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Warum vögeln?

Symbol für Sex im Badehaus: der Vogel

Warum schreibt die Liebepur neuerdings „vögeln“? Ganz einfach – weil es uns zu kompliziert ist, „Sex haben“ zu benutzen. Aber nicht nur das. „Sex haben“ ist ein Begriff aus dem Englischen, der völlig daneben liegt. Man „hat nicht Sex“, sondern man vögelt jemanden, wird gevögelt oder vögelt miteinander. Sex setzt in der Regel den Willen voraus, mit dem anderen etwas zu tun – und meistens etwas, dass ziemlich tief in ihn eindringt oder von dem er durchdrungen wird. Ich meine das keinesfalls nur körperlich.

So etwas wie Sex „hat man“ nicht einfach, so wie man schnell mal eine Currywurst hat – Pardon, die isst man wenigsten noch. Es kann ja such sein, dass man ein Glas Premium Sekt „hat“, aber ich trinke ihn lieber. Und insofern halte ich Menschen, die ständig „Sex haben“ im Munde führen, für niederträchtige Sprachpfuscher.

Ja, es kann durchaus sein, dass ich es selber verwendet habe. Die Zeitströmungen machen auch vor mir nicht halt. Doch tatsächlich degradiert „Sex haben“ alles, was mit der Lust zusammenhängt. Wer „in den Puff geht“, dokumentiert damit wenigstens noch, dass er es wirklich will. Wer Sex „hat“, entwürdigt den Sex, sich selbst und seine sexuellen Partner.

Es ist würderlos, nur „Sex zu haben“. Es ist hingegen nicht entwürdigend, jemanden zu vögeln, gevögelt zu werden oder sich gemeinsam die Seele aus dem Leib zu vögeln. Wer es will, soll es tun – und es so benennen. Die Liebepur sagt in Zukunft „vögeln“ wenn das Vögeln gemeint ist. Wenn es mehr als das ist, und noch unklar ist, was eigentlich gemeint ist, sagen wir „körperliche Liebe“, und wenn es alles Glück dieser Erde ist, dann sagen wir schlicht und einfach Liebe.

Falls sich unsere Leserinnen über 40 daran nicht gewöhnen wollen – na bitte schön, dann eben nicht. Ich habe viele Frauen „bumsen“ sagen hören und schreiben sehen, und irgendwie finde ich das Wort ungehörig. Das „vögelen“ weist wenigsten noch auf einen sinnlichen Zusammenhang hin. Wenn die höfische Dame ihren Liebhaber (meist einen Troubadour, auf Deutsch „Minnesänger“) empfangen wollte, hing sie den Vogelkäfig heraus, um zu zeigen, dass für ihn die „Luft rein“ war. Der Vogel wurde im Mittelalter zum Symbol sexueller Freiheit – warum sollten wir das Wort also nicht verwenden?

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