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Die Angst, sich falsch zu entscheiden und das Angebot an Partnern

Nina Pauer ist eine Frau jener an sich privilegierten Generation, für die alles möglich erscheint, und die daran versagt, dass sie sich nicht eindeutig entscheiden will. Sagen wir es noch einen Deut genauer: es geht um ein bestimmtes Milieu, nämlich um diejenigen Frauen und Männer um die 30, die sich niemals um etwas Sorgen machen, mussten außer darum, wie sie die besten Plätze im Leben erklimmen konnten. Wie sind die Probleme nun zu beurteilen, die diese Generation angeblich hat, insbesondere, was die Partnersuche betrifft?

Ist die „große Auswahl“ bei der Partnersuche das Problem?

Allgemein wird das Phänomen so beschrieben: Wir (also all jene, auf die die oben erwähnte Annahme zutrifft) hatten noch nie soviel Möglichkeiten – und wer die Wahl hat, hat die Qual. Angeblich wollen Wissenschaftler festgestellt haben, dass eine große Auswahl verwirrt, während die kleine Auswahl ermuntert – jedenfalls, was Marmeladendesorten betrifft. Drastischer drückt es der Kritiker der WELT aus:

Wer wenig Möglichkeiten hat, der nutzt diese enthusiastisch; wem alle Türen offen stehen, der droht lebenslang auf der Stelle zu treten.

Die „unendlich große Auswahl“ ist eine Wahnvorstellung

Dies Sache mit der unendlichen Auswahl ist allerdings eine Wahnvorstellung, denn in Wahrheit ist die Auswahl ausgesprochen begrenzt. Sie erscheint uns nur als unendlich, weil wir das riesenhafte Angebot sehen, dass „es“ gibt. Wir verkennen, dass es nur einen winzig kleinen Teil dieses Angebots für uns gibt. Bei der Partnersuche wird dies überdeutlich: Vielleicht sehen wir (in Umkehrung des Sprichwortes) die „Bäume vor lauter Wald“ nicht – dann müssen wir unsere Sichtweise schärfen, und wir werden sehen: Nur vereinzelte Exemplare kommen infrage. Andererseits werden wir erkennen (und dies mag bitter sein): Nicht alle, die wir wollen würden, nehmen uns überhaupt wahr.

Türen stehen nicht offen, sie müssen geöffnet werden

Die Türen stehen also gar nicht offen. Auch Frauen (Männer sowieso) müssen sie öffnen, und das erfordert eine gewisse Anstrengung. Frauen, die sich „nichts als erobern“ lassen wollen, um den Mann dann später in Richtung Beziehung zu lenken, treffen immer mehr auf „coole“ Männer, die sich sagen: „Ich brauche sie nicht unbedingt – wenn sie was will, soll sie deutlichere Zeichen senden.“

Die Frage wäre natürlich auch, ob „Großstadt-Balzplätze“, wie etwa „dunkle Großstadtbars“, in denen Männer den ersten „Move“ machen sollen, überhaupt die Orte sind, an denen Frauen und Männer viel erwarten dürfen: Klar, einen ONS und ein Wochenende, das ist drin. Sind nicht ander, konventionelle wie moderne Kennenlern-Möglichkeiten wesentlich besser geeignet, wenn man eine Dauerbeziehung sucht?

Die fehlende Kultur des Scheiterns

Nicht zuletzt: Der Mittengeneration fehlt eine Kultur des Scheiterns. Warum, bitte schön, muss ich mich einmal endgültig entscheiden? Bis gegen 25, vielleicht auch noch bis 30, können Frau und Mann tief in das Gewusel der Partnersuchenden greifen – und sich dabei auch gerne mal vergreifen. Nochmals fällt viel Licht auf die Wahrheit: Es ist nicht das zu große Angebot, das uns Angst macht, sonder die Angst, mit der Entscheidung zu scheitern. Fragt sich, was so schlimm am Scheitern ist. Selbst Menschen, die sich bei der ersten Karriere vergriffen haben, können eine Zweite beginnen, solange sie den Fehlgriff rechtzeitig erkennen – und in Beziehungen ist es nicht anders.

Absurde Vorstellungen führen zum Scheitern – Einsicht ist gefragt

Die Wahrheit ist die: Manche Menschen in unserer Gesellschaft, vor allem aber die Hochnasenträger des gebildeten Mittelstandes, haben völlig absurde Vorstellungen davon, worauf sie im Leben „Anspruch“ haben. Wenn man es genau nimmt, ist das Angebot für sie minimal. Sie selbst sind oft nur „Eine(r) von vielen Ähnlichen“, die Zielobjekte hingegen existieren nur in wenigen Exemplaren.

Es gäbe Möglichkeiten, dies einzusehen. Hoffen wir, dass es den Um-die-30-Jährigen noch gelingt, bevor sie gegen 40 werden.

Buch: (Wir verlinken nicht mehr): „Wir haben keine Angst: Gruppentherapie einer Generation

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