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Liebe finden – Glückssache oder Folge von „Beziehungsfertigkeiten“?

Spontane Lust findet sich häufig ... aber Beziehungen sind Glückssache - oder doch nicht?

Spontane Lust findet sich häufig … aber Beziehungen sind Glückssache – oder doch nicht?

Zwischen dem Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden und der Möglichkeit, daraus eine tragfähige Beziehung aufzubauen, liegen Welten. Noch vor wenigen Jahrzehnten, als sich die Psychotherapie noch nicht aller Themen dieser Erde bemächtigt hatte, galt es als Glückssache, eine Beziehung erfolgreich zu gestalten.

Dabei war die Grundlage relativ einfach: Um eine Beziehung einzugehen, musste man Abstriche bei vielen eigene Wünsche machen, um in der Mitte einen Kompromiss zwischen den Absichten der Partner zu finden. Der Beziehungsbeschleuniger war mal das wirtschaftliche Überleben, mal die sexuelle Begierde und mal die Liebe – wobei Letztere stark romantisiert wurde.

Beziehungsfertigkeiten und Beziehungsunfähigkeit

Erst, als wirtschaftliche und moralische Gründe für die feste Beziehung nach und nach bröckelten, hörte man einen merkwürdigen Begriff: „Beziehungsunfähigkeit“. Plötzlich waren Menschen, die sich nicht auf Beziehung einlassen wollten, „beziehungsunfähig“.

Inzwischen ist der Begriff wieder aus der Mode gekommen, aber durch die Hintertür hat sich ein neues Monster eingeschlichen: die „Beziehungsfertigkeiten“. Denn wenn es Menschen offenbar schwerfällt, erfolgreiche Beziehungen einzugehen, dann muss es wohl daran liegen, dass es ihnen an „Fertigkeiten“ ermangelt. Im Grunde genommen ist das „Fördern von Beziehungsfertigkeiten“ im Erwachsenenalter nur eine positiv empfundene Umkehrung des Begriffs „Beziehungsschwächen behandeln“

Die WHO hat zehn Grundsätze aufgestellt – nicht „den einen“

Trifft das wirklich zu? Wer dafür plädiert, beruft sich gerne auf die Weltgesundheitsorganisation, die ein Papier veröffentlicht hat, das zehn essenzielle Fähigkeiten beinhaltet, um ein psychisch erfolgreiches, gesundes Leben zu führen. Dort finden wir in der Tat in einer von zehn Forderungen an die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen diesen Punkt:

„Die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen herzustellen“, im Original, als „Interpersonal Relationship Skills“ bezeichnet.

Wohlgemerkt: Wir reden von einer Fähigkeit, die im Prinzip vorhanden ist, die aber schulisch so weit gefördert werden soll, dass sie im Erwachsenenleben Vorteile bringt.

Das Herumdoktern an Beziehungsschwächen ist populär

Nun wäre es allerdings hilfreich, auch die neun anderen Fähigkeiten zu kennen, die merkwürdigerweise nicht so hoch gehandelt werden: Beispielsweise die Fähigkeit zum analytischen Denken oder die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

Doch der Mangel an Problemlösungsfähigkeiten steht nicht im Fokus, weil sich an ihm kaum Geld verdienen lässt. Auch an der Entscheidungsschwäche oder der fehlenden Fähigkeit zum logischen, analytischen Denken ist kaum Geld zu verdienen. Ganz im Gegensatz zum Herumdoktern an vermeintlichen Beziehungsschwächen – wohlgemerkt, an Menschen, die psychisch ansonsten als völlig gesund gelten.

Männer sind beziehungsunfähig – eine Fehlannahme

Ich wurde neulich gefragt, worauf ich zurückführe, dass so viele Männer offenkundig beziehungsschwach oder gar beziehungsunfähig seien. Offen gesagt habe ich keine Indizien dafür gefunden, dass Männer tatsächlich bindungsunwillig, bindungsunfähig, bindungsschwach oder gar krankhaft bindungsgestört wären, jedenfalls nicht mehr als Frauen.

Während der wirtschaftliche Zwang oder der sexuelle Druck abgenommen hat, die beide einst zur Aufnahme von festen, rechtlich verbindlichen Beziehungen führten, hat die Kompromissbereitschaft in gleichem Maße abgenommen. Kompromisse waren in Deutschland noch nie beliebt, obgleich es doch heißt „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“ Heute stehen die Ansprüche den Kompromissen gegenüber, und solange Menschen glauben, noch die Wahl zu haben, siegen die Ansprüche.

Letzte Station:entwürdigend nach Liebe lechzen

Ich kann gegen diese Entwicklung nichts tun, als zu warnen: Die letzte Station der Anspruchshaltung ist das entwürdigende Lechzen nach Liebe, die Erniedrigung, die damit verbunden ist, einen Lover zu finden, den man mit anderen teilen muss, aber keinen Partner, der zu einem hält. Für arme Männer soll der Puff ja eine Alternative sein, für reiche Männer die Flatrate-Geliebte, auch Sugar Baby genannt. Für Frauen bleiben dann die verheirateten Männer, die lüsternen Jünglinge oder die Escort-Männer.

Fragt sich: Ist das ein lebenswertes letztes Drittel der Liebe?

Wenn ich darüber nachdenke, lande ich stets dann eher über den Unwillen, Kompromisse einzugehen. Denn darin sehe ich wirklich einen Mangel. Und wenn ich dann wieder an die WHO denke, dann eben auch daran, dass die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen herzustellen, auch die Möglichkeit beinhaltet, mit anderen Menschen Kompromisse einzugehen.

Wann beginnen Sie damit? Mein Tipp: noch heute. Aber jedenfalls, bevor Sie 30 Jahre alt werden.

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