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Ehe ich mich schlagen lasse: Sind SM-Spiele gefährlich?

Ehe ich mich schlagen lasse – sollte ich wissen, ob SM-Spiele gefährlich sind. Die Frage müsset eigentlich lauten: Sind sie für MICH gefährlich, denn jeder Mensch hat unterschiedliche psychische und physische Grenzen – den Unsicherheiten im Umgang mit anderen einmal ganz abgesehen. Wer nach „den Risiken“ fragt, bekommt zumeist fragwürdige Antworten – man sollte nach „seinen Risiken“ fragen. Immer empfehlenswert, bevor man gewagte körperliche Experimente eingeht: Einen Mediziner fragen. Bevor man sich psychisch an große Belastungen wagt: Erst einmal alles „eine Nummer kleiner“ probieren. Wir beginnen hiermit der Frage: Wie viele Anhänger hat das Gebiet, das sich „SM“ oder „BDSM“ nennt, volkstümlich auch „Sadomaso“ genant, eigentlich?

Fantasie oder Realität: Wer will die Rute?

Von Grund auf wenig „harte Anhänger“ – viele Neugierige
Wie viele Anhänger hat SM in Zahlen?

Nur rund zwei Prozent der Männer und etwa 1,3 Prozent der Frauen sind bekennende SM-Anhänger. Das sagt allerdings gar nichts aus, weil man heute nicht mehr unbedingt der BDSM-Community angehören muss, um „hart“ zu spielen. (Studie von 2001 – 2002, Australien, 1).

… aber viele Menschen, die SM gerne praktizieren und erproben

In mehrere Umfragen bekannten sich zahllose Frauen und Männer dazu, von SM zu träumen oder in Betracht zu ziehen, es in ihr Liebespiel einzubinden. Insofern sind Statistiken über den Anteil von SM-Anhängern in der Bevölkerung höchst unzuverlässig.

Ist SM eine Veranlagung wie etwa Homosexualität?
Keine Veranlagung, nicht einmal bei SM-Sektierern

Nein, SM ist keine Veranlagung, jedenfalls nicht für die meisten, die SM anwenden. Je nachdem, wie man fragt und wer gefragt wird, ist Sex für 95 Prozent noch die Hauptsache, und SM nur ein zusätzliches Gewürz. Allerdings fanden 27 Prozent den SM-Sex als den befriedigenden Sex überhaupt. (Finnische Studie von 2002,Anm. 1,2). Hinzu kommt noch: Echter Masochismus/Sadismus ist in erster Linie eine psychische Störung, die auch gefährlich sein kann. Sie ist also keine Veranlagung, die man gesellschaftlich akzeptieren muss – und deshalb anders zu bewerten als die Homosexualität. Wir groß der Anteil „echter“ Masochisten/Sadisten an der SM-Community ist, ist nicht bekannt – es dürfte sich aber um einen recht kleinen Anteil handeln. Sexuelle masochistisch/sadistische Neigungen haben bereits im Jahr 1969, also noch einer Epoche bürgerlicher sexueller Prüderie, 12,5 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer, wobei sogar die Hälfte der Bevölkerung Bisse als erregend ansah. (Zitiert nach Jan Langefeld).

… und niemals eine Veranlagung bei Rollenspielern

Im Rollenspiel treten keine Veranlagungen auf, sondern Neigungen, etwas zu spielen, das man aktuell nicht sein kann. Deshalb spielen Rollenspieler mit Begeisterung die eine oder andere Rolle – oder wechseln sogar zwischen den Rollen.

Lesen Sie im zweiten Teil: Körperliche und psychische Belastungen -wie gehe ich damit um?

(1) Grundlegende Zahlen in: Slate, weitere Quellen am Ende des letzten Teils

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