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Realitätsnähe – Tinder kontra Online-Partnervermittler

Auch große, berühmte Zeitungen wie die „Washington Post“ sind nicht frei davon, ein paar Aussagen, Behauptungen und wenig überdachte Stellungnahmen zu einem Gedanken-Eintopf zusammenzurühren.

Diesmal ging es darum, welche Datingmethoden sinnvoller sind – oder vielleicht „näher an der Realität.“ Wer solche Fragen stellt oder beantwortet, sollte jedoch wissen, was „die Realität“ des Kennenlernens überhaupt bedeutet.

Tinder, so wird unter Berufung auf Professor Eli J. Finkel behauptet sei näher an der Realität, weil Tinder dem „alten Stil“ des Kennenlernens näher komme: „Den Blick auf jemanden werfen, nichts über seinen Hintergrund zu wissen, aber zu fühlen, wie attraktiv er wirkt.“

Wie bekannt, arbeiten Online-Partnervermittler mit einer anderen Methode: Ihr Geschäftsmodell erfordert aus rein technisch Gründen ein Grundlagenverfahren zu Partnerfindung. Aus Akzeptanzgründen wird dazu eine als „wissenschaftlich“ oder als „psychologisch“ bezeichnete Partnerauswahl verwendet.

Wer ist nun näher an der Realität?

Bei näherer Betrachtung erweist sich: Keines der verfügbaren Modelle hat mit der „Realität“ das geringste zu tun. Wer in der Umgebung (ich vermeide das Wort Realität, weil es zu abstrakt ist) auf Partnersuche ist, nimmt kein Foto wahr, sondern eine Person, die sich bewegt, und bei der man aus der Körpersprache gewisse Schlüsse ziehen kann. Die alles ist bei einem Foto nicht der Fall. Es war also nichts mit der angeblichen „Realitätsnähe“ bei Tinder.

Und wie „real“ ist Online-Dating? Nun, diese Form der Partnersuche simuliert einen Raum (etwas wie auf einer Party), in dem sich angeblich ähnliche Partner zusammenfinden. Dabei, so behaupten jedenfalls die Anbieter, werden nur solche Menschen virtuell in „einen Raum“ eingeladen, deren Eigenschaften zusammenpassen. Realistisch ist daran bestenfalls (und auch nicht immer), dass man Personen mit ähnlichem Hintergrund trifft, wie im wirklichen Leben.

Insofern repräsentiert „Tinder“ eher die Methode „Ich gehe hinaus in die Welt und gucke mal, wer zu mir passen könnte“ während Online-Partnervermittler wie PARSHIP oder ElitePartner eher die Methode „Ich kann eine Reihe von Partner mit ähnlichem Hintergrund kennenlerne“ repräsentieren.

Beide Methoden sind weder falsch noch richtig, jedoch spricht die Fotosuche (Tinder) eher junge, noch nach Partnerorientierung suchende Menschen an. Hingegeben sprechen die Partneragenturen (Online-Partnervermittler) mit ihren Persönlichkeitsprofilen eher Menschen an, die bereits wissen, wer und was gut für sie ist.

Nur gemeinsam verbrachte Tage und Nächte sind real

Kommen wir zurück zur Realität. Realität entsteht bei der Partnersuche überhaupt nur dann, wenn beide Partner etwas voneinander wollen – was zunächst bei keiner Online-Partersuche der Fall ist. Und auch „im wirklichen Leben“ trifft dies selten auf Anhieb zu. Die erste „Realität“ ist immer ein längeres Gespräch, ein Spaziergang, etwas gemeinsam Erlebtes, die gemeinsame Nahrungsaufnahme oder eine gemeinsame Liebesnacht.

Realität und ihre Verblendung durch Romantik

Wir dürfen uns nicht von der derzeit üblichen, künstlichen Wiedererweckung der Romantik blenden lassen, und auch nicht von diesem greisenhaften Getue um „die Liebe auf den ersten Blick“. Ein Paar entsteht erst dann, wenn beide Partner gemeinsame Erlebnisse hatten und dadurch das wichtige „Wirgefühl“ entwickeln – und Liebe benötigt lange, bevor die Knoten sich wirklich verfestigen.

Gehen wir also nicht so verschwenderisch um mit dem Wort „Realität“ – vor allem nicht bei Paaren.

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