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Warum die Bäume der Singlebörsen nicht in den Himmel wachsen

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Singlebörsen wachsen nicht mehr, weil die Ressourcen erschöpft sind. Man versucht, Partnersuchende anzuleiten, umzuleiten und zu verleiten. Doch das gesamte „Leitsystem“ scheitert inzwischen daran, dass es einfach nicht genug Singles gibt.

Eine Hochrechnung macht´s möglich: Mehr als etwas über 10 Prozent der Partnersuchenden werden sich nach gegenwärtigem Kenntnisstand voraussichtlich niemals „online“ finden. Ich habe parallel dazu eine Rechnung aufgesetzt und festgestellt: Wenn es bei der geringen Erfolgsquote von gegen 20 Prozent beim Online-Dating bleibt, dann ist das Potenzial an erfolgsverdächtigen Singles für die Branche demnächst endgültig erschöpft.

Die Sache ist ganz einfach: Es gibt in Deutschland rund 16 Millionen Singles. Nehmen wir an, 20 Prozent davon würden online erfolgreiche Partnerschaften eingehen, also 3,2 Millionen. Da die Erfolgsquote nun aber ebenfalls höchsten 20 Prozent aller Mitglieder beträgt, dann müssten insgesamt genau alle (nämlich 16 Millionen) Singles online suchen. Diese Zahl ist nur dadurch veränderbar, dass die Erfolgsquote wesentlich höher geschraubt wird – dies anzunehmen, besteht aber keinerlei Anlass. Man wird also niemals dazu kommen, eine Quote von 20 Prozent Beziehungen zu erzielen, die aus Online-Bekanntschaften resultieren. Dies funktioniert selbst dann nicht, wenn man die die Top-Quote von 35 Prozent zugrunde legt. Dann müssten gegen 9,1 Millionen Singles beständig unterwegs sein, um online Partner zu suchen.

Bei der „fast offiziellen“ Zahlen der Bitkom von sieben Prozent kommt die Angelegenheit eher hin: Wenn man diesen Prozentsatz erfolgreicher Online-Beziehungen (im Vergleich zu allen Beziehungen) zugrunde legt, würden bei 20 Prozent Erfolgsquote etwa 5,6 Mio. Singles unterwegs sein. Bei einer Erfolgsquote von 15 Prozent wären es 7,5 Mio. Singles – das ist fast genau die Zahl, die der Branchendienst Singlebörsen-Vergleich annimmt. Diese Zahlen nähern sich den wahrscheinlich realistischen Grenzen – schließlich stellt auch der Singlebörsen-Vergleich fest, dass seit einigen Jahren in etwa konstant gegen 7 Mio. Singles online unterwegs sind.

Im Grunde spielt sogar keine Rolle, wir hoch die Zahl der Suchenden tatsächlich ist, solange feststeht, dass sie sich seit Jahren nicht bewegt. Denn wer heute sein Glück mit einem Wirtschaftsunternehmen (Single-Börsen sind alle Wirtschaftsunternehmen) machen will, muss zwangläufig neue, frische und unbfangene Kunden gewinnen, wenn die Sache prosperieren soll. Zum Teil wird dies derzeit versucht, indem auf die 4,4 Millionen verwitweten Singles und andere ältere Singles zugegriffen werden soll, die man jenseits der 50 vermutet. Inwieweit dies Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, doch große Veränderungen ergeben sich dadurch nicht.

Die Statistiken, die uns Forscher, aber auch Interessengruppen unterjubeln wollen, taugen nicht die Bohne: Sie weichen bereits bei „Beziehungen, die am Arbeitsplatz entstehen“, um bis zu 100 Prozent ab. (Pairfam-Studie: 22 Prozent [3], Jacobs-Studie 11 Prozent[4]). Solchen Zahlen kann man einfach nicht glauben, egal, wie „seriös“ die Statistiker vorgegangen sind.

Insofern müssen wir auch kritisch mit den Daten umgehen, die über Online-Dating vorliegen. Nicht jeder, der seinen Partner „im Netz gefunden“ hat, hat ihn bei einer Singlebörse oder Online-Partnervermittlung gefunden, und nicht immer handelt es sich beim „Partner aus dem Netz“ um einen Unbekannten, sondern gelegentlich um jemanden, mit dem man früher schon einmal Berührung hatte. Insofern ist verständlich, wenn uns Zahlen für den Anteil der Online-Partnersuche in der Größenordnung von „einem Prozent(1) bis 20 Prozent(2)“ zugerufen werden.

Es ist, wie es ist: Die menschlichen Ressourcen sind verbraucht. Flirtapplikationen und sogenannte „soziale Netzwerke“ (gemeint sind immer Online-Netzwerke) tragen zudem dazu bei, dass jeder flüchtige Flirt als „Online-Partnerschaft“ gezählt wird, selbst dann, wenn er nur kurze Zeit zu einer Begegnung führt.

Der Partnermarkt hat sich – entgegen jeder Erwartung – nicht wirklich auf „Singlebörsen“ verlagert. Erst mit zunehmender Entfernung zu einem Freundeskreis, in dem Ledige dominieren, also zumeist mit steigendem Alter, hat Online-Dating die Bedeutung, die diesem Internet-Zweig einmal zugewiesen wurde – dann allerdings eher bei Online-Datingagenturen, wie beispielsweise PARSHIP, als bei Singlebörsen.

(1) Apotheken-Umschau
(2) Heise Online.
(3) Daten zitiert nach „SPIEGEL ONLINE
(4) Daten zitiert nach BILD.

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