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Ist Online-Dating wirklich „rational“?

Diese Meldung war für mich äußert interessant: An der Uni Frankfurt will Man herausfinden,

… wie die Vorstellung von romantischer Liebe einerseits und die nach rationalen Gesichtspunkten organisierte
Partnersuche beim Online-Dating andererseits verknüpft werden und wie die Beteiligten mit den Widersprüchen umgehen.

Das klingt auf den ersten Blick plausibel, auf den zweiten Blick aber befremdlich. Denn die „Partnersuche im Internet“ ist ganz überwiegend weder rational noch organisiert, und schon per Definition ist jede Art von aktiver Partnersuche nicht „romantisch“.

Beginnen wir einmal bei der „Selbstvermarktung“. Nahezu jeder suchende Single, insbesondere aber jede Singlefrau, beginnt jeden Morgen, sich zu vermarkten, und hört erst damit auf, wenn er/sie die Wohnungstür hinter sich abschließt.

Und beim Online-Dating soll „der Zwang zur Vermarktung“ plötzlich als grauenhaft empfunden werden? Da wird noch viel zu forschen sein, denn der große Unterschied beim Online-Dating besteht ja nur in der Tatsache, dass man einige Eigenschaften in der Vordergrund stellen muss – und dazu ist möglicherweise Selbstreflexion nötig. Von einem „Viehmarkt“ zu reden, ist völliger Unsinn – und wer sich einmal die „Viehmärkte“ aka Tanzlokale der 1960er Jahre mit ihrer „Fleischbeschau“ erinnert, wird dies bestätigen.

Interessant ist allerdings, dass relativ viele (auch intellektuell sein wollende) Menschen glauben, beim Online-Dating würde dem Suchenden tatsächlich ein „passender“ Partner vorgeschlagen. Seien Sie bitte ganz sicher: Den „tatsächlich passenden Partner“ gibt es nicht, sondern lediglich eine Anzahl von Partnern, mit denen es möglich ist, bei gutem Willen gemeinsame Ziele zu verwirklichen.

Und was nützen dann die „Tests“? Sie finden nach Eigenangaben „gleiche“, bei anderen Anbietern „ähnliche“ und neuerdings angeblich „beziehungsrelevante“ Eigenschaften heraus. Ob das stimmt oder nicht, ist niemals auch nur im Ansatz bewiesen wurden – es sind reine Werbeaussagen.

Man wird weiter beobachten müssen, was die Forscher heraausfinden. Sie glauben jedenfalls, dass Menschen, die den Suchstrategien der Online-Börsen folgen, bestenfalls den „vorab definierten Erwartungshaltungen“ entsprächen – aber sich eben nicht verlieben würden. Hinzu käme, dass die Tests überwiegend „Gleichheiten“ feststellen würden – und daher für Langeweile sorgen würden. Dazu käme noch eine Frage, die ich mir oft stelle: Ist es gesellschaftspolitisch überhaupt wünschenswert, Menschen mit „gleichen“ Eigenschaften zu vermitteln, die ihre Denkweise nicht einmal als Paar erweitern wollen? Wollen wir wirklich, dass starre Weltbilder und jede Art von Einseitigkeit konserviert wird? Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir als Gesellschaft wirklich so dämlich sein wollen.

Zitat aus dem ECHO.

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