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Online Dating Paare sind zufriedener – aber warum?

Eine Vergleichsstudie anhand von 3.000 Paaren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich innerhalb der vergangenen elf Jahre bei PARSHIP (Online-Paare) kennengelernt hatten und solchen Paaren, dies ich auf anderen Wegen kennenlernen, ergab eine höhere Zufriedenheit bei den Online-Paaren. Dies hat eine Studie von PARSHIP ergeben. Von dieser Studie war in der Liebepur bereist zuvor unter anderen Aspekten die Rede. Die Idee, die Caroline Erb dabei hatte, fanden wir damals hier in der Redaktion recht schlüssig.

Parship schreibt dazu in einer Pressemitteilung:

Insgesamt bewerteten die Online-Paare alle Aspekte, die ein harmonisches, partnerschaftliches Miteinander kennzeichnen, positiver als Offline-Paare. Besonders stark unterscheiden sie sich in der Zustimmung zu folgenden Aussagen: „Mein Partner schenkt mir Zuneigung und Geborgenheit“ (Online-Paare: 94 Prozent / Offline-Paare: 84 Prozent), „Ich kann meinem Partner voll und ganz vertrauen“ (Online-Paare: 96 Prozent / Offline-Paare: 88 Prozent) und „Ich mache häufig gemeinsame Unternehmungen mit meinem Partner“ (Online-Paare: 87 Prozent / Offline-Paare: 77 Prozent).

Mit der Studie soll bewiesen werden, dass Paare, die ihre Beziehung online begonnen haben, zufriedener sind als solche Paare, die sich anderwärts kennenlernten.

Man kann dabei die Aussage von Professor Guy Bodenmann, die ebenfalls veröffentlicht wurde, insoweit unterstützen, als er dies sagte:

Die Ergebnisse deuten auf einen klaren Zusammenhang zwischen der Art des Kennenlernens und der Beziehungsqualität hin.

Forschungsergebnisse eindeutig – Gründe verbleiben im Dunkel

Nicht bewiesen – trotz gegenteiliger Behauptungen – ist hingegen, was der Grund für die höhere Zufriedenheit, die baldigen Ehen und dergleichen war. Hier wird behauptet, dass es das „wissenschaftliche Matchingverfahren“ war, doch kommen klar und eindeutig auch andere Gründe für die größere Paarzufriedenheit infrage.

Als Beispiel mag dafür dienen, dass Partnersuchende, die einander bei Partneragenturen begegnen, einen besonders festen Vorsatz haben, hier und jetzt einen Partner zu finden – das ist bei Paaren in „freier Wildbahn“ nicht der Fall. Zudem haben alle einen Eingangstest bis zum Ende absolviert, was von vornherein für eine psychologische Vorselektion einer bestimmten Chartereigenschaft spricht. Es ist also nicht bewiesen worden, warum Online-Partner besser harmonieren. Man kann aber annehmen, dass sie sich offenbar mehr darum bemühen, miteinander glücklich zu werden.

Der Computer als Entscheider? Nein, danke

Gelächelt habe ich über den Passus in der PM:

Ob es passt, entscheidet der Computer häufig besser als das Herz.

Nun ist es glücklicherweise so, dass der Computer gar nichts entscheidet, ja, nicht einmal der Programmierer oder der Erfinder des „wissenschaftlichen Paarmatchings“, der die Grundlagen für den Test lieferte.

Tatsächlich ist der Prozess wie folgt:

1. Ein computerisiertes Programm schlägt nach geheim gehaltenen Kriterien unterschiedlicher Art (also nicht notwendigerweise nach „wissenschaftlichen“ Kriterien) Partner vor, für die das Programm eine Übereinstimmung ermittelt hat.
2. Der Partnersuchende sucht sich aus den Vorschlägen diejenigen heraus, von denen er glaubt, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit des „Mögens“ besteht.
3. Ein großer Teil der so ausgesuchten Partner hat aber andere Vorstellungen. Diese lehnen den Kennenlern-Wunsch also ab.
4. Ein geringer Teil lässt von sich hören, davon verabredet sich wieder ein Teil nach ersten E-Mail-Kontakten oder nach einem Telefongespräch. Die übrig gebliebenen treffen einander zumeist zum Blnd Date.
5. Der größere Teil stellt während dieses Blind Dates fest, dass keine emotionale Übereinstimmung /Liebe/Partnerschaft zu erzielen ist.
6. Am Ende bleibt ein kleiner Prozentsatz aus den Blind Dates übrig, der zur vorübergehenden Paarbildung führt.
7. Von diesem Teil wird wieder ein diesmal etwas größerer Anteil ein Paar.

In Wahrheit wird also nicht das „best passende Match“ der Partner, sondern einer der vielen anderen, die „ebenfalls irgendwie passen“ – und der „Entscheider“ ist weder der Rechenknecht „Computer“ noch der Algorithmus, sondern die Entscheider sind die beiden Menschen, die am Ende „ja“ sagen. Man könnte es auch so sagen: Wenn sie sich nach vielen Fehlversuchen und Irrtümern endlich zusammenfinden, dann wissen beide, was sie aneinander haben – und versuchen, ein glückliches Paar zu werden.

Wie man Pressemitteilungen nicht einfach abschreiben, sondern über sie kritisch und gleichwohl positiv berichten kann, beweist der Tagesspiegel.

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