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Die Grenzen für einen Ortswechsel sind im Kopf, nicht im Herzen

Passt der neuen Standort beiden?

Pressemitteilungen habe es in sich: Sie sind meist gut gemeint, wollen bestimmte Ziele erreichen und natürlich die Aufmerksamkeit der Redakteure auf sich lenken.

Da würde eine Überschrift gut klingen wie:

Die Hälfte aller Singles erwägt Ortswechsel wegen der Liebe.

Das wäre natürlich zu dick aufgetragen, und deshalb heißt es:

Jeder zweite Single nimmt größere Entfernungen zum Partner in Kauf.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung:

Jeder zweite Single kann sich eine Liebe auf Distanz gut vorstellen, bei welcher der Partner bis zu 100 Kilometer oder sogar noch weiter weg wohnt. Jedem fünften Single ist es sogar völlig egal, wo der Partner wohnt, solange nur die Gefühle stimmen.

Dazu empfiehlt Björn Walter, der Geschäftsführer vom Dating Cafe:

Partnersuchende sollten also ruhig auch in weiterer Entfernung nach der Liebe Ausschau halten und ihren Suchradius beim Online-Dating erweitern.

Bei existenziellen Entscheidungen spricht der Kopf mit

Das ist sicher eine kluge und wohlmeinende Empfehlung, die ich nur unterstützen kann, doch man sollte auf die Formulierung achten: „Könnte sich vorstellen“. Vorstellen kann man sich viel, aber was würde man konkret beachten müssen, wenn man es tut?

1. Einer der Partner muss den Wohnort aufgeben. Leicht, wenn es eine vorübergehende Wahlheimat war. Schwer, wenn man dort Verwandte und viele Freunde hat.
2. Auch die Wohnung muss aufgegeben werden, jedenfalls langfristig. Wer ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung hat, ist meist keinesfalls dazu zu bewegen, den Wohnort zu wechseln.
3. Schließlich wäre da noch der Arbeitsplatz. Wer selbstständig ist, muss sich eiern völlig neue Existenz schaffen, wer Arbeitnehmer ist, muss einen neuen Job finden. Beides ist nicht einfach.

Zwischen „sich etwas vorstellen können“ mit dem Herzen („die Liebe überwindet alles“) und mit dem Kopf „Oh, das ist aber risikoreich und aufwendig“) liegen Welten. Nicht jeder trägt das hohe Risiko, vom Land in die Stadt oder umgekehrt zu ziehen, ganz zu schweigen vom Nachbarland. Wer Kinder hat, wird schmerzlich erfahren, dass unser deutsches Bildungssystem ein lachhaftes Flickwerk ist. Jedes Bundesland hat andere Prioritäten, und selbst die Kindergartengebühren schwanken erheblich.

Mut und Zuversicht gehören zur Partnersuche in der Ferne

Ich fasse zusammen: Zur Partnersuche gehört bei Entfernungen über 50 Kilometer eine gehörige Portion Mut, wenn man wirklich zusammenziehen will, aber natürlich geht es auch ohne gemeinsame Wohnung, wenn man jung ist oder keine gemeinsamen Kinder hat. Bei Entfernungen von etwa 500 Kilometern und mehr sind lange Bahn- oder Flugreisen fast unerlässlich – das geht erheblich ins Geld.

Möglichst nur bei Ehewunsch zusammenziehen

Wer hundertprozentig sicher ist, dass man bald heiraten möchte und wer der Liebe höchste Priorität vor allen anderen fragen einräumt, wird Erfolg mit dem Ortswechsel haben. Wer sich hingegen nicht ganz sicher ist, sollte den eigenen Wohnort, die Wohnung und den Arbeitsplatz in jedem Fall beibehalten.

Also: In die Ferne schweifen: ja, wenn man sich vorstellen kann, dort eine neue Existenz aufzubauen. Nein, wenn man ohnehin Existenzangst hat oder um den Arbeitsplatz fürchtet.

Foto © 2012 by Rosinentexte.de

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