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Seitensprünge – beckmesserisch-christlich und real

Wie meine Leserinnen und Leser wissen, halte ich gar nichts von Seitensprüngen, vor allem nicht von „arrangierten Seitensprüngen“, wie sie von vielen Portalen heute angeboten werden.

Doch was ist davon zu halten, wenn sich die Christliche Kirche plötzlich einmischt? Was, wenn sie glaubt, für uns alle zu sprechen und sich dabei sogar auf das höchstpersönliche Terrain des designierten Bundespräsidenten vorwagt? Dann ist die Grenze der fröhlichen Toleranz gegenüber dem Christentum erreicht und der Beginn einer kritischen Toleranz geboten.

Nämlich dann (Zitat Domradio)

Kein gutes Vorbild scheint da Joachim Gauck zu sein. Der Bundespräsident in spe lebe mit einem „ständigen Seitensprung“ zusammen, so Bruder Paulus.

Natürlich kann dieser Bruder Paulus privat und in seinem Blog sagen, was er will – ihn deckt dieselbe Meinungsfreiheit, die jeder Blogger genießt, so absurd seine Meinungen auch sein mögen.

Christen sollten ohnehin zurückhaltend sein, wenn es um Seitensprünge geht: Nimmt man den Religionsstifter historisch und nicht symbolisch, so zeigt er sich in einem anderen Licht – nicht von ungefähr verabscheute er den Kontakt zu seiner Mutter. Obgleich der christliche Religionsstifter den Seitensprung sicher verabscheute, predigte er doch Toleranz für jene, die ihn begangen. Man sollte sich einmal freimachen von Engelchen auf weißen Wölkchen: Dieser Religionsstifter lebte in einer Zeit, als die römischen Besatzungssoldaten einen hohen Bedarf an einheimischen Frauen hatten. Das bedeutete auch, dass er inmitten einer Welt der „Unzucht“ lebte. Heiligte er nicht die Huren? Fragen Sie sich nicht manchmal selber, warum?

Beim religiösen „Verbot des Seitensprungs“ wird oft der Pentateuch angeführt, das „Alte Testament“. Doch man darf gerne bei Mose nachlesen, für wen das Verbot galt und unter welchen Umständen. Es ist immer das „Eigentum des Nächsten“ (zu dem auch mit Sklaven und Bedienstete gehörten) das der männliche Gläubige nicht „begehren“ soll (Frauen hatte erst gar nichts zu begehren) – im eigenen Hause galten diese Gebote nicht.

Nun gut, man kann nicht ständig mit der Bibel unter dem Arm herumzulaufen, auch als Christ nicht. Es ist daher richtig, sich den Problemen des Seitensprungs und der Seitenspringer zu stellen und auch Rat und Hilfe anzubieten. Ja, Vertrauen, Treue und Zusammenhalt ist wichtig für uns – aber das wissen wir inzwischen zur Genüge. Das dauernde Hochhalten des Zeigefingers ist da eher kontraproduktiv.

Den vielen Männern, die nach einem Seitensprung Gewissensbisse haben, (und das sind nicht wenige) brauchen sicherlich Beistand und Hilfe. So merkwürdig es auch klingt: Frauen benötigen selten einen Beistand nach einem Seitensprung. Wer ihn geben kann, sei er Mönch, Pfarrer oder einfach ein liebenswerter Mitmensch, der sollte ihn geben. Sich aber als Moralapostel aufzuspielen, selbst dann, wenn man glaubt, dazu bestimmt zu sein – das halte ich nicht für hilfreich.

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