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Langeweile und Dating: Abschreiben ist auch (k)eine Lösung

Die Überschrift im Südkurier verspricht Neues: „Was beim Online-Dating am meisten langweilt“ – und wer dann tatsächlich etwas über die Langeweile beim Online-Dating lesen will, der findet dort leider nur, was die Partneragentur ElitePartner in einer Pressemitteilung verbreiten ließ.

Mal zum Mitschreiben, liebe Freunde vom Südkurier:

Online Dating ist ein Prozess der Partnersuche, der im Internet beginnt – also nicht nur die erste Phase, die im Internet stattfindet. (Liebepur)

Lesen wir die Sache doch einmal nach:

1. Es geht gar nicht um „das“ Online-Dating, sonder um sogenannte „Profile“.
2. In den Profilen geht es nicht um die Selbstbeschreibung, sondern um einen einzigen Satz daraus, den man in den meisten Fällen als „Motto“ bezeichnen könnte.
3. Welchen Stellenwert die Sätze haben, das heißt, wie häufig sie tatsächlich vorkommen, wird auch in der Pressemitteilung von ElitePartner nicht erwähnt – sondern nur, wie viele Menschen sie innerhalb einer Befragung abgelehnt haben.
4. Weil dies so ist, muss das Ganze als eine reine PR-Aktion ohne übergreifende Aussagekraft angesehen werden.
5. Die unkommentierte Wiedergabe solcher Informationen führt dazu, das Gelesene als Wahrheit anzusehen und nicht als eine Aktion, die den alleinigen Zweck hat, Aufmerksamkeit zu erregen.

Nein, Abschreiben ist auch keine Lösung, lieber Südkurier. Was beim Online-Dating „am meisten langweilt“, wissen höchstens die Partnersuchenden, die tatsächlich Online Dating betreiben, und auch bei ihnen gibt es Unterschiede. Da halten wir uns doch mal lieber an den Sachverstand: Zwar mochten die Befragten zu 18 Prozent keinen Hohlspruch wie: „Ich weiß, was ich will“, aber was sind denn schon 18 Prozent? Das bedeutet doch immerhin, dass daran 72 Prozent keinen Anstoß nahmen, oder etwa nicht? Nun, Logik ist nicht jedermanns starke Seite. Nehmen wir einmal an, wir würden die gegenteilige Aussage benutzen: „Ich bin im Leben völlig unsicher und weiß selten, was ich will“ – was würde wohl dann geschehen?

Es ist richtig, keine Hohlsprüche zu verwenden. Aber wer Aussagen bewertet, der sollte nicht sagen, dass 18, 16 oder 12 Prozent Ablehnung bereits für „Langeweile“ sprechen. Vergessen wir bitte nicht, dass die genannten Sätze, sofern sie nicht als Motto verwendet werden, ja niemals allein stehen, sondern in einem Sinnzusammenhang. Und da sind Sätze wie „ich weiß was ich will“ oder „für mich ist das Glas nicht halb leer, sondern halb voll“ (laut ElitePartner angebliche 27 Prozent Ablehnung) durchaus passable Beschreibungen des eigenen Seins. Sie könnten natürlich auch schreiben: „Ich bin überwiegend Optimist, außer, wenn ich zum Zahnarzt muss“. Oder „Ich weiß, was ich will, es sei denn, ich würde im Lotto gewinnen – dann würde ich es neu definieren“.

Wie sage ich doch immer mit Jimmy Lunceford: „T‘aint watcha do, it’s the way hotcha do it“.(1) („Macht nichts, was tu tust – kommt drauf an, wie du es machst“)

In der menschlichen Kommunikation – dies kann ich Ihnen hundertprozentig versprechen – bedeuten einzelne Wörter zumeist wenig, und ebenso geht es uns mit zusammenhanglosen Begriffen. Erst die Kombination von mehreren Eigenschaften, Begriffen oder Teilaspekten formt sich beim Partner zu einem Gesamtbild.

Was bleibt von den vielen Behauptungen übrig? Sicherlich, bei der Partnersuche keine nichtssagenden Profile zu hinterlassen – das ist eigentlich schon die „halbe Miete“. Die restliche „Miete“ ergibt sich dann aus der Fähigkeit, humorvoll und dennoch präzis zu sagen: „Hey, das bin ich – und so ist sonst niemand.“

(1) Der Satz steht bewusst in schlechtem Englisch, weil er so gesungen wird. Alos nochmals für die Pendanten: (It is not what you do, it is the way how you do it), oder auf Deutsch frei übersetzt: „Der Ton macht die Musik“ (wörtlich: es geht nicht darum, was du tust – es kommt auf die Art an, wie du es tust.

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