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Das verlogene 40-Tage-Dating-Experiment

Liebe sollte nicht öffentlich gemacht werden – dann kann viel Geschirr zerschlagen werden

Was tun man nicht alles, um populär zu werden? Jessica Walsh und Timothy Goodman versuchten es auf ungewöhnliche Weise. Und sie hatten damit Erfolg, indem sie vorgaben, ein angebliches Dating-Experiment zu absolvieren. So etwas kommt immer an. Dating an sich ist ja ein „Ami-Kult“, und auch außerhalb der USA fragt man sich bei jeder Liebesschnulze und jeder Dating-Show „Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?“ Genau das aber wollten offenbar nach Tausenden zählende Leser und Leserinnen ihres Blogs wissen, die damit zu Voyeuren der Innenseite einer Lovestory wurden.

Das entspricht ganz der Schnittstelle zwischen Hollywoodkitsch, einer künstlerischen Performance und der einem FACEBOOK-gerechten „Nachaußenkehren“ des Privaten – kein Wunder, dass so viele Menschen daran interessiert waren.

Das Ganze wurde als Blog veröffentlicht – die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher kaum sein konnten, wollten angeblich wissen, ob sie sich innerhalb von 40 Tagen in ihrem Verhalten soweit ändern konnten, dass sie zusammenfinden. Ob sie es tatsächlich wissen wollten, ist allerdings zweifelhaft.

Während die Jubel-Kolumnisten (auch Deutschland) sich in Lobhudeleien überboten, waren die Kritiker ganz anderer Meinung, uns sie fanden: Das Ganze hat mit Dating nichts zu tun gehabt. Es war eine Show, und sonst gar nichts. Zitat:

Von Anfang an war das Projekt so gestaltet, dass es vom Publikum beobachtet werden konnte. Das heißt, alles was sie taten, würde später von jemandem gelesen werden.

Jeder Wissenschaftler weiß, dass eine Beziehung, die beobachtet wird, einen anderen Verlauf nimmt als eine Beziehung, die sich frei entfalten kann. Aber hier wurde noch wesentlich stärker manipuliert: Alles, was getan wurde, wurde nur deshalb getan, um es später veröffentlichen zu können – was das ganze angeblich „Experiment“ zu einer Farce machte.

Nun gut – die beiden haben den Erfolg, den sie sich vermutlich gewünscht haben – Popularität. Zu diesem Erfolg könnte man sie beglückwünschen, wenn das ganze Experiment nicht so ungeheuer verlogen gewesen wäre. Das Experiment gehört in den Bereich moderner, intellektuell angestrichener Seifenopern – und weiter gar nichts. Nur mit dem Unterschied, dass vor den Bildschirmen keine Dumpfbacken sitzen, sondern angeblich intelligente Menschen, die das Geschehen zumindest teilweise für Real halten. Na schön – die beiden bringen vielleicht demnächst ein Buch heraus und möglicherweise wird die Sache auch noch verfilmt – dann hätten sie bewiesen, wie leicht es ist, das ganze Netz-Volk zu verhöhnen und Journalisten vom Weg der Tugend abzubringen.

Nein, die ist nicht, wie die ZEIT schreibt, „ein in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Experimentes darüber, was das heute eigentlich sein könnte, die Liebe.“ Dies ist das Eingeständnis, dass sich alles vermarkten lässt, was mit der Liebe im Zusammenhang stehen könnte.

Lesen Sie dazu bitte auch DIE WELT, die alles sehr blauäugig sieht.

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