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Illusion Covering – warum Dating-Schutzengel fragwürdig sind

So sahen Fallen früher aus ….

In den letzten Tagen las ich einen PR-Artikel, der auf die Sicherheit beim Dating aufmerksam macht – das ist ganz ausgezeichnet, denn man kann auf Sicherheitsfragen gar nicht oft genug hinwiesen.

Doch nun kommen die Patentrezepte – und bei ihnen wird mir ein bisschen mulmig. Ich sag mal, wie´s ist: Bei einem ganz gewöhnlichen Date über eine ganz gewöhnliche Partneragentur reichen die Vorsichtsmaßnahmen, die im Umgang mit Fremden generell wünschenswert sind. Zum Beispiel, offen für Gespräche zu sein, persönliche Details aber tunlichst zurückzuhalten.

Wie soll man es nun bewerten, wenn „Covering“ gefordert wird, ja, wenn eine Person, die „Rückendeckung geben“ soll, gar als Schutzengel bezeichnet wird?

Auch hier will ich wieder Tacheles reden: Solche Maßnahmen sind überhaupt nur dann nötig, wenn risikoreiche Dates eingegangen werden. Risikoreich sind alle Dates, bei denen:

1. Die Person nicht identifizierbar ist, die hinter der Verabredung steckt.
2. Das Date an einen ungewöhnlichen Ort gelegt wird oder zu einer ungewöhnlichen Zeit (Mitternacht, Morgengrauen) stattfindet.
3. Schneller oder ungewöhnlicher Sex geboten oder versprochen wird.
4. Ungewöhnliche Praktiken ausgeübt werden sollen, insbesondere Fesselspiele.
5. Erotische Verabredungen mit mehreren Personen stattfinden sollen (Dreier, Orgien).

Wie wirksam ist Covering (Schutzengel spielen)

Die zweite Frage allerdings, die ungleich wichtiger ist, wird selten beantwortet: Ist Covering überhaupt wirksam?

Ich zitiere einmal den Originaltext, auf den ich mich beziehe:

Der Schutzengel ist eine Person, die genauestens über das Date informiert ist, sprich Ort, Zeit und bestenfalls den Namen de sBlind Dates kennt

Heute lockt die Fotofalle …

Das stellen wir uns am besten einmal bildlich vor: Ich habe also einen Zettel, auf dem so in etwa steht: „Jenny trifft George heute 22 Uhr im Trocadero.“ Na schön, und dann? Dann habe ich vielleicht noch die Handynummer, unter der ich Jenny natürlich nicht anrufen darf, um das Date nicht zu stören. Nehmen wir an, Jenny wäre einen Schritt weitergegangen und hätte gesagt: „Du, ich ruf dich bis Mitternacht an, wie es läuft.“ Doch gegen Mitternacht waren Jenny und George gerade in ein wildes Liebesspiel verwickelt, und danach sind beide bald eingeschlafen – und ihr Handy konnte Jenny wegen Schlampigkeit sowieso nicht finden. Wenn man das ganze Mal in Rollenspiele umsetzt: Wie soll Jenny beispielsweise mit Handschellen auf dem Rücken zum Telefon greifen?

Ist der Schutzengel nichts als eine Illusion?

Der „Schutzengel“ ist der Dumme im Spiel: Sie oder er kann nichts tun, wird aber in die Verantwortung mit hineingezogen. Sind beide in lustvolle Spiele gleich welcher Art verwicklet, und ruft der „Schutzengel“ die Polizei, so blamiert ers sich bis auf die Knochen. Tut er es nicht, und es passiert tatsächlich ein Verbrechen, dann wird er sich ewig Vorwürfe wegen der Mitverantwortung anhören müssen.

Tatsächlich ist der Schutzengel für den zu Beschützenden (zumindest nach meiner Auffassung) nichts als eine Illusion. Ja, er ist eine falsche Hoffnung auf Sicherheit für Risiko-Dates, für die man eigentlich nur selbst die Verantwortung übernehmen kann.

Hilfreich bei Dates – erst denken, dann schützen

Was hilft nun wirklich?

1. Keine risikoreichen Dates eingehen.
2. Zu allen Dates Kondome mitnehmen. STDs und Schwangerschaften sind die größten Gefahren bei Dates mit Unbekannten.
3. Niemals Fotos und Filmaufnahmen zulassen – auch nicht mit dem Handy. Sie können die Grundlage für Erpressungen sein.
4. Darauf beharren, zu einem neuen Ort mit dem eigenen Auto (möglichst getrennt) oder einem Taxi zu fahren.
5. Eine Person des Vertrauens informieren, wann und wie genau zu handeln ist, wenn bestimmte Ereignisse eintreten oder nicht eintreten, die man zuvor verbindlich ausgemacht hat.
6. Insbesondere für Frauen: Ein zweites Telefon (Mini-Handy) am Körper tragen. Es kann noch helfen, wenn das erste Handy in der Handtasche unerreichbar ist.
7. Für ängstliche Menschen: Tracking durch eine Person Ihres Vertrauens. Je nach Gerät kann man nicht nur feststellen, wo Sie sich gerade befinden, sondern auch, welche Gespräche in Ihrer Umgebung geführt werden.

Generell aber gilt: Jede Begegnung birgt Chancen Risiken, und sie gehören zum Leben dazu. Gefahr droht immer nur dann, wenn man sich rauschhaft oder leichtfertig in Situationen begibt, denen man nicht gewachsen ist.

Bild oben: Darstellung der 50er-Jahre, © unbekannt
Bild unten: Fotomontage.

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