weniger relevant waren, heiraten heute vor allem Paare mit einer ähnlichen Bildungsbiografie. Wäre Frauen das egal, würde sich der Markt rasant vergrößern.

Verstanden? Es heißt nicht mehr und nicht weniger als dies: Die Anzahl der Frauen, die um die verbliebenen männlichen Akademiker herumscharwenzeln, hat zugenommen. Würden sich diese Frauenbesinnen und ihre Ansprüche zurückschrauben, wären ihre Chancen größer.

Was das heißt? Vor allem, dass die Möglichkeiten, die Karten neu zu mischen, bei den Frauen liegen. Sie sind die eigentlichen Verursacher der Misere – und nicht die Opfer, als die sie sich gerne sehen würden.

Hinweis: Sie empfinden dies alles als Provokation? Wie schön! Es ist beabsichtigt. Also sagen Sie bitte, was Sie denken.

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