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Dating-Unfug mit Wissenschaft, Klauen und Zähnen?

Dating-Unfug mit Wissenschaft, Klauen und Zähnen? Inzwischen geht es nur noch um Geld, Macht und Einfluss – und längst nicht mehr um die Zufriedenheit der Kunden. Man kämpft mit Klauen und Zähnen – und schadet sich dabei am Ende selbst. Die Branche ist nicht nur in einer wirtschaftlichen Stresslage, sondern auch in einer Glaubwürdigkeitskrise. Und sie tut nichts dagegen, sondern verstrickt sich in Grabenkämpfe.

Wenn Sie etwas Neues wissen wollen: Ich kann die Dating-Branche einfach nicht mehr ernst nehmen. Nahezu alles, was dort derzeit verbreitet wird, ist eine Art Kampf um Geld und Einfluss, verlorene und gewonnene Prozesse und dem Wunsch, aus den Kunden so viel Geld herauszuleiern, wie es irgend möglich ist. Das hektische Geschrei um Tinder und die Frage, ob diese „App“ nun ein Sex Karussell oder eine Partnerschaftsvermittlung ist, ist mir schon immer auf den Sack gegangen – anders kann ich es nicht ausdrücken. Denn hinter dieser Frage stehen nur scheinbar moralischen Erwägungen – in Wahrheit geht es um nichts als die große Kohle, die man in Zukunft mit Tinder und anderen Apps herausholen will.

Ja und da wäre noch die Konkurrenz. Die kocht mit demselben labbrigen Wasser wie alle andern auch, muss nun aber unbedingt auf Differenzen hinweisen. Und das tut sie auch – mithilfe der Presse, die ja bekanntlich „für alles gut“ ist.

Also las ich im „Independent“ vom 29. August 2015, dass die Dating-App „Hinge“ (ja, die gibt’s auch) 1.500 existierende Nutzer gefragt hat, was sie dort suchen. Und – ach, wie schön für „Hinge“- gaben nur zwei Prozent der Benutzer an, dass sie jemanden zum Abschleppen suchen, während 33 Prozent nach Bekanntschaften suchten erstaunliche 63 Prozent nach grundehrlichen Beziehungen.

Was ohne Zweifel dazu dienen soll, ein paar Neukunden zu gewinnen, die auf „Beziehungssuche“ sind und keinesfalls einen ONS im Kopf haben.

Was zu Anfang ganz hübsch klingt (die Frage, ob ernstlich „wissenschaftliche“ Methoden angewendet wurden, wird vom „Independent“ gar nicht erst gestellt), ist in Wahrheit Tinnef. Die Zeiten, in denen jemand „bedingungslose Beziehungen“ suchte, ist spätestens mit der Beerdigung der Heiratsanzeigen untergegangen. Die heutige Suche ist immer ergebnisoffen, das heißt, der Mensch, den man als nächsten trifft, ist vermutlich nicht der Mensch, den man heiraten wird. Zwar gibt es tendenziell eher Webseiten, die dafür bekannt sind, dass dort eher kurz- und mittelfristige Beziehungen eingegangen werden, doch auch auf den „Edelportalen“ wird nicht das erstbeste Date geheiratet.

Wer heute im hektischen Getümmel der 21-25-jährigen einen Partner sucht, ist gut beraten, sein Handy zum Telefonieren und zum Austausch von privaten Nachrichten zu nutzen, das Regenradar einzuschalten oder meinetwegen seinen Lieblingssender zu hören. Wenn er Dating-Apps lädt, ist das kein Schaden – aber er (und vor allem jede Frau) sollet sich darüber klar sein, dass er/sie sich zum öffentlichen Spielball degradieren lassen könnte. Wahrscheinlich ist niemanden auf den Dating-Apps klar, wie oft man dort täglich bewusst abgewählt wird – viel häufiger als im wirklichen Leben. Wer absolut in dieses Spiel einwilligen will, soll es tun. Aber bitte dann nicht hinterher beklagen, dass am Ende nichts dabei herauskommt als eine Menge halbherziger, öder und auf Dauer lästiger Verabredungen.

Klar kann man mit billigen oder kostenlosen Online-Dating-Anbietern oder auch Apps hin und wieder einen Partner kennenlernen – aber nur, wenn man sehr selbstbewusst und weitgehend gegen Enttäuschungen immun ist. Bleibt die Frage, ob man sich das antun will, selbst, wenn man sich dabei nicht erniedrigt dun abgewertet fühlt.

Und übrigens kann ich Ihnen so viel in die Hand versprechen: Die beste Methode, eine schnelle Affäre zu bekommen ist dank der Blödheit vieler Menschen immer noch, zu behaupten, man suche „etwas Festes“. Und aus dieser Sicht behaupten dann viele mehr oder weniger trickreiche Frauen und Männer, auf keinen Fall einen ONS zu suchen. Ein letzter Satz gefällig? Sehr wenige Frauen und Männer mit etwas Hirn im Schädel werden Ihnen sagen, sie suchten dringlich einen festen Partner, wenn sie einen suchen. Das klingt dann gleich viel zu sehr nach „Krallen“.

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   (10. Juli 2015)