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Die Woche: Kritik, Elite-Dating, lesbisches Dating und Nackt-Dating

Partnersuchende, vor allem solche in Großstädten, sind offensichtlich einer zuvor Theaterprinzessinnen vorbehaltenen, gutartigen Psychosen verfallen. Wären Freude und seien Konkurrenten noch aktiv, würden sie jetzt sicherlich einen Namen dafür finden: das Turandot-Syndrom. Leider hat diesen tollen Namen schon ein anderer geprägt, der TAZ-Autor Frieder Reininghaus. Der allerdings sagt: „Es geht im Kern um die bis zur Neurose steigerungsfähigen Vorkehrungen, die der weibliche Wille zur Selbstbestimmung gegen seine Unterdrückung treffen muss.“ Na ja, der ist eben Musikkritiker, und da darf es immer eine Nummer schwülstiger sein. Also noch mal das Ganze in Pitsch-Patsch-Deutsch: „Tu so, als wärest du zur wertvoll für andere, damit du einen Grund hast, allein zu bleiben. Dann klage darüber.“

Die Augenhöhe – reicht sie bis zum Knie?

Zurück zu den Niederungen dieser Erde: Da wäre der Hundekot, den zahllose Besserwisser im Internet hinterlassen – und er hat etwas mit dieser Turandot-Haltung zu tun: Partnersuchenden Singles wird eingeredet, sie könnten nur „auf Augenhöhe“ miteinander verkehren. Das klingt gut, ist aber Blödsinn, denn wer sich „auf Augenhöhe“ mit jemandem treffen will, sollte erst einmal wissen, wo seine angebliche „Augenhöhe“ ist. Möglicherweise reicht sie nur bis zum Knie. Oder bis zur Brust.

Online-Dating-Kritiker schreibt ernüchterndes Buch

Die Kritik am Online-Dating nimmt deutlich zu – leider allerdings nur von sogenannten „Kapitalismusgegnern“, die von vornherein unter Ideologieverdacht stehen. Hätte dieser Milosz Matuschek sich etwas mehr Mühe gegeben, in die Tiefen seines Themas „Schluss mit der perfekten Liebe“ abzutauchen, dann wäre das Buch sehr sinnvoll. Doch weil das schmale Bändchen „Das romantische Manifest“, das Romantik und Online-Dating zu untersuchen vorgibt, so oberflächlich ist, ist es eben auch angreifbar. Richtig am Buch: Es greift die erzkonservative und selbstherrliche Art an, in der Online-Partervermittler die Welt der Liebe und der Partnersuche sehen. Eine Vorab-Kritik erscheint bereits in der Liebeszeitung. Hier werde ich nächste Woche noch tiefer auf die Aspekte des Online-Datings eingehen. Vorläufig können Sie hier den ergänzenden Artikel über die psychologisch begründete Arroganz einschlägiger Unternehmen lesen. Und damit Sie nicht etwa auf die dumme Idee kommen, ich sei ein Gegner dieser Unternehmen, sollten Sie zweierlei wissen. Erstens: Intern verfügen diese Unternehmen längst über Gutachten, die dazu raten, das „Image“ zu verändern, aber andererseits traut man sich nicht heran, um die „besseren Bürger“ mit konservativen Denkschemata nicht zu verprellen. Und zweitens: Was mir auffiel und was Milosz Matuschek wortreich beklagt, fiel auch Manfred Klimek vom Wirtschaftsmagazin Brand Eins auf – und er entdeckte einen eklatanten Widerspruch von Werbeaussagen und Realitäten.

Was ist los mit den „besseren“ Frauen?

Sehen Sie, bei den sich als elitär verstehende Online-Dating-Agenturen aka Online-Partervermittlern sollte man erwarten, auch geistvolle Frauen zu treffen, die ihr Oberstübchen in Ordnung halten und den Erfrischungsraum nicht zu früh öffnen. Manfred Klimek hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. Sicher, die hätte er vermeiden können. Aber bestimmt nicht mit den Eia-Popeia-Ratschlägen, die den Partnersuchenden in Foren und vermittels fragwürdiger Tipps gegeben werden.

Lesbisches Smartphone-Dating – viele Farben bei neuen Apps

Texte über lesbische Beziehungen und Kennenlern-Möglichkeiten erreichen mich vor allem aus den USA, und weil ein Teil davon sehr ansprechend und witzig ist, dringen sie schneller in mein Hirn als die eher drögen Berichte aus Deutschland. Ist wirklich charmant, die Webseite der Amis. Immerhin habe ich auf diese Weise auch eine deutsche lesbsiche „App“ gefunden.

Nackt am Strand herumhüpfen als Dating-Show

Bleibt noch der Aufreger der Woche: Nackt-Dating. Adam sucht Eva – ohne Äpfelchen und gespendetem Fell, sondern splitterfasernackt. Auch nicht im dicken schwarzen Buch, sondern leibhaftig im Fernsehen – allerdings im Niederländischen. Die fälschlich Dokusoaps genannten Inszenierungen spielen mit den üblichen Versatzstücken, bringen aber eben zusätzliche nackte Akteurinnen und Akteure auf den Bildschirm, die mit Stutenbissigkeit und Körperattributen (soweit weiblich) um den Kerl im Adamskostüm buhlen. Oh, wäre ich ein App-Produzent, so würde ich diese Idee sogleich in eine neue Dating-App umsetzen. Heureka! Die Möglichkeiten sind nicht endenwollend …

Aha – Fakes als Qualitätsmanagement

Wozu braucht eine Seitensprungagentur so viele Fakes? Jetzt wissen wir es: Man betreibt damit Qualitätssicherung. Hätten wir uns ja auch gleich denken können.

Wo bleibt die Liebe, wo das Positive?

Schon bekanntere Herausgeber haben weitaus berühmtere Autoren als mich gefragt, wo denn das Positive bleibt. Ich denke, das Positive an der Liebe ist immer das, was sich nicht beschreiben lässt. Denn in Wahrheit – auch das soll hier gesagt werden – ist die Liebe, ja sogar die Partnersuche ganz anders. Denn sowohl die mit den großen Tröten ausgestalte Branche wie auch ihre zähnefletschenden Kritikerinnen und Kritiker beißen sich alle an den gleichen Hosen und Röcken fest.

Das Positive? Es kommt aus uns heraus, wenn wir lieben. Vorbehaltlos – und es muss nicht unbedingt „auf Augenhöhe“ sein.

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